Rekordansturm auf Corona-Teststation in Bergen

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Eine Security-Mitarbeiterin hilft Reiserückkehrern am mobilen Testcenter in Bergen bei der Einweisung in den Ablauf des Covid-19-Tests. (Foto: Effner)

Bergen – Während die Diskussionen um verspätet oder gar nicht zugestellte Ergebnisse von Corona-Tests politisch für Verwerfungen sorgen, herrschte an der mobilen Teststation Hochfelln-Nord bei Bergen zuletzt zügige Abfertigungsroutine.


Bereits am Mittwoch hatte dort das private Unternehmen Eurofins den Testbetrieb im Auftrag des Baye-rischen Landesamts für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) übernommen, wie auch an den Flughäfen in München und Nürnberg. Die international tätige Laborgruppe mit einem Jahresumsatz von 4,5 Milliarden Euro ist mit über 47 000 Mitarbeitern und mehr als 900 Unternehmen in über 50 Ländern aktiv. In Deutschland gehört das Unternehmen zu den größten Anbietern der Abwicklung von Covid-19-Tests.

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Dank digitaler Datentechnik sollen die Getesteten die Ergebnisse binnen maximal 48 Stunden erhalten: per Mail im Fall von negativen Testergebnissen, per Anruf in Abstimmung mit den Gesundheitsämtern, sollte der Corona-Test positiv ausfallen.

Ehrenamtliche Helfer verschiedener Hilfsorganisationen konnten nur handschriftlich ausgefüllte Datenbögen ausgeben. Benachrichtigungen von LGL und Gesundheitsämtern hatten sich mit dieser Begründung zum Teil über Wochen hingezogen. Hohe Wellen geschlagen hatte die Nachricht, dass 44 000 in die Heimat zurückgekehrte Urlauber immer noch auf ihre Testergebnisse warteten, darunter 900 positiv getestete Personen.

Am Testcenter nach dem Grenzübergang Walserberg herrschte am Sonntag Hochbetrieb: rund 4000 Tests nahmen die Mitarbeiter nur an diesem Tag auf. Die zwei Fahrspuren im abgegrenzten Testbereich wurden dafür eigens auf vier Spuren erweitert.

Während des Wartens auf den Test registrieren sich die Insassen der Autos einzeln per Handyscan eines QR-Codes. Bis zu acht Familienmitglieder können sich gleichzeitig registrieren lassen. Security-Mitarbeiter überwachen den Ablauf und weisen die Autofahrer ein. An der Teststation selbst wird dann von einem Mitarbeiter per Handyscan jeder Person und jeder Probe ein individueller Barcode zugeordnet, um Verwechslungen oder Irrtümer auszuschließen.

Mit Wattestäbchen wird ergänzend eine Speichelprobe genommen. Die Teströhrchen werden mehrmals am Tag abgeholt und in verschiedene Labore gebracht. So ist man auch für einen größeren Ansturm gerüstet. Das Personal selbst wird alle zwei Tage getestet.

Die Mitarbeiter werden von einem Arzt oder medizinisch geschultem Personal in der richtigen Entnahmetechnik unterrichtet. Das rund 40-köpfige Personal, das zum Großteil von einem auf die Organisation von Großveranstaltungen spezialisierten Unternehmen stammt, rolliert in enger Absprache zwischen verschiedenen Tätigkeiten. So wird Überlastung im Testbereich speziell bei großer Hitze vermieden.

»Wir waren in Slowenien und Kroatien in Urlaub und wollten uns nach einem etwas problematischen Auf-enthalt in einer Berghütte mit vielen Leuten vorsichts-halber testen lassen«, sagt ein Pärchen aus Ulm. »Die Wartezeit, die Aufklärung und die Abwicklung der Tests hier an der Raststätte sind routiniert und o.k.«.

»Die Reisenden, die sich testen lassen wollen, sind zum größten Teil sehr diszipliniert und kooperativ«, erläutert ein leitender Mitarbeiter aus der Testabwicklung. Durch die Mitar-beiter, die unterschiedliche Fremdsprachen sprechen, sei man auch bei Verständigungsproblemen gut gerüstet. eff


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