weather-image

»Das hat nichts mit der Qualität zu tun«

3.5
3.5
Bildtext einblenden
Josephine Ehlert und Tim Bergmann in »Schattenwald«: In dem Mysteryfilm geht es um eine Frau, die in einem alten Bauernhaus seltsame Dinge erlebt. (Fotos: Vreni Arbes)
Bildtext einblenden
Laura Thies bei der Arbeit: Die 30-Jährige drehte ihren zweiten Film zu großen Teilen in Chieming. Sie wuchs in Stöttham auf und ging in Ising zur Schule. Mittlerweile lebt sie in München.

Chieming – »Ich bin überhaupt nicht enttäuscht«, sagt Laura Thies. Ihr Mysteryfilm »Schattenwald« (wir berichteten mehrfach) wurde bislang von allen Filmfestivals abgelehnt. »Das ist oft so und hat nichts mit der Qualität zu tun. Wir haben es bis jetzt nur bei den richtig großen versucht, nun werden wir den Film auch bei den kleineren Festivals einreichen.« Außerdem würden Kinos und Fernsehsender angeschrieben. »Unser Film findet sicher seinen Platz«, ist die Jungregisseurin (30) zuversichtlich. Und ein Termin ist zumindest schon mal fix: Mitte Mai wird »Schattenwald« beim Open-Air-Kino am Dampfersteg in Chieming gezeigt.


In dem bayerischen Mysteryfilm geht es um eine Songtexterin (gespielt von Josephine Ehlert), die eine Schreibblockade hat. In einem alten Bauernhaus – gedreht wurde in Ising, Chieming und Stöttham – will sie wieder Kraft tanken. »Sie findet ein Geheimnis, das sie nur lösen kann, wenn sie ihren Blick auf die Welt öffnet und auch Dinge sieht, die man mit normalen Augen nicht sieht«, beschreibt Laura Thies die Geschichte von »Schattenwald«. Für den Film konnte sie so bekannte Schauspieler wie Tim Bergmann, Lisa Kreuzer, Daniel Friedrich, Günter Clemens und Heidrun Gärtner gewinnen.

Anzeige

Das Genre »Mystery« sei bei den meisten Verleihern nicht sonderlich beliebt, »doch das wussten wir vorher«, sagt Laura Thies. »Uns war das egal. Wir wollten die Geschichte so erzählen, wie sie ist. Egal, ob sich Mystery angeblich nicht gut verkauft.«

Auch wenn die Filmfestivals in München, Berlin, Zürich und Toronto den Film nicht haben wollten, stehe sie nicht sonderlich unter Druck. »Wir haben alle Kosten decken können. Nun geht es vor allem darum, dass wir den vielen Leuten, die uns geholfen haben, etwas zurückgeben, indem der Film möglichst häufig gezeigt wird.« Deshalb würden nun Kinos und Fernsehsender angeschrieben.

Über eine sogenannte Crowdfunding-Kampagne kamen vergangenes Jahr über 33 000 Euro als Startkapital für den Film zusammen. Auf die Aktion im Internet wurde auch Veronica Ferres aufmerksam und stellte weitere 10 000 Euro zur Verfügung. Die Schauspielerin hat mit ihrem Unternehmen Construction Film auch die Coproduktion von »Schattenwald« übernommen. Außerdem hat der FilmFernsehFonds (FFF) Bayern den Mysteryfilm mit 230 000 Euro unterstützt. »Das Filmgeschäft ist hart. Aber ich bin sehr optimistisch, dass Schattenwald bald zu sehen ist«, sagt Laura Thies, die in Amerika Schauspiel studiert hat und danach eine Regieausbildung machte.

Mit ihrem ersten Film »Surviving Family« hat die 30-Jährige zahlreiche Auszeichnungen gewonnen – und auch da wollten viele Festivals den Film zunächst nicht. Das erklärt vielleicht, warum Laura Thies auf die Absagen so gelassen reagiert. Klara Reiter

Facebook Traunsteiner Tagblatt