Probleme mit der Hochfelln-Seilbahn nach wie vor ungelöst

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Mitarbeiter der Hochfelln-Seilbahn sind in luftiger Höhe auf den Stützen damit beschäftigt, die Tragseile zu reinigen, zu schleifen und zu fetten.

Bergen – Nach wie vor ungelöst ist das Problem, wie es mit dem Betrieb der Hochfelln-Seilbahn weitergeht. »Wir arbeiten mit Hochdruck an einer Lösung«, sagte Wolfgang Helldobler, Marketingchef der Seilbahn und Leiter der Tourist-Info in Bergen. Seit Mitte Juni gab es aufgrund der extremen Temperaturen Probleme mit dem Schmierstoff, sodass die Bahn ungleichmäßig ruckelte. Sie steht nach wie vor still.


»Wir verwenden temperaturbedingt im Sommer ein anderes Fett als im Winter«, erläutert Betriebsleiter Gunther Brandies. Aufgrund einer EU-Verordnung dürfe der bisher im Sommer verwendete Schmierstoff nicht mehr verwendet werden. Helldobler vermutet, dass möglicherweise der Bleigehalt ein wesentlicher Punkt dabei spielt. In diesem Jahr fiel die Problematik extremer Temperaturen mit einem Routinevorgang vor einigen Monaten zusammen, bei dem die Tragseile alle zwölf Jahre technisch bedingt verzogen werden müssen.

Da der bisherige Hersteller die Rezeptur nicht offengelegt habe, arbeite man zusammen mit Spezialisten an einer Lösung. Die Sicherheit der Fahrgäste habe dabei oberste Priorität. »Wir haben bereits das achte Fett ausprobiert, aber immer noch keine zufriedenstellende Lösung«, sagt Helldobler.

Für die Mitarbeiter bedeutete die Situation in den letzten Wochen eine extreme Arbeitsbelastung. Bei den heißen Temperaturen mussten sie auf den Stützen die Tragseile reinigen, schleifen und fetten. »Die Problematik betrifft vor allem den unteren Bereich der Hochfelln-Seilbahn, weil hier konstruktionsbedingt ein sehr hoher Auflagedruck auf die Tragseilschuhe der Stützmasten einwirkt«, sagt Brandies. Dadurch lasse sich die Situation bei der Suche nach dem passenden Fett auch nicht ohne weiteres auf andere Seilbahnen übertragen. Sogar mit Spezialisten der Zugspitzseilbahn sei man auf der Suche nach Lösungen in Kontakt getreten.

Für Helldobler kommt die schwierige Problematik »zur absoluten Unzeit«. Konzerte zum 50-jährigen Bestehen mussten bereits in den Kurpark verlegt werden. Viele Besucher und Fahrgäste würden mit absolutem Unverständnis reagieren. Nicht zuletzt mache der tägliche Einnahmeausfall während der Hochsaison eine größere vierstellige Summe aus. An Spitzentagen würden mit der Hochfelln-Seilbahn bis zu 1000 Personen befördert.

Aktuell versuche man jetzt, mit einem Ablegen der Seile der Lösung näher zu kommen, erläutert Betriebsleiter Brandies. Helldobler hofft, dass die Seilbahn spätestens Ende Juli oder Anfang August zu den nächsten Veranstaltungen zum 50. Jubiläum der Bergbahn wieder einsatzbereit ist. »Man könnte fast den Eindruck haben, dass sich die Geschichte massiver Probleme nach den Verzögerungen beim Bau und dem Konkurs 1976 im aktuellen Jubiläumsjahr wiederholt.« Trotzdem sei für ihn die Hochfelln-Seilbahn insgesamt gesehen »ein großer Gewinn für die ganze Region«.

eff