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Mitreißende Musik von »Tango à Trois«

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Der Pianist und Komponist aller Stücke, Peter Ludwig am Klavier, links Arben Spahiu mit Violine und Peter Wöpke am Cello nahmen die begeisterten Zuhörer auf eine musikalische Reise um die Welt mit. (Foto: Giesen)

»Da bekommt man so richtig Fernweh«, sagte eine Besucherin beim Verlassen des Heftersaals in Grassau nach einem überwältigenden musikalischen Erlebnis, das das Publikum auf eine Reise in viele fremde Länder geführt hatte.


Das Trio »Tango à Trois«, organisiert von der Sawallisch Stiftung, gab ein Konzert, das Corona-bedingt in den Heftersaal verlegt wurde, wo immerhin mit den vorgeschriebenen Abständen 100 Besucher Platz finden. Die Nachfrage war groß, denn sogar aus München reisten Fans des beliebten Trios an, das seit dem Lockdown nicht mehr vor Publikum gespielt hatte. Entsprechend groß waren Spielfreude und Elan von Seiten der Musiker, erwartungsvolle Freude auf Seiten der Zuhörer, die keine Minute enttäuscht wurde.

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»Hawai«, »Café Banlieue« in Paris, »Bar Andalou«, Madrid, oder »Kap Verden« lauteten die Titel, die das Trio »Tango à Trois« mit dem Pianisten, Filmemacher und Komponisten aller Stücke, Peter Ludwig, zur Aufführung brachten. Fester Bestandteil des seit den 1980er Jahren bestehenden Trios ist Peter Wöpke am Cello sowie der in Tirana, Albanien, geborenen Arben Spahiu an der Violine, heute stellvertretender Konzertmeister der ersten Violinen im Bayerischen Staatsorchester. Auch der in Berlin geborene Cellist Peter Wöpke war erster Solo-Cellist im Sinfonie-Orchester Leipzig, bevor er an der Bayerischen Staatsoper unter anderem mit dem damaligen Generalmusikdirektor Wolfgang Sawallisch viele Solokonzerte, Sonaten- und Kammermusikabende gab. Heute ist Wöpke international gefragter Solist.

Mit wenigen, oft witzigen, auf den Punkt gebrachten Worten führte der Pianist Peter Ludwig als Moderator durchs Programm. Als »Versuchsanordnung in einem Textzentrum« erschien ihm das streng mit den vorgeschrieben Abständen platzierte Publikum im Saal. In Rosenheim geboren kann Ludwig auf eine lange Laufbahn als Komponist für Bühne und Kabarett zurückblicken. Seit den 1980er Jahren verschrieb er sich ganz der Tangomusik und gründete 1983 das legendäre Ensemble Tango Mortale. Unzählige Engagements im In- und Ausland brachten ihm große Erfolge, denn Ludwig versteht es, die Tangomusik für alle möglichen anderen Stilrichtungen zu öffnen, wie Jazz, französische Salonmusik, Bossa Nova oder Anklänge an den portugiesischen Fado.

Ludwigs Musik erzählt Geschichten, eine Liebesgeschichte zwischen München und Paris, aber auch todtraurige, wie die des französischen Widerstandskämpfers Jean-Pierre Timbaud (1904 bis 1941), der von den Deutschen mit 26 anderen Geiseln als Rache für einen Mord an einem deutschen Offizier in Nantes erschossen wurde. Dieser »Tango Timbaud« erzählt diese Geschichte musikalisch mit einem dramatischen Schluss.

»Lisboa« oder »José« lassen dagegen sehnsuchtsvolle Bilder der fantastischen Stadt an der Algarve vor dem geistigen Auge erstehen. Bei den temperamentvollen Stücken, wo die Saitenfäden der Violine manchmal schon rissen, musste sich so mancher Besucher oft stark beherrschen, um nicht wenigstens mitzuwippen wenn nicht gar aufzuspringen, um zu tanzen.

Trotz der vergleichsweise geringen Zahl der Zuhörer folgte minutenlanger begeisterter Applaus, was diesmal mit drei Zugaben belohnt wurde, darunter der weltberühmte Song »Zirkus«. Erst »Just a dream« vermochte die Zuhörer langsam zum Heimgehen zu bewegen. Christiane Giesen

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