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»Was bleibt?«

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Eines der Bilder mit Spiegelungen von Hildegard Bauer-Lagally. 40 ihrer wichtigsten Werke sind Anfang kommenden Jahres in Traunstein zu sehen. (Foto: Giesen)

Eine Gedächtnisausstellung zum 100. Geburtstag der Malerin Hildegard Bauer-Lagally findet zu Beginn des nächsten Jahres von Montag, 13. Januar bis Mittwoch, 3. Februar, im Kulturforum Klosterkirche statt. Am 10. Januar 2021 hätte die 2018 verstorbene Künstlerin ihren 100. Geburtstag gefeiert.

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Traunsteins Oberbürgermeister Dr. Christian Hümmer ist Schirmherr der Ausstellung, die auch von der Kulturfördervereinigung ARTS unterstützt wird. Hildegard Bauer-Lagally gehörte 1983 zu den ersten Mitgliedern des Kunstvereins Traunstein, an dessen Ausstellungen sie sich regelmäßig bis zu ihrem Tod 2018 beteiligt hat.

Skulpturen vonCarsten Lewerentz

In der Kunstszene im Chiemgau und weit darüber hinaus genießt die Malerin seit Jahrzehnten einen hervorragenden Ruf. Ihre schönen, eigenwilligen Gemälde schmücken öffentliche Gebäude in der Region ebenso wie viele Privathaushalte. Besonderes Merkmal ihrer Bilder sind ornamentale Muster und kunstvolle Spiegelungen. Die Gedächtnisausstellung wird rund 40 ihrer wichtigsten Werke aus 70 Schaffensjahren zeigen. Der bekannte Bildhauer Carsten Lewerentz aus Staudach-Egerndach, seit Jahrzehnten ein Freund der Künstlerin, wird ergänzend einen Teil seiner Skulpturen und Plastiken zeigen. Obwohl Lewerentz gut 40 Jahre jünger ist, scheint er wegen seiner unkonventionellen Arbeiten und eigenständigen Suche nach dem künstlerischen Weg seelenverwandt mit Bauer-Lagally zu sein.

Hildegard Bauer-Lagally hielt sich einen Großteil ihres Lebens im Chiemgau auf. Schon 1930 erwarb ihr Vater den Thomahof direkt am Chiemseeufer in Arlaching bei Seebruck, wo sie seit 1977 lebte und arbeitete, aber auch in den schwierigen Kriegsjahren sich und ihre Kinder durchbrachte. Enge Freundin in der gleichen Situation war zu der Zeit die Schriftstellerin Isabella Nadolny (»Ein Baum wächst übers Dach«). Die Künstlerin studierte in ihrer Jugend an der Kunstakademie in München, bevor sie ihren Mann, Dr. Günter Bauer, heiratete. Mit ihm lebte sie 25 Jahre lang in Düsseldorf, zog drei Kinder auf und unternahm weite Reisen.

Eindrücke aus vielen Reisen prägen

Stark beeinflussten ihre farbenprächtigen Bilder deshalb ausgedehnte Reisen nach Marokko mit seinen wunderbaren Landschaften und der faszinierenden Ornamentik, die überall zu finden ist. Themen ihres umfangreichen, sehr verschiedenartigen Nachlasses sind aber auch das ursprüngliche Spanien, das Rheinland, Südfrankreich und nicht zuletzt die mystische Kultur der Osterinseln, wo sie die riesigen Steinskulpturen, die Vogelmotive und Runen, in Stein gehauen, faszinierten. Bis wenige Wochen vor ihrem Tod war ihre Schaffenskraft bei guter Gesundheit ungebrochen.

Bei großen Einzelausstellungen waren die Bilder von HBL, so ihr Kürzel, in Süd- und Norddeutschland, aber auch in Südfrankreich und Paris zu sehen. Bei der aufwändig angelegten Ausstellung in der Klosterkirche werden Beispiele ihres Schaffens aus den wichtigsten Schaffensperioden zu sehen sein. Auf einer großen Projektionsfläche von fünf mal 2,50 Metern werden in der Apsis Fotos aus ihren wichtigsten Lebensabschnitten gezeigt und das Motto der Ausstellung »Was bleibt?« thematisiert.

Online-Besichtigung

Der Grafiker und Fotograf Alain Roux wird die gesamte Präsentation fotografisch dokumentieren, sodass sie auch online besichtigt werden kann. Außerdem erscheint zeitgleich ein Kata-log.

Die Ausstellung wird von 13. Januar bis 3. Februar täglich von 11 bis 17 Uhr im Kulturforum Klosterkirche zu sehen sein. Falls es eine kleine Vernissage geben kann, hält neben anderen Grußworten die Initiatorin und langjährige Vorsitzende von ARTS einen Einführungsvortrag.

Christiane Giesen

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