Mozart auf mexikanisch, Würstel Amadé und Seiltanz auf einer Violin-Saite

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Auch 2022 wird Rolando Villazón dem großen Meister zusammen mit Los Mariachis Negros ein Geburtstagsständchen singen. (Foto: Screenshot)

Wenn einer sein Publikum mitreißen kann, dann ist es Orlando Villazón – in diesem Fall stellte er voller Begeisterung sein viertes Programm als Intendant der Mozartwoche für das Festival 2022 vor.

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»An Mozarts Geburtstag, dem 27. Januar wird Salzburg und Österreich den großen Komponisten feiern,« blickte Villazón voraus. Mit einer Verneigung vor der Statue des großen Maestro im Trailer und kurzen Ausschnitten aus Konzerten der Künstler begann er die Pressekonferenz in Mozarts Wohnhaus, an der Pressevertreter sowohl in Präsenz als auch online teilnahmen. In einem Bild beschreibt Villazón Mozart als einen Seiltänzer auf einer Violin-Saite, der – auf der Geige seine eigene Musik spielend – in den Lüften Pirouetten dreht bis hinauf zu den Sternen.

»Die Mozartwoche ist der leuchtendste Stern am Himmel der Stiftung Mozarteum,« stimmte Präsident Johannes Honsig-Erlenburg zu, der von einer Post-Covid-Zeit sprach und auf Fragen gemeinsam mit Rolando Villazón etwas zögerliche Informationen zum Budget offenbarte: Die Stiftung finanziere sich durch die Museen, deren Einnahmen jedoch durch die Coronakrise deutlich reduziert seien. Die über 60 Veranstaltungen der Mozartwoche an verschiedenen Aufführungsorten in Salzburg kosten einen Millionenbetrag, der je nach Auslastungsmöglichkeit wegen Corona und Buchungsbereitschaft der Besucher bestmöglich erwirtschaftet werden sollte.

Im Programm legte Villazón besonderen Wert auf die Kompositionen für Streichinstrumente. Werke aus dem Mozartschen Kosmos werden Ausdrucksformen wie Musik, Wort, Theater, Pantomime, Tanz und Puppenspiel vereinen, um seine schillernde Vielfalt auf der Bühne widerzuspiegeln, ebenso wie halbszenische Opernaufführungen, Orchesterkonzerte mit Salzburger und auswärtigen Orchestern, Kammermusik, Mime-Theater, Film und Talk. Außerdem hob Villazón diejenigen Künstler hervor, die zum ersten Mal bei der Mozartwoche dabei sein werden.

Er freue sich auf Meisterklassen ebenso wie auf Konzerte für Kinder und Jugendliche. In gewohnter »Trazom!«-Manier (»trazoM« ist Mozart spiegelverkehrt gelesen) kehre die gefeierte Produktion von »Pùnkitititi!« aus der Mozartwoche 2020 in das Marionettentheater zurück. Im Oval (die Bühne im Europark) gastiere mit »Der kleine Mozart« eine Produktion für die ganze Familie. Kammermusik erklingt im DomQuartier, und in der SZENE verzaubert »Magic Mozart« die Zuhörer, erklärte Villazón.

Anne-Sophie Mutter erstmals dabei

In ihrem Debüt bei der Mozartwoche präsentiert sich Anne-Sophie Mutter dreimal: als Solistin mit den Wiener Philharmonikern, zusammen mit Vladimir Babeshko unter der Leitung von Robin Ticciati, und als einfühlsame Kammermusikerin mit dem Pianisten Lambert Orkis, der Violinistin Ye-Eun Choi, den Bratschisten Hwayoon Lee und Vladimir Babeshko, sowie den Cellisten Maximilian Hornung und Lionel Martin.

Lisa Batiashvili debütiert bei der Mozartwoche in einem Programm mit dem Chamber Orchestra of Europe unter der Leitung von François Leleux. Jordi Savall sowie sein Ensemble Le Concert des Nations präsentieren ihre Lesart von Mozarts musikalischem Vermächtnis, seine letzten drei Symphonien.

Kooperation mit Musikern aus Kolumbien

Die musikalische Kooperation über Grenzen hinweg mit der kolumbianischen Iberacademy Medellín werde fortgesetzt, die jungen Musikerinnen und Musiker geben zum Abschluss ein Kammerkonzert mit Divertimenti und dem »Musikalischen Spaß«. Abgerundet werde das Programm durch Tanzchoreografien zu Mozarts Musik im Rahmen der »Plattform Tanz Salzburg« sowie durch einen ganz besonderen kulinarischen Abend, »Würstel Amadé Mozart« mit dem von Mozart selbst geschätzten Bier im Stiegl-Keller. »Und gemeinsam mit Los Mariachis Negros singen wir natürlich auch in diesem Jahr unserem geliebten Wolfgang Amadé ein Ständchen zu seinem Geburtstag am 27. Januar,« versprach Rolando Villazón, der lösungsorientiert in die Zukunft blickte und für jede Situation einen Plan hat: »Schwierigkeiten gibt es immer bei der Organisation von einem Festival,« sagte er, »aber durch die Krise sind diese noch schwieriger geworden. Doch wir finden die Lösungen.«

Ab 1. Juli werden die Karten verkauft. Das vollständige Programm der Mozartwoche 2022 ist online unter www.mozarteum.at zu finden. Brigitte Janoschka

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