Gemeinde Bergen gibt 15.000 Euro für die Schützen

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Dieser Jungschütze aus Bergen, der mit einem Lasergewehr auf die Scheiben schießt, muss noch einen alten Zugstand benutzen. Der Bergener Schützenverein will seine Stände auf elektronische Schießstände umbauen und stellte bei der Gemeinde einen Zuschussantrag. Der Gemeinderat sagte 15 000 Euro zu. (Foto: Humm)

Bergen – »Vereine sind sehr wichtig! Sie sind ein Garant für ein lebendiges und funktionierendes gesellschaftliches Dorfleben in einer Gemeinde. Wir sind uns dessen bewusst und unterstützen und fördern unsere Vereine nach unseren finanziellen Möglichkeiten«, betonte Bürgermeister Stefan Schneider (Grüne Liste Bergen) in der jüngsten Sitzung des Gemeinderats.


Auf der Tagesordnung stand der Zuschussantrag der Königlich privilegierten Feuerschützengesellschaft Bergen für den Umbau der veralteten Zugstände in elektronische Schießstände. Der Gemeinderat sprach sich einvernehmlich für den Umbau der neun Luftgewehr- und acht Kleinkaliberstände zu elektronischen Schießständen aus und stellte im Haushalt einen Zuschuss von 15.000 Euro dazu bereit. Zudem wird die Gemeinde nach Aussage des Bürgermeisters und der bereits erfolgten Zustimmung der Räte die Schützengesellschaft bei der Förderung der Zwischenfinanzierung unterstützen.

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Schützenmeister Gerd Zentgraf stellte vor der Abstimmung dem Gemeinderat die geplante Ständemodernisierung mit einer vorläufigen Kostenaufstellung vor. Er erwartet Gesamtausgaben von über 100.000 Euro, an Eigenleistungen rechnet er mit mindestens 10.000 Euro.

Zentgraf sagte, nach neuesten Vorschriften muss eine Trennwand (etwa 10.000 Euro) zwischen Kleinkaliber- und Luftgewehrständen sein. Weiter wird eine Lüftungsanlage bei den Kleinkaliberständen (Kosten um die 20.000 Euro) verlangt wie auch eine klappbare Abschlusswand für rund 15.000 Euro. Die elektronischen Schießstände einschließlich Kugelfang und Beschussblenden kosten 40.000 Euro erwartet. Dazu kommen die Elektroverkabelung und Arbeiten für die neu geforderte LED-Beleuchtung.

Der Schützenmeister erinnerte, dass es den Schießstand heuer seit 50 Jahren gibt. Der Bau sei im Januar 1970 fertig geworden – er sei damals der erste überdachte 50-Meter-Kleinkaliber-Stand in Europa gewesen. Zentgraf nannte den Umbau eine Investition in die Zukunft und in die Jugend, die den Verein einmal weiterführen wird. Nach seinen Worten ist der Bergener Schießstand einer der Letzten im Umkreis, der noch mit Zugständen betrieben wird. Das Alter dieser Stände erschwere zunehmend die Erhaltung.

Weiter meinte er, alle relevanten Schießveranstaltungen des Schützengaus Traunstein fänden mittlerweile auf elektronischen Ständen statt. Bergen habe mit den derzeitigen Zugständen keine Chance, einen Wettkampf auf Gauebene oder gar Meisterschaften auszurichten. Der Umbau auf elektronische Stände mache das Sportschießen im Verein für alle Schützen wieder attraktiver, gerade auch für Jungschützen. Der Verein erwartet dadurch mehr Zulauf vor allem bei der Schützenjugend, die moderner Technik heutzutage deutlich aufgeschlossener gegenüber steht.

Positiv waren die Diskussionsbeiträge der Räte. So erinnerte dritte Bürgermeisterin Katharina Hallweger (Grüne Liste Bergen) daran, dass die Bergner Schützengesellschaft Jahr für Jahr mit Ausnahme von heuer Dorfmeisterschaften im Schießen ausrichteten, die inzwischen zu einem gesellschaftlichen Topereignis herangewachsen sei.

Lorenz Knirsch (CSU) sagte, die Schützen beteiligten sich auch alljährlich am Ferienprogramm und Albert List (SPD) hob heraus, dass auch bei Festen und Veranstaltungen die Schützen immer präsent waren und es auch blieben.

Herbert Berger von der Überparteilichen Wählergruppe Bergen-Bernhaupten-Holzhausen (ÜW/BBH) bemerkte, die Schützen erledigten viel durch Eigenleistungen und trügen wesentlich zur Dorfgemeinschaft bei. OH