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Chieming: Hoftafeln für Besitzer historischer Höfe

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Chieming
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Diese beiden Hofbesitzer aus Knesing präsentierten ihre Hoftafeln. (Foto: Humm)

Chieming – »Ortsgeschichten der Chiemgauer Seenplatte« heißt ein Projekt, das in Chieming initiiert wurde, gefördert von »Leader Plus« und der Gemeinde. Ein wesentlicher Bestandteil des jetzt abgeschlossenen Projekts war die Beschilderung historischer Anwesen mit Hoftafeln, deren Beschriftung in enger Zusammenarbeit mit Ortsheimatpfleger Hubert Steiner und dem Freundeskreis Heimathaus erstellt worden war.


Im Heimathaus erfolgte nun die Übergabe der neuen Hoftafeln an 68 Hofbesitzer in und um Hart und Ising. Steiner erinnerte daran, dass bereits eine erste Aktion dazu 2010 erfolgt war mit der Übergabe von Hoftafeln an Hofbesitzer in Chieming. Die Angaben zur Beschriftung gehen auf Heimatforscher Meinrad Schroll zurück, denn ohne dessen Forschungen wäre das Vorhaben nicht möglich gewesen, da von Hart und Ising keine Hofgeschichten zu finden waren.

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»Deshalb waren wir neben den Informationen von Schroll bei den betroffenen Hofbesitzern zur Klärung richtiger und vollständiger Angaben«, erklärte Steiner. Wichtigste Inhalte darauf waren der Hofname, die verschiedenen Grundherren, wann die erste Erwähnung in den Archiven auftaucht, durch wen und wann der Hofname entstanden ist, besondere Ereignisse und die Folge der Besitzernamen. Dabei leiten sich die Hofnamen meist von Namen, Berufen, Standorten und Herkunftsorten ab. So war der Mojer in jedem Dorf der größte Bauer. Des Weiteren entstanden erst im frühen Mittelalter die Schreibnamen nach Berufen oder Herkunft. Als Beispiele nannte er den Schuster, Wagner, Binder oder Müller. Steiner ging auch auf den Begriff Grundherrn ein. Das war entweder ein Kloster, eine Kirche eine Hofmark oder der Adel. Der Ortsheimatpfleger sprach über die Auflösung der Grundherrschaften, die nach der Säkularisation im Jahr 1803 begann. Hier enteignete der bayerische Staat alle kirchlichen und klösterlichen Besitzungen. Nur das Eigentum der Ortskirchen und des Adels blieb erhalten, hieß es.

Steiner würdigte Bürgermeister Benno Graf für die finanzielle Unterstützung, die dazu führte, dass den Hofbesitzern keine Kosten entstanden seien. Graf würdigte seinerseits das große Engagement von Steiner und den Mitgliedern des Freundeskreises Heimathaus. Er betonte, wie wichtig der Erhalt der Chieminger Geschichte sei. Auch für Urlauber sei dies sicher interessant. In seinem Rathaus im Erdgeschoß wie auch im ersten Stock seien historische Gegenstände zu sehen.

Kreisheimatpfleger Christian Soika stellte die Begeisterung Steiners für die Erforschung der Chieminger Geschichte besonders heraus und nannte ihn einen bemerkenswerten Idealisten, der Heimatgefühl bestens umsetzt. Steiner habe dafür gesorgt, dass es in Chieming das Häuser- und Höfebuch gibt und die Broschüren über die Entwicklung der Sommerfrische, Denkmäler in Chieming, die örtliche Hofmark und Kunst und Literatur. Es schloss sich die Übergabe der Hoftafeln an. Musikalisch gestalteten mit Ziach und Gitarre Irmi und Wasti Wallner den Festabend. OH