Mit viel G‘fühl durch die Nacht geholfen

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Gut 20 STS-Songs hörten die Fans beim Konzert der Coverband »Auf a Wort« im Hof des Kulturforums Klosterkirche in Traunstein. (Foto: Heel)

1978 von Gert Steinbäcker, Günter Timischl und Schiffkowitz (bürgerlich Helmut Röhrling) gegründet, hat sich steirische Kultband STS bis zu ihrer offiziellen Auflösung im Jahr 2014 eine so riesige wie treue Fangemeinde erspielt und an die 2,5 Millionen Alben verkauft.

Diese Fangemeinde weiter »zu betreuen«, haben sich die sechs Musiker der Chiemgauer Austropop-Coverband »Auf a Wort« vorgenommen und präsentieren schon seit 2008 die Hits und Lieblingssongs von STS, wobei sie beweisen, dass eine Coverband viel mehr sein kann als eine bloße Kopie. Mit abwechslungsreichen Interpretationen – mal unplugged mit Akustik-Gitarren – mal mit kompletter Band, erfreuen sie ihre Fans weit über die Region hinaus.

So wie jetzt im sehr gut besuchten Klosterhof des Kulturforums Traunstein, wo sie etwas schneller, härter und rockiger, als das Original, aber nicht minder gefühlsbetont und harmonisch gut 20 STS-Songs darboten. Entsprechend gut war die Stimmung, so gut sogar, dass es nach der ersten Halbzeit fast niemanden mehr auf den Stühlen hielt und auch eifrig mitgesungen wurde, getragen von Texten, die ans Herz gingen, die Erinnerungen wachriefen und Sehnsüchte weckten. Als Frontmänner agierten dabei Matthias Rasch, Peter Schuster und Christian Huber, die mit ausdrucksstarkem Gesang und fabelhaftem Gitarrenspiel sofort für sich einnahmen, während Bernhard Schmied am Bass und Robert Ertl am Schlagzeug für Rhythmus und Drive sorgten, kompetent ergänzt von Martin Zunhammer am Keyboard.

Von kurzen Ansagen abgesehen, spielte sich die Band dann quer durchs STS-Repertoire, wobei es neben den Klassikern wie »Überdosis G'fühl«, »Kommt die Zeit« oder »Irgendwann bleib i dann dort« auch eher selten gespielte Songs wie »A winziger Funken« oder »I hab di leben g'sehn« zu hören gab, Songs, die sich kritisch mit Themen wie Verantwortungslosigkeit oder verpfuschte Lebensentwürfe beschäftigen. Mit »Da kummt die Sunn« erklang auch die erste der von Schiffkowitz sensibel übersetzten Coverversionen, der noch »Komm«/»Help«, »Immer weiter fort«/»Wasted On The Way« und »Gö, du bleibst heut Nacht bei mir«/»Help Me Make It Through The Night« folgten, wobei die Letztere vom Text her fast besser ist, als die Kristofferson-Fassung. Ein amüsantes Zwischenspiel ergab sich, als die Musiker im Publikum einen Junggesellinnen-Abschied ausmachten und die »Glückliche«, eine junge Dame namens Magdalena, auf die Bühne baten und ein bisschen ausfragten. Als Zugabe spielten sie noch Reinhard Fendrichs »Macho Macho«, bevor es beschwingt hinaus-ging in den netterweise erst jetzt einsetzenden Regen.

Wolfgang Schweiger

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