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Erkundungsbohrung der Adelholzener Alpenquellen ist »Win-Win-Situation«

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Bergen: Erkundungsbohrung der Adelholzener Alpenquellen ist »eine Win-Win-Situation«
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Blick auf den Hallentrakt der Adelholzener Alpenquellen (Foto: Krammer)

Bergen – Ist mit einer weiteren Wasserentnahme durch die Adelholzener Alpenquelle die Wasserversorgungssicherheit der Gemeinde Bergen in Gefahr? Dies war eine der Fragen, die in der jüngsten Sitzung des Gemeinderats behandelt wurden.


Die Adelholzener Alpenquellen haben bei der Gemeinde eine wasserrechtliche Erlaubnis zur Durchführung einer Erkundungsbohrung im Bereich Pletschach beantragt. Wie Bürgermeister Stefan Schneider erklärte, »möchten die Alpenquellen in erster Linie die Versorgungssicherheit erhöhen und eine Rückfallebene schaffen«.

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Erkundungsbohrung soll Aufschluss geben

Dazu sei zunächst eine Erkundungsbohrung nötig, damit man sicher sagen kann, ob diese Stelle dazu überhaupt geeignet ist. Zudem sollen detaillierte Aufzeichnungen aller Quellen im Einzugsbereich zeigen, ob eine zusätzliche Wasserförderung Einfluss auf die bestehenden Quellen hat.

Die Bohrung soll bis zu einer Tiefe von rund 150 Meter erfolgen und liegt dadurch deutlich tiefer als die gemeindlichen Quellen. Sämtliche Expertenmeinungen gehen derzeit davon aus, dass die geplante Maßnahme keinen Einfluss auf die Leistungsfähigkeit der örtlichen Trinkwasserversorgung habe, hieß es in der Sitzung.

In den Beratungen ergriffen viele Räte das Wort, der Tenor war jedoch stets der Gleiche. Es darf zu keiner Verschlechterung in der Versorgungssicherheit für die eigenen Bürger kommen. Die Kernaufgabe der Wasserversorgung durch die Gemeinde darf dadurch nicht in Gefahr geraten.

Es muss in einer entsprechend langen Testphase genau Buch darüber geführt werden, wie sich die sogenannten Schüttungen der bestehenden Brunnen verhalten, wenn an dieser Stelle Wasser entnommen wird. Der bereits jetzt bestehende Vertrag zur gegenseitigen Notversorgung zwischen der Gemeinde und den Alpenquellen muss den Bürgern von Bergen eine möglichst hohe Rechtssicherheit verschaffen.

Letztlich stimmte das Gremium bei einer Gegenstimme für den Antrag. Bürgermeister Stefan Schneider fasste es so zusammen: »Es entsteht ja letztlich eine Win-Win-Situation. Die Adelholzener Alpenquellen erhalten eine Ausfallreserve und erhöhen ihre Betriebssicherheit und wir als Gemeinde profitieren, weil wir im Falle eines Ausfalls der gemeindlichen Wasserversorgung aus dem Notverbund Trinkwasser durch die Alpenquellen beziehen können.«

Zudem sprach man sich in der Sitzung dafür aus, die Bürger in den Bürgerversammlungen umfassend zu informieren. Dabei sollen auch Experten zu Wort kommen, die fachlich Stellung nehmen sollen.

Bei zwei Bauanträgen gab es für die Antragsteller jeweils grünes Licht. An ein Wohnhaus am Mitterweg darf eine zusätzliche Außentreppe angebracht werden. Darüber hinaus gab das Gremium sein Einvernehmen bezüglich einer Erweiterung eines denkmalgeschützten Gebäudes am Sonnleitenweg.

Zudem wurde bekannt gegeben, dass die Gemeinde einen Radlader zu einem Kaufpreis von 70 805 Euro bei der Firma BayWa kauft. Der jetzige Lader wird in Zahlung gegeben; dies wird beim Kaufpreis bereits berücksichtigt.

Beraten wurde auch über einen Antrag eines Bürgers. Dieser fordert ein Konzept zur Verbesserung der Zufahrtsmöglichkeit des Ortsteils Weißachental. Hier verblieb man soweit, dass die Gemeinde Kontakt zu den Betroffenen im gesamten Bereich aufnimmt und man mit einem gemeinsamen »Runden Tisch« eine Lösung erarbeiten wird.

Stefan Semmelmayr, Geschäftsführer des Chiemgau Tourismus, informierte die Gemeinderäte über aktuelle Themen rund um den Tourismus in der Region. Insgesamt sei man mit der Dachmarke »Chiemgau« sehr erfolgreich und erziele regelmäßig Top-Plätze im deutschlandweiten Vergleich, so Semmelmayr. Auf diesen Erfolgen möchte man sich jedoch nicht ausruhen und das Angebot kontinuierlich ausbauen und verbessern.

Stolz auf das ausgebaute Radwegenetz

Für die Touristiker stehen die Themen »Digitalisierung, Vernetzung, Aktualität und Attraktivität« ganz oben auf der Agenda. Besonders stolz sei man auf das 1400 Kilometer lange Radwegenetz, welches nun einheitlich beschildert ist und als »Premiumregion« in Sachen Fahrradurlaub vermarktet werden darf.

Bürgermeister Stefan Schneider verkündete in der Sitzung außerdem, dass die Feuerwehr Bergen 2021 ihr 150. Gründungsfest mit einer viertägigen Festwoche feiern wird. hob

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