»Madonna - neu formuliert« oder das ewig Weibliche

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Ein Blick in das Atelierfenster von Carsten Lewerentz in Staudach-Egerndach. (Foto: Giesen)

Unter dem verheißungsvollen Titel »Madonna – neu formuliert« zeigt die »kleinste Galerie Deutschlands«, so heißt das Atelierfenster an der Hauptstraße 31 in Staudach-Egerndach, viele beeindruckende Ausdrucksformen des Weiblichen.

Wie der Künstler Carsten Lewerentz erklärt, steht der Begriff »Madonna« (wörtlich übersetzt: »meine Dame«) in dieser Ausstellung beispielhaft für die Verehrung der Frau von den frühen Hochkulturen bis heute als »Große Mutter« (C.G. Jung), Göttin, Herrscherin, Heilige oder Gebärerin des Sohnes Gottes und Himmelskönigin Maria. Aus der Zeit der Ausbildung von Bildhauer Lewerentz, dem Initiator und Organisator des »Atelierfensters«, stammt die ausgestellte Kopie der gotischen Madonna auf der Mondsichel vom Westerbuchberg, »Faszination und Verehrung des Weiblichen«, wie der Künstler erklärt.

Andere der ausgestellten Arbeiten schuf er erst kürzlich: bildnerische Spurensuche nach neuen plastischen Formgebungen und Formulierungen zum Thema Frau. Lewerentz´ großes Thema »verhüllend und enthüllend« mit Titeln wie » Meine Madonna«, »Namenlose im Paradies«, »Grande Dame«, »Umhüllt« oder »Mädchen und Meer« (oder »Mehr«?) laden den Betrachter ein, ihren Geheimnissen und denen des »ewig Weiblichen« nachzuspüren.

Die meisten Arbeiten stammen von Carsten Lewerentz. Bereichert wird die Ausstellung aber auch von Künstlern vergangener Zeit, zum Beispiel Toni Stadler (1888 bis 1982), Franz Sales Gebhardt Westerbuchberg (1895 bis 1961), Gyorgy Stefula (1908 geboren) sowie einem ausgelegten Blog, einem Beitrag des Museums Angerlehner für zeitgenössische Kunst in Wels, der auf die immerwährende Aktualität der Thematik Frau in der Kunst, Philosophie, Gesellschaft und Religion hinweist.

Lewerentz möchte mit der kleinen Ausstellung zur Weihnachtszeit dem Betrachter die Wertschätzung des weiblichen, Leben spendenden Prinzips nahe bringen, das schon immer und bis heute eine besondere Faszination umgibt.

Die kleine sehenswerte Schau »Madonna – neu formuliert« ist bis zum Dreikönigstag, 6. Januar, 2022 zu sehen. Das Atelierfenster ist in den Abendstunden ab 17 Uhr beleuchtet. Es liegt ein Heft für die gern gesehenen Gedanken dazu und Kommentare der Betrachter aus. Christiane Giesen

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