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Stimmungsvolle barocke Klänge

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Der begeisterte Schlussapplaus feierte Orchester und Solisten: (von links) Yan Zhang, Andreas Schmidt, Dirigent Matthias Roth, Isabella Unterer und Zoran Curovic. (Foto: Aumiller)

Das klein besetzte Streicherensemble der Bad Reichenhaller Philharmoniker, Matthias Roth am Cembalo und diverse Solisten ließen bei der Philharmonischen Weihnacht sechs innige bis prunkende barocke Werke zur sowohl besinnlichen als auch feierlich-freudigen Einstimmung auf die Weihnachtstage werden.


Das concerto grosso G-Dur op.6 Nr.1 von Georg Friedrich Händel machte den Anfang und gab gleich die rechte Stimmung vor, die sich durch die gesamten Darbietungen zog. Die Streichergruppe spielte bei allen Stücken kammermusikalisch transparent, teils im Wechsel mit feinen solistischen Passagen. Matthias Roth leitete vom Cembalo aus und sorgte für elegantes Continuo-Spiel. Die Form des concerto grosso, hier nur in Streicherbesetzung plus Cembalo, ist ein typisches Beispiel für Händels Instrumentalkunst im Besonderen und ganz allgemein für barocke Stimmführung.

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Im Oboenkonzert d-Moll des venezianischen Komponisten Alessandro Marcello setzte die Oboistin Susann Král einen ersten solistischen Höhepunkt mit leuchtender Tonqualität, feiner Linienführung auf fließendem Atem und virtuoser Geläufigkeit im Prestosatz. Den venezianischen Charme dieser Musik brachten die Musiker schön zum Tragen.

Auf dem Weg zur Vorklassik bewegte sich der Bach-Sohn Johann Christian Bach, auch der Londoner Bach genannt, der auch Einfluss auf Mozart hatte und von diesem besonders geschätzt wurde. In seinem Konzert für Harfe und Streicher G-Dur war die europa- und weltweit gastierende Traunsteiner Harfenistin Silke Aichhorn die rechte Botschafterin für weihnachtliche Engelsmusik. Bei Bach wie auch beim darauffolgenden Harfenkonzert von Antonio Vivaldi D-Dur machte sie bravourös die filigranen Harfenakkorde, Arpeggien und Glissandi zur schwebenden Klangfinesse. Besonders die Adagiosätze, sei es bei Händel, Marcello oder Vivaldi, wurden zu balsamischen musikalischen Streicheleinheiten im gemeinsamen Ausdruck einfühlsamer Schwebung.

Solcherart geriet auch das faszinierende Adagio g- Moll von Tomaso Albinoni, von dem man annimmt, dass es eigentlich von Remo Giazotto vollendet oder gar vollständig kommponiert wurde. Wie auch immer, es ist ein eindrucksvolles Stück, dem die Solovioline von Sophie Ferge noch singende Lichter und Cellist Roman Senicky eindringlich pochende Klangtropfen einbrachten.

Den brillanten Abschluss bildete das zweite Brandenburgische Konzert von Johann Sebastian Bach mit dem die Streicher und das Cembalo überglänzenden Solistenquartett, zusammengesetzt aus den Orchestermusikern Violinistin Yan Zhang, Flötist Andreas Schmidt, Oboistin Isabella Unterer und Trompeter Zoran Curovic. Alle erfreuten mit ihren instrumentalen Künsten im ausgewogenen Miteinander zusammen mit dem übrigen Ensemble in der beeindruckenden Gestaltung der festlichen Klangformen.

Damit waren die musikalischen Weihnachtskerzen voll entzündet und ihre Lichter strahlten mitten in die Gemüter der Zuhörer und hinterließen Freude, frohen Mut und Liebe zur Musik.

Elisabeth Aumiller

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