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Rat stimmt gegen Genehmigung von »Schwarzbau«

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Foto: Symbolbild (pixabay)

Bergen – Der Gemeinderat hat sich einstimmig gegen die nachträgliche Genehmigung eines Anbaus ausgesprochen, der sich an ein Haus an der Schlipfinger Straße anlehnt. Das Gremium verwies darauf, dass sich der Antragsteller nicht an die Vorgaben gehalten habe. Die Rede war von einem »Schwarzbau«. Was nun mit dem Anbau, der mehrere Meter lang ist, geschieht, entscheidet das Landratsamt.


Zweiter Bürgermeister Josef Gehmacher (CSU), der die Sitzung des Gemeinderats im Festsaal in Abwesenheit des im Urlaub weilenden Bürgermeisters Stefan Schneider (Grüne Liste Bergen) leitete, erläuterte, dass sich das Gremium in den vergangenen Jahren wiederholt mit dem Bauvorhaben befasst habe. Der Rat habe den beantragten Anbau abgelehnt, gleichermaßen aber auch eine Alternative vorgeschlagen. Schließlich sei aber ein Anbau entstanden, »wie er nicht erwünscht war«. Gehmacher sprach von einem »Schwarzbau«.

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Auch dritte Bürgermeisterin Katharina Hallweger (Grüne Liste Bergen) verwies auf die Ablehnung des Anbaus durch den Gemeinderat: »Wir haben uns klar geäußert.« Die bauliche Veränderung, die der Antragsteller am Haus vorgenommen habe, sein »eine Nummer zu groß«. Die Vorgehensweise sei »nicht okay«.

Herbert Berger (ÜW) ging in seiner Beurteilung noch ein Stück weiter. Das vom Antragsteller angeschlagene Prozedere sei eine »Provokation für die Verwaltung«. Sabine Babl (Grüne Liste Bergen) erinnerte daran, dass sich der Gemeinderat »wahnsinnig intensiv« mit dem Vorhaben befasst habe. Er habe Baurecht geschaffen und sei dem Bauwerber entgegengekommen.

Der von der Gemeinde abgelehnte Bauantrag kommt nun ins Landratsamt. Die Genehmigungsbehörde erörtert die Angelegenheit – und sie entscheidet dann auch, was letztlich passiert.

Rat befürwortet Pergola ohne Dachüberstand

Für Diskussionen im Gemeinderat sorgte auch ein anderes Vorhaben: der Bau einer Pergola an ein Haus am Tannenweg. In diesem Fall jedoch befürwortete das Gremium das Projekt – und zwar am Ende sogar einstimmig. Ebenso wandert dieser Antrag nun auch ins Landratsamt.

Die Eindeckung des Daches ist mit Glas geplant, ein Überstand nicht vorgesehen – womit die Gestaltung der Pergola nicht den Bestimmungen entspricht, die die Gemeinde ausgegeben hat. Der Bauwerber benötigt eine Befreiung von den Festsetzungen. Vor allem am fehlenden Dachüberstand – 50 Zentimeter waren im Gespräch – schieden sich im Gemeinderat die Geister.

Monika Mitterer (Grüne Liste Bergen) sagte, dass ein Dachüberstand Sinn mache. Im gegenteiligen Fall drohe Wasser auf den Boden zu fallen und ihn zu beschädigen. Hallweger erinnerte daran, dass die Gemeinde in solchen Fällen sehr wohl auch Glas in der Dacheindeckung zulasse. Babl meinte, dass sich in der Praxis ein Dach ohne Überstand durchaus bewähre.

Anton Rechenmacher (CSU) meinte, dass die Pergola »kein geschlossener Baukörper« sei, sondern vielmehr auf Stützen stehe – mit viel Luft dazwischen. Er warnte davor, sich als Gemeinde zu sehr in die persönliche Gestaltungsfreiheit des Bauherrn einzumischen.

Der Gemeinderat beschloss einstimmig, den Bebauungsplan Holzhausen für ein Grundstück an der Holzhausener Straße zu ändern. Wohnhaus wie auch Garage, die auf dieser Fläche geplant sind, liegen nicht innerhalb der festgelegten Grenzen. Weil die Überschreitungen nicht nur geringfügig, sondern deutlich sind, muss der Bebauungsplan geändert werden – und zwar in Abstimmung mit dem Landratsamt.

Haus mit Garage fügt sich in die Umgebung ein

Der Gemeinderat kam dem Bauwerber entgegen und beschloss, das Verfahren einzuleiten. Denn abgesehen von den Überschreitungen der Baugrenzen entspricht die Ausführung den gemeindlichen Vorstellungen. Das Haus mit Garage fügt sich in die umliegende Bebauung ein. Auch dieser Antrag wird dem Landratsamt vorgelegt.

Keine Einwände äußerte der Gemeinderat gegen die Pläne für zwei Doppelhäuser an der Weißachener Straße. Diese beiden Vorhaben benötigen als sogenannte Freisteller keine Genehmigung vom Landratsamt. In solchen Fällen verpflichten sich die Antragsteller, die Festsetzungen, die für ihre Vorhaben maßgeblich sind, einzuhalten. pü