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Gemeinde Bergen erhöht Wassergebühren

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Gemeinde Bergen erhöht Wassergebühren
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Die Gemeinde Bergen versorgt die Bürger schon seit Jahr und Tag mit Wasser, das aus der Ägidius-Quelle im Weißachental kommt. Im Quellgebiet steht ein Häuschen (unser Foto). Die Wasserversorgung ist in die Jahre gekommen: Die Gemeinde muss Sanierungen vornehmen – und aus diesem Grund erhöht sie nun die Wassergebühren. (Foto: Pültz)

Bergen – Für das Trinkwasser, das die Gemeinde ins Haus liefert, müssen die Bürger künftig mehr bezahlen. Einstimmig hat der Gemeinderat beschlossen, die Verbrauchsgebühren zum 1. September anzuheben: Ein Kubikmeter kostet künftig nicht mehr 1,17 Euro, sondern 1,41 Euro. Die Erhöhung ist laut Bürgermeister Stefan Schneider (Grüne Liste Bergen) unumgänglich, weil die Gemeinde in den nächsten Jahren insgesamt rund 1,5 Millionen Euro in die Erneuerung ihrer Wasserversorgung steckt.


Auch die Grundgebühr steigt. Erstmals seit 1999 erfolgt wieder eine Anhebung dieser Abgabe, die unabhängig vom Verbrauch zu entrichten ist. Statt bislang 25 Euro pro Jahr sind in der Regel künftig dann 60 Euro zu bezahlen. Für weitere, größere Abnehmer bestehen gesonderte Regelungen.

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Alle vier Jahre stellt die Gemeinde ihre Gebühren auf den Prüfstand. Stets betrachtet sie dann insbesondere die geplanten Ausgaben – und auf dieser Grundlage bestimmt sie die Preise neu. Unterm Strich darf und muss sie per Gesetz alle Investitionen, die sie beabsichtigt, auf die Bürger umlegen. Letztmals hatte die Gemeinde Bergen die Wassergebühren für die Jahre 2016 bis einschließlich 2019 festgelegt. Und damit war sie nun aufgefordert, eine neue Kalkulation zu erstellen und die Preise für die nächsten vier Jahre zu bilden.

Die Vorarbeiten erledigten diesmal die Mitarbeiter im Rathaus. Hatte die Gemeinde vor vier Jahren einen Wirtschaftsprüfer beauftragt, die Neukalkulation vorzunehmen, so vergab sie diesmal keinen Auftrag. Stattdessen erstellten die eigenen Leute im Haus die neue Hochrechnung, die dem Gemeinderat schließlich als Grundlage für seine Entscheidung diente.

Von 2016 bis 2019 deckten sich die Einnahmen und Ausgaben nahezu perfekt. Am Ende ergab sich eine lediglich minimale Abweichung: Die Einnahmen überstiegen die Ausgaben um 27.000 Euro. »Wir haben eine Punktlandung geschafft«, freute sich Bürgermeister Schneider, dass die Rechnung so gut aufgegangen ist.

Die jährlichen Ausgaben, die die Gemeinde im Rahmen der Wasserversorgung zu bestreiten hatte, stiegen in den vergangenen vier Jahren von rund 259.000 Euro (2016) auf 388.000 Euro (2019). Als einen wesentlichen Grund nannte der Bürgermeister, dass die Gemeinde nicht umhingekommen sei, einen dritten Wasserwart einzustellen.

In den kommenden vier Jahren plant sie eine Reihe von Investitionen. Schneider betonte, dass die Wasserversorgung der Gemeinde schon »sehr alt« sei. Bereits seit Mitte des 19. Jahrhunderts nutze sie die Ägidius-Quelle im Weißachental. Das System mit den Leitungen sei in die Jahre gekommen – Sanierungen seien unumgänglich. Schneider: »Wir haben lange nichts gemacht.«

Der Rathauschef erinnerte unter anderem auch daran, dass die Gemeinde noch in diesem Jahr eine Wasserleitung von Stocka nach Enthal baut, die voraussichtlich rund 460 000 Euro kostet. Erst vor Kurzem hatte der Gemeinderat die Planung gebilligt (wir berichteten). Der Bau der Leitung ist im Herbst vorgesehen. Neben dieser Wasserleitung für die Versorgung der Bürger in Enthal plant die Gemeinde laut Schneider dann in den nächsten Jahren eine Reihe weiterer Vorhaben. 2021, 2022 und 2023 stehen seinen Angaben zufolge die Versorgung des Ortsteils Bernhaupten – die geschätzten Kosten betragen 130 000 Euro – und dann vor allem auch der Hochbehälter Sonnleiten auf der Agenda, der Ausgaben in Höhe von voraussichtlich 600 000 Euro erfordert. Außerdem seien auch in einzelnen Straßen Sanierungen der Wasserleitungen in den nächsten Jahren nötig.

Die Verwaltung im Rathaus hatte insbesondere vorgeschlagen, die Verbrauchsgebühr von 1,17 Euro pro Kubikmeter auf 1,49 Euro zu erhöhen. Der Gemeinderat war sich dann aber einig, für 1000 Liter Trinkwasser künftig nur 1,41 Euro zu verlangen und stattdessen die Grundgebühr stärker als von der Verwaltung angedacht zu erhöhen. So meinte Herbert Berger (ÜW), dass eine Anhebung der Verbrauchsgebühr um 32 Cent pro Kubikmeter zu hoch wäre. Stattdessen regte er an, an der zweiten »Stellschraube« zu drehen und die Grundgebühr deutlich anzuheben. Mit seinem Vorschlag stieß Berger im Gremium auf einhellige Zustimmung.

Annemarie Funke (CSU) erwähnte noch etwas anderes: Sie fand es gut, dass die Gemeindeverwaltung die Neukalkulation diesmal nicht außer Haus gegeben, sondern vielmehr selbst erstellt habe.