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»Schnauf nauf«, der verhinderte Wiesn-Hit

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Eine großartige Bühnenshow, außergewöhnliche Klänge und tiefsinnige Botschaften gab es beim Konzert der Band »De Bavarian Immigrants« in der Theater-Strickerei Grabenstätt. (Foto: Müller)

Ihren Auftritt bei der »Somma dahoam am See«-Konzertreihe der Theater-Strickerei mussten »De Bavarian Immigrants« unlängst kurzerhand vom Freigelände in den erweiterten Saal verlegen, doch das tat der guten Stimmung keinen Abbruch.


Ganz bewusst eröffneten die fünf Musiker Heribert Haider (Gesang, Koffer, Waschbrett), Denise Weise (Geige, Trompete, Gesang, Flöte), Stefan Knoll (Gitarre, Ziach, Gesang, Sax), Istvan Galus (Geige, Gitarre) und Simon Ackermann (Streich und Zupfbass) den Konzertabend mit dem Lied »Bläd«, welches »sehr gut zu uns Musikern in diesen schwierigen Corona-Zeiten passt, denn dumm darfst du sein, aber du musst dir zu helfen wissen«, so Haider. Man sei froh, dass das Kulturleben wieder anlaufe und es sei einfach fantastisch, nach monatelanger Pause wieder vor Publikum spielen zu dürfen.

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Von Beginn an mischten die bajuwarischen Bohemiens diverse Stile bunt und fröhlich zusammen und schufen ihre ganz eigene, unverwechselbare Klangwelt mit Melodien vom Feinsten und auf höchstem musikalischen Niveau. Das Ganze wurde garniert mit tiefsinnigen, oft auch gesellschaftskritischen Botschaften. Aber natürlich kam auch der Humor nicht zu kurz. Die Besucher gingen ausgelassen mit, ohne das Hygienekonzept zu missachten. Besonders laut mitgesungen und mitgeklatscht wurde beim neuesten Lied »Schnauf nauf«. Keine Frage, es hätte heuer gute Chancen gehabt, zum Wiesn-Hit gekürt zu werden. Ein Ohrenschmaus war auch das Duett zwischen Sopran und Tenor (Greane Augn) mit Schauspiel und Leidenschaft auf der Bühne – mehr Szene als Lied sowie mit einem Tango untermalt. Abstrus und großartig zugleich war Haiders »Tanzmoves« bei »Frong dadst«, einem Lied über die Schüchternheit des Mannes. Als Zugaben erklatschten sich die Besucher »Autofahrn«, ein Paradestück für den Jodelmeister Haider, und »D’Sun«, ein Lied, das die Herzen berührte.

Aufgewachsen sind die Bavarian Immigrants in Bayern mit allem, was dazugehört: Punk, Experimentelles, Drei- und Fünfgsang, Klassik, Jazz, Schlager, Klezmer, Rock-, Blas- und Volksmusik. Aus diesem Erfahrungsschatz schöpfen sie ihre musikalischen Ideen und gesungen wird natürlich auf boarisch. Sie kennen sich untereinander schon Jahrzehnte, haben auch schon diverse Sachen miteinander gemacht, doch erst vor wenigen Jahren schlossen sie sich zusammen, um die eigenen Lieder so umzusetzen, dass man sie anhören, tanzen, singen oder einfach nur genießen kann. Nach ihrem gelungenen Start im Januar 2019 feierten sie viele umjubelte Auftritte, bis sie heuer, wie fast alle Künstler, von »Corona« ausgebremst wurden. In Grabenstätt konnten sie nun endlich wieder das tun, was sie am liebsten machen.

Markus Müller

Die Staatlichen Kunstsammlungen Dresden feiern den bedeutenden Expressionisten Ernst Barlach (1870 bis 1938) aus Anlass seines 150. Geburtstags mit einer einzigartigen Retrospektive. Für die Ausstellung im Albertinum ist die 1917 geschaffene Holzskulptur »Das frierende Mädchen« erstmals nach 80 Jahren zurück an die Elbe gekehrt, sagt Direktorin Hilke Wagner.

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