Handy
Bildtext einblenden
Foto: dpa

5G-Bürgerversammlung »besondere Situation« – Diskussion war nicht gewünscht

Bergen – »Es ist eine ganz besondere Situation«, so Bergens Bürgermeister Stefan Schneider bei der Begrüßung zur außerordentlichen Bürgerversammlung zum Thema 5G im Festsaal. 


Der Hintergrund: Es hatte sich die Bürgerinitiative »Lebenswertes Bergen – 5G frei« gegründet, die sich um das Thema 5G-Mobilfunk kümmerte. Ende 2020 gingen über 600 Unterschriften für eine Einberufung einer Bürgerversammlung und mit dem Datum 10. Dezember 2020 der entsprechende Antrag für die Bürgerversammlung in der Gemeinde ein. Rechtlich gesehen hätte diese innerhalb von drei Monaten durchgeführt werden müssen. Doch dann kam Corona, so Schneider. Mittlerweile hat sich die BI aufgelöst, da die Gemeinde keinen Einfluss auf den 5G-Ausbau mehr nehmen kann.

Ihm, so Schneider, fehle nun der Gegenpart in der Versammlung. Und so stellte er die Frage, ob eine Diskussion gewünscht werde oder ob er Informationen über die 5G-Mobilfunktechnik geben solle. Nachdem aus den Reihen der Besucher keine Reaktion kam, gab es folglich anhand einer vorbereiteten Präsentation Informationen vom Bürgermeister über das Thema. Er könne zusichern, dass die Gemeinde bestrebt sei, verantwortlich das Richtige zu machen, sagte Schneider einleitend. Allgemein müsse bei allen Vorhaben immer geschaut werden, welche Einflussmöglichkeiten eine Gemeinde habe.

Es müssten alle Standorte von Mobilfunkmasten gezeigt werden, merkte Schneider an. Die Karte mit den Standorten ist auf der Homepage der Bundesnetzagentur zu finden. In Bergen gibt es fünf Standorte und wie der Bürgermeister ausführte, ist momentan kein weiterer geplant. Die Sendeanlage »Sonnleiten« wird nach den Worten von Schneider ausgebaut. Er habe sich zum Thema 5G viel angehört und verstehe 5G als »Sammelbegriff« der bestehenden Techniken. Auf dem Land kommen laut Schneider die niedrigfrequenten Bereiche zum Tragen. Die hochfrequenten Bereiche würden in Industriegebieten und Sportstadien eingesetzt.

Die individuelle Strahlenbelastung könne jeder durch das eigene Verhalten selbst am besten beeinflussen, meinte der Bürgermeister. Die Strahlenbelastung durch das Handy am Ohr sei deutlich höher, als durch die eingesetzten Sendeanlagen. Auch könne die Belastung entscheidend reduziert werden, wenn man im Innenbereich Festnetzanlagen nutze und dort auf das Handy verzichte. Der Gemeinderat sei sich der Verantwortung bewusst und laufe nicht himmelhoch-jauchzend jeder Technik hinterher, sagte Schneider. Es werde in Bergen der Glasfaserausbau verfolgt, so der Bürgermeister.

Im Anschluss an den Vortrag von Schneider meldeten sich Horst Keßner, Felix Egloff und das damalige Gründungsmitglied der BI, Christine Gröbner. Die Informationen im Internet seien nicht immer sachlich, sagte Keßner. Er habe die Petition nicht unterschrieben, weil er sich im Vorfeld informiert habe und jeder die Nutzung selbst überdenken solle. Dem stimmte auch Egloff zu und meinte weiter, dass die Diskussion um die Masten eine Randdiskussion sei. Christine Gröbner meinte, dass die Gemeinde nur auf die Masten Einfluss nehmen könne und merkte an, dass es wichtig sei, zwischen Nutzung in und außerhalb von Gebäuden zu unterscheiden.

MP