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Panisches Klopfen im doppelten Boden: Flüchtlinge in Schleuser-Auto entdeckt

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Das Bild zeigt das Hohlraumversteck im Schleuserfahrzeug. (Foto: Bundespolizei Freilassing)

Bergen – Mehrere Stunden waren drei Iraker, zwei davon minderjährig, in einem nur wenige Zentimeter hohen Hohlraum eingepfercht, der unter einem doppelten Boden eines Schleuserfahrzeugs versteckt war. Als die Grenzpolizisten sie entdeckten, war ihr Gesundheitszustand bedenklich. Sie wurden ärztlich versorgt. Die beiden Schleuser, zwei Bulgaren (57 und 50 Jahre alt), kamen in Haft.

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Am Donnerstagnachmittag haben Beamte der Grenzpolizeiinspektion Piding auf Höhe der Tankrastanlage Hochfelln auf der A8 in Fahrtrichtung München einen Fiat mit bulgarischen Kennzeichen angehalten. Bei der Überprüfung des Kennzeichens schlug der Polizeicomputer Alarm. Der Polizei lagen Erkenntnisse vor, dass der gestoppte Wagen schon einmal für eine Schleusung benutzt wurde, weshalb er zur Fahndung ausgeschrieben wurde.

Die schleusungswilligen Migranten sollen bereits damals in einem Hohlraum transportiert worden sein. Die Beamten fanden den in der Fahndungsausnotierung beschriebenen Hohlraum und versuchten durch Klopfzeichen festzustellen, ob sich darin Personen befinden. Dieser Versuch schlug vorerst fehl. Die beiden Bulgaren mussten den Beamten mit ihrem Fahrzeug zur weiteren Klärung des Sachverhalts zur Dienststelle nach Piding folgen.

Bei der Durchsuchung des Fiat hörten die Fahnder eindeutige Klopfzeichen aus einem zwischen dem Fahrersitz und der Rücksitzbank eingebauten doppelten Boden. Da der Zugang zu dem Versteck nicht sofort zu erkennen war und die Geräusche immer panischer wirkten, öffneten die Polizisten das Versteck gewaltsam und entdeckten darin drei männliche Personen.

Die Grenzpolizei Piding übergab die beiden mutmaßlichen bulgarischen Schleuser, die drei illegal nach Deutschland gebrachten Männer sowie das manipulierte Fahrzeug an die für die grenzpolizeilichen Ermittlungen zuständige Bundespolizeiinspektion Freilassing.

Die Freilassinger Bundespolizisten fanden heraus, dass das von den Bulgaren benutzte Fahrzeug nur wenige Wochen zuvor bei einer Schleusung benutzt worden war. Am 30. August dieses Jahres hatte die Bundespolizei zwei Türken und einen Iraker an einer Behelfsausfahrt auf der Autobahn A8 in der Nähe der Ortschaft Teisendorf festgestellt, welche nach Deutschland eingeschleust wurden.

Bei der Vernehmung gaben die drei an, dass ein Schleuser sie mit einem präparierten Auto nach Deutschland gebracht hatte. Die Personen machten umfangreiche und detaillierte Angaben zu dem Fahrzeug und dem Hohlraum, in welchem sie mehrere Stunden verbringen mussten. Ebenfalls konnten sie den Freilassinger Bundespolizei-Ermittlern das Kennzeichen des Schleusungsfahrzeugs mitteilen. Diese Angaben stimmten mit dem am Donnerstag (20. September) benutzten mutmaßlichen Tatfahrzeug überein.

Schnell konnten die Bundespolizisten die Identität der drei aktuelle Geschleusten klären. Es handelte sich um zwei minderjährige und einen erwachsenen Iraker. Da diese sich aufgrund der mehrstündigen Fahrt in dem engen Versteck in einem bedenklichen Gesundheitszustand befanden, mussten sie vom Bayerischen Roten Kreuz versorgt werden.

Die Bundespolizei Freilassing zeigte die geschleusten Iraker wegen der unerlaubten Einreise nach Deutschland an. Die Bundespolizisten übergaben nach Abschluss der polizeilichen Maßnahmen die beiden Jugendlichen dem Jugendamt beim Landratsamt Berchtesgadener Land und den Erwachsenen an das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge. Ein Richter am Amtsgericht Laufen erließ gegen die beiden bulgarischen mutmaßlichen Schleuser einen Untersuchungshaftbefehl. Die Bundespolizei lieferte die zwei Männer in verschiedene Haftanstalten ein. 

 


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