Diskussion um Einmündung der Poststraße

Diskussion um Einmündung der Poststraße
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An der Einmündung der Poststraße in die Staatsstraße 2095 in Egerer, östlich der Poststraße, wo derzeit ein verblühtes Sonnenblumenfeld steht, sollen zwei Doppelhäuser und ein Einfamilienhaus gebaut werden. Dies führte im Gemeinderat zur Diskussion um die Verkehrssicherheit in Egerer. (Foto: Zandl)

Chieming – Einstimmig wurde in der jüngsten Sitzung des Gemeinderats die Erweiterung des Bebauungsplans »Egerer« auf der östlichen Seite der Poststraße zwischen der Bebauung und der Staatsstraße 2095 beschlossen. Auf dem Grundstück sind drei Bauplätze mit einem Einfamilienhaus und zwei Doppelhäusern vorgesehen. Dem wurde zugestimmt unter den Voraussetzungen des Einheimischen-Modells aus den Jahren 2005 und 2006.


Der Kauf des Grundstücks durch die Gemeinde erfolgt, nachdem die haushaltsrechtlichen Voraussetzungen geschaffen sind. Zudem muss der Eigentümer mit der Gemeinde einen städtebaulichen Vertrag schließen, in dem die Ausgleichsflächen und die Kostenübernahme für die Bauleitplanung geregelt sind. Schließlich ist der Planentwurf nach Abstimmung mit dem Eigentümer dem Gemeinderat zur Billigung vorzulegen.

Heinz Wallner (BBW) sagte, dass er einem Aufstellungsbeschluss nur zustimmen werde, wenn zuvor das Staatliche Bauamt die Auswirkung auf den Verkehr am Straßenzusammenlauf von Eggartstraße, Poststraße und Staatsstraße geklärt habe. An dieser Stelle kamen im Juli 2017 bei einem schweren Verkehrsunfall drei Menschen ums Leben, einer wurde schwer verletzt. Ein Gedenkkreuz erinnert daran. Einstimmig wurde der geforderte Passus hinzugefügt.

Weiter ging es um die Aufstellung des Bebauungsplans in der Verlängerung der Buchäckerstraße in Egerer. Der Gemeinderat billigte den Planentwurf der Planungsgruppe Straßer vom 14. Juli. Elisabeth Heimbucher (Die Grünen) erklärte, dass sie immer wieder darauf angesprochen und gefragt werde, warum sie als Grüne nicht gegen die Flächenversiegelung im Baugebiet Egerer stimme. Dazu sagte sie, dass grundsätzlich darauf zu achten sei, dass nicht zu viel gebaut wird.

Es sei aber auch wichtig, jungen Leuten Bauplätze zu ermöglichen. Heimbucher fand Unterstützung bei Fraktionskollegin Angelika Maier, die im Baugebiet Buchäckerstraße die richtigen Proportionen mit genügend Gemeinschaftsflächen sieht. Ein Anliegen sei ihr der harmonische Übergang von Wohngebieten zur Natur.

Heinz Wallner äußerte erneut Bedenken wegen der sich verschlimmernden Verkehrssituation in Egerer. Die Infrastruktur in Egerer habe sich seit 40 Jahren nicht verändert, deshalb sei es an der Zeit, für eine akzeptable Lösung zu sorgen, insbesondere dann, wenn im Wohngebiet Buchäckerstraße noch einmal 32 Häuser dazu kommen. Dem stimmte Bürgermeister Stefan Reichelt (CSU) zu, der die Feuerwehr zu oft im Einsatz sieht und auch meint, dass dort die Verkehrssicher᠆heit nicht mehr gewährleistet sei.

Zur Änderung des Flächennutzungsplans für den Bereich am Norikerweg kamen keine Stellungnahmen. Der Gemeinderat nahm Kenntnis von Stellungnahmen von 13 Trägern öffentlicher Belange und stellte die vom Ingenieurbüro Aquasoli aus Siegsdorf ausgearbeitete Änderung des Flächennutzungsplans für den Bereich Norikerweg fest.

Bei der zweiten Änderung des Bebauungsplans Norikerweg hat der Gemeinderat Kenntnis von elf Stellungnahmen von Trägern öffentlicher Belange und Stellungnahmen der Unteren Naturschutzbehörde und des Wasserwirtschaftsamts genommen. Auch die zweite Änderung hat der Gemeinderat einvernehmlich abgesegnet.

Fünf Bauanträge standen noch zur Abstimmung. Ein Antrag wurde vom Antragsteller zurückgenommen, zwei Anträgen wurde vorerst nicht zugestimmt, die übrigen Bauvorhaben wurden abgesegnet.

In Eglsee wurde dem Anbau eines Carports mit einer Grundfläche von knapp 75 Quadratmetern zugestimmt. Der Antrag zur bereits genehmigten Aufstockung der Garage zum Bau einer zweiten Wohnung wurde zurückgenommen.

Der Bauantrag für ein Betriebsleiterhaus mit zwei Einliegerwohnungen für Mitarbeiter mit 164 Quadratmetern Grundfläche und Garage mit knapp 100 Quadratmetern in Manholding wurde abgelehnt. Das Vorhaben liegt außerhalb der Außenbereichssatzung Manholding. Es wäre genehmigungsfähig, wenn eine landwirtschaftliche Privilegierung vorläge, diese sei jedoch nicht erbracht worden.

Aus Sicht der Verwaltung sind aus den vorgelegten Unterlagen keine Gründe ersichtlich, die einen weiteren Neubau für weitere Wohnungen für den landwirtschaftlichen Betrieb erfordern. Zudem ist der Antragsteller Eigentümer zweier bebaubarer Grundstücke innerhalb der Außenbereichssatzung. Er »müsste sein Haus nur auf das andere Grundstück rüber setzen«, so Bürgermeister Stefan Reichelt. Der Gemeinderat schloss sich einstimmig an.

Dem Antrag zum Umbau des Hauses mit Balkonanbau, Neubau einer Doppelgarage und Änderung der Freiflächen auf an der Seestraße in Arlaching wurde stattgegeben. An der Südwestseite soll ein Balkon mit knapp 21 Quadratmetern gebaut werden, zudem eine Doppelgarage mit knapp 56 Quadratmetern Grundfläche. Der Freiflächenplan beinhaltet einen ökologischen Naturschwimmteich mit maximal 32 Quadratmetern, eine Lärmschutzwand aus heimischen Hölzern mit einer Höhe von drei Metern sowie ein neues Tor.

Weiter ging es um Beschlüsse aus vorausgegangenen, nichtöffentlichen Sitzungen. Zum einen ging es um ein Nachtragsangebot der Firma Streicher in Altenmarkt über gut 88 000 Euro für Asphaltierungsarbeiten an der Eichfeldstraße in Egerer.

Zum anderen hat der Gemeinderat dem Antrag der Klinik Alpenhof zum kostenlosen Aufstellen von Strandliegen auf der gemeindlichen Liegewiese zugestimmt.

az