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Sommermusik in bunter Vielfalt

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Das Jung-Damen-Trio (von links) Regina Brandner, Magdalena Hinz und Verena Meurers-Zeiser wetteiferte mit der glänzenden Umgebung. (Foto: Aumiller)

Die Cellistin Regina Brandner, die Harfenistin Verena Meurers-Zeiser und die Mezzosopranistin Magdalena Hinz gaben dem barocken Glanz der Waginger Kirche St. Martin noch ein zusätzliches Leuchten durch ihre frische Musizierlust.


Endlich konnte wieder vor einer anwesenden Zuhörerschaft musiziert werden, was für jeden Musiker ebenso wie für ein Publikum von essenzieller Bedeutung ist. Das unterstrich auch der Organist und Chorleiter der Pfarrkirche St. Martin, Michael Müller, in seinem einleitenden Grußwort. Die Abstands- und Maskenregeln wurden dabei wie selbstverständlich und ganz reibungslos praktiziert.

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Das Jung-Damen-Trio punktete im gut übereinstimmenden Miteinander und ließ eine gegenseitige Affinität feiner Musikalität spüren. Die stilistisch, vielfarbige Programmpalette spannte sich vom Barock bis zu Richard Strauss, von spanischen Rhythmen zu französischem Lyrismus. Meist kleine, kurze Stücke reihten sich wie kostbare Miniaturen. Ein wenig eigenwillig schien es, dass Magdalena Hinz für den doch fröhlichen Anlass dieser Sommermusik überwiegend elegisch-melancholische Stücke präsentierte. In »Music for a while« und »Didos Klage« von Henry Purcell, in Jules Massenets »Élégie«, Debussys »Nuit d'étoiles« oder Richard Strauss' »Morgen« sollte die Bandbreite der Gefühlswelten von Trauer, Tod und Hoffnung zum Ausdruck kommen, während das »Ständchen« von Brahms Verliebtheit spiegelte.

Flankiert von der Cellistin und der Harfenistin gab Hinz in ihrer eleganten Erscheinung die leuchtende Mitte mit stimmlicher Potenz und musikalischem Gestaltungswillen. Ein Wunsch nach etwas deutlicherer Artikulation blieb leider offen. Die Stimmfarbe klingt nicht eindeutig nach Mezzosopran, auch liegt die klangliche Kraftentfaltung eher im höheren Bereich, aber die Klangqualität der Mitte spricht wohl für die Fachwahl. Die Begegnung mit der musikalischen Sängerin war für die Zuhörerschaft auf jeden Fall ein lohnendes und bereicherndes Konzerterlebnis. Ihre Bewunderer und Fans dürften ihr in Waging ohnehin zu Füßen liegen. Die Instrumentalistinnen zeigten sich ebenso vielseitig und gaben sich rhythmisch schwungvoll, besonders die Harfe mit ihren feinsinnig, differenzierten Arpeggi steuerte »Engelsmusik« bei. Beide Musikerinnen neigten mehr zur lebendig-fröhlichen Seite, etwa in der »Humoresque« von Dvorák, auch in Godefroids »Etude de Concert« oder in den spanischen Rhythmen, denen sich zuletzt auch Hinz mit der flotten Melodie »Guitares et Mandolines« anschloss. Als Zugabe war es ein Muss für die Sängerin, mit Carmens »Habanera« zu glänzen.

Elisabeth Aumiller

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