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Gemeinde beginnt mit Sanierung von »Schlackenhaus«

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Bergen: Gemeinde beginnt mit Sanierung von »Schlackenhaus«
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Die Gemeinde geht nun an eine Sanierung des sogenannten »Schlackenhauses«. Nicht nur die Wohnungen bringt sie auf Vordermann, auch die Außenanlagen erneuert sie. Wie im Umfeld der anderen Gebäude auf dem Gelände der ehemaligen Maxhütte, schafft sie auch am »Schlackenhaus« Gärten. (Foto: Pültz)

Bergen – Ein neues, großes Projekt auf dem Gelände der ehemaligen Maxhütte hat die Gemeinde gestartet: Nach dem Um- und Ausbau des »Kassierhauses« geht sie nun auf einer zweiten Etappe an die Sanierung des »Schlackenhauses«. Sie setzt sich zum Ziel, 19 moderne Wohnungen zu schaffen.


Bürgermeister Stefan Schneider (Grüne Liste Bergen) hat in der jüngsten Sitzung des Gemeinderats mitgeteilt, dass ein Treffen mit Vertretern von Behörden stattgefunden habe – und dass der Baubeginn erfolgt sei.

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Die alten Gebäude, die einst zum Eisenhüttenwerk gehörten – das Unternehmen war von 1562 bis 1932 in Betrieb – sind im Besitz der Gemeinde. Und sie werden von ihr Schritt für Schritt auf Vordermann gebracht. Ihr Ziel lautet, Mietwohnungen anzubieten, die dem heutigen Standard entsprechen.

Im »Kassierhaus« hat sie die Arbeit bereits abgeschlossen, vier Wohnungen sind entstanden. Im »Schlackenhaus« will die Gemeinde 19 Wohnungen schaffen und im »Gelbhaus« – im dritten und letzten Akt der Gebäudesanierungen – schließlich noch einmal elf. Sie geht davon aus, dass in den 34 Wohnungen dann einmal 80 bis 90 Bürger leben werden.

Den Beginn der Sanierungen im und am »Schlackenhaus« nahm der Gemeinderat unter der Leitung des Bürgermeisters nun zum Anlass, sich über einen Teil der Gesamtplanung für das unter Denkmalschutz stehende Ensemble zu informieren: Im Brennpunkt der jüngsten Sitzung standen die Außenanlagen.

Schneider betonte, dass die Gemeinde gerade auch auf die Gestaltung der Flächen an und zwischen den Häusern »sehr viel Wert« lege. An dem Plan habe sie in den vergangenen Jahren »immer wieder gearbeitet« – und sie habe auch die Absicht, an ihm noch weiter zu feilen.

Planer Wolf Steinert erläuterte die einzelnen Maßnahmen, die auf der Liste der Gemeinde stehen. Als Ziel gab er aus, viele kleine Terrassen und Gärten zu schaffen. In der Summe kommen seinen Angaben zufolge insgesamt 35 Anlagen zusammen – mit der Folge, dass dann jede Mietpartei in den insgesamt drei Häusern dann einmal eine Fläche unter freiem Himmel zur eigenen Nutzung erhält.

Schneider betonte, dass die Gemeinde die vier Hütten, die sich auf dem Gelände befinden – und die von Bürgern genutzt werden –, »nicht antasten« werde. »Sie haben Bestandsschutz.«

Nicht nur Hütten, auch Stadel stehen im Umgriff der Häuser. Diese Schuppen, so Schneider, hätten die Bewohner in früheren Zeiten zum Aufbewahren von Holz benutzt – von Brennmaterial für ihre Öfen, die dann Wärme in die Wohnungen brachten. Mit der Inbetriebnahme eines Fernwärmenetzes sei die Einlagerung von Holz zum Heizen nicht mehr erforderlich. Und so sei die Gemeinde nun aufgefordert, sich Gedanken über die künftige Nutzung dieser Schuppen zu machen. Schneider schlug in diesem Zusammenhang vor, einen Ideenwettbewerb zu starten.

Die Planungen in Sachen Außenanlagen stießen im Gemeinderat auf große Zustimmung. So sprach etwa Anton Rechenmacher (CSU) von einem Konzept, das »unheimlich schön« sei. Er freute sich, dass jeder, der eine Wohnung beziehen wird, eine Freifläche erhält. Als notwendig erachtete er – wie zuvor vom Planer aufgezeigt –, Regeln für die Gartennutzungen aufzustellen.

Sabine Babl (Grüne Liste Bergen) blickte auf die Stadel und regte an, zu prüfen, ob dort vielleicht Büros zur gemeinschaftlichen Nutzung geschaffen werden können. Gerade die Corona-Krise zeige, dass moderne Arbeitsformen – insbesondere das Homeoffice – immer mehr im Kommen seien. Schneider meinte, dass er sich so eine Nutzung durchaus vorstellen könne.

Von einem Konzept, das »fast modellhaft« und »sehr durchdacht« sei, sprach Annemarie Funke (CSU). Sie meinte, dass »keine normale städtebauliche Planung« vorliege – und sie führte auch aus, dass sie schon »gespannt auf die Umsetzung« sei.

Zweiter Bürgermeister Josef Gehmacher (CSU) äußerte sich zum Thema Einfriedungen. Er brach eine Lanze dafür, die Gärten möglichst offen zu lassen. Wenn jeder eine Hecke anpflanzt und zweieinhalb Meter hoch wachsen lässt, dann sieht sich Gehmacher, wie er sagte, »in einem Albtraum«. Und so schlug er vor, Regelungen zu erlassen, die bewirken, dass die Gärten nicht blickdicht gestaltet werden können.