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Rausch der Töne - Rausch der Bilder

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Das Konzert »Klingende Landschaften« im Traunsteiner Kunstforum Klosterkirche mit der Harfenistin Silke Aichhorn war ein besonderer musikalischer Genuss. (Foto: Heel)

Auf ein ganz besonderes Konzerterlebnis können die Besucher der Veranstaltung »Klingende Landschaften« im Traunsteiner Kunstforum Klosterkirche zurückblicken.


Zwar ist ein Konzert der Traunsteiner Harfenistin Silke Aichhorn immer ein Hochgenuss, doch an diesem Abend kam noch etwas hinzu: Als optische Untermalung der 14 Stücke (inklusive Zugabe), die sie präsentierte, wurden auf einer großen Leinwand Fotos ihres Bruders Markus 'KUSE' Aichhorn gezeigt. Eindrucksvolle, präzise komponierte Landschaftsaufnahmen vorwiegend aus dem Alpenraum, aus Sardinien, Spanien und sogar der Karibik, die die Schönheit, Kraft und Eleganz ihres Spiels widerspiegelten und so das Publikum noch mehr in den Bann ihrer »Himmlischen Harfenklänge« zog.

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Entstanden waren die Fotos meist in Verbindung mit sportlichen Aktivitäten, für den Fotografenmeister Markus Aichhorn, der seit 25 Jahren Inhaber einer Werbeagentur ist, die ideale Kombination, um Kreativität, Handwerk und Naturnähe zu verbinden. Die Kamera hat er folglich immer dabei, wovon auch regelmäßige Ausstellungen in der Traunsteiner Alten Wache zeugen.

Zum Auftakt erklang der Walzer op. 35 des Harfenisten und Komponisten Kurt Gillmann, gefolgt von der dreisätzigen »Sonata V für Laute« von Silvius L. Weiss, die Silke Aichhorn selbst für Harfe umgearbeitet hat. Ein Bravourstück, das erneut belegte, dass sie gerne nach Stücken sucht, die eigentlich für andere Instrumente komponiert waren. Vital und genau geriet auch ihre Interpretation der von dem Harfenisten Charles Oberthür stammenden Fassung des Kunstlieds »Adelaide«, das bereits zu Beethovens Lebzeiten in über zwanzig verschiedenen Ausgaben erschienen war. Weitere Stücke gingen auf Werke von Komponisten wie John Thomas, Elias Parish-Alvars oder Felix Godefroid zurück, wobei die Musikerin zu jedem Stück ein paar kurzweilige Hintergrundinformationen beisteuerte.

Als Premiere stellte Silke Aichhorn die ungemein lebhafte »Hittite Suite (Hethiter Suite)« des 1969 geborenen türkischen Harfenisten und Komponisten Çagatay Akyol vor und verwies darauf, dass die Harfe bereits vor 3700 Jahren in Anatolien als Musikinstrument verwendet worden sei. Hörgenuss vom Feinsten bot auch »Impromptu-Caprice op. 9«, das Examensstück am Pariser Konservatorium des später vor allem als Dirigent bekannt gewordenen Gabriel Pierné.

Mit »Gottes Zeit ist die allerbeste Zeit BWV 106«, einer der frühesten Kantaten von Johann Sebastian Bach und von Jacques Erdos für Harfe bearbeitet, sowie Robert Maxwells »Harping on a harp« neigte sich das Konzert in der nach Corona-Vorgaben vollbesetzten Klosterkirche dann dem Ende zu. Als Zugabe erklang noch Mozarts mit unwiderstehlichem Schwung gespielter »Türkischer Marsch«.

Fast alle der an diesem Abend vorgestellten Stücke sind auch auf ihrem neuen, 25. Album »Miniaturen 4« enthalten. Denn anstatt nach ihren Corona-bedingten Konzertabsagen untätig das Haus zu hüten, hat Silke Aichhorn in den zurückliegenden Monaten alles zusammengetragen, was ihr interessant erschien, und dann innerhalb weniger Wochen »Miniaturen 4« daraus produziert. In bester Qualität aufgenommen und mit einem ausführlichen Booklet versehen, ist das Album nun überall im Handel oder bei Silke Aichhorn unter www.silkeaichhorn.de/shop erhältlich.

Wolfgang Schweiger

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