Letztes Lachen vor dem neuen Teil-Lockdown

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Rix Rottenbiller bereitete den Zuhörern im k1 einen sehr amüsanten Abend. Der Kabarettist schlüpft dabei in verschiedene Rollen und stellt seine Sprachbegabung unter Beweis, indem der Bayer mal sächsisch, mal fränkisch oder wienerisch parliert. (Foto: Mix)

Die letzte Kulturveranstaltung für längere Zeit fand im Saal des Traunreuter k1 vor kleinem Publikum statt. Der Kabarettist Rix Rottenbiller erreichte sein Ziel, »einfach für zwei Stunden allen geistigen Müll draußen zu lassen und Ihnen einen amüsanten Abend zu bieten«.

Die rund 30 Zuhörer gingen danach mit einem Lächeln im Gesicht nach Hause, wenn sie auch ein wenig wehmütig waren wegen der Tatsache, dass sie in den nächsten Wochen nicht wieder ins k1 gehen können. K1-Leiterin Anke Hellmann begrüßte die Gäste, die mit reichlich Abstand im Saal saßen, zu Beginn der Veranstaltung und erklärte in Anbetracht der erneuten Schließung: »Die Nachricht hat uns regelrecht die Schuhe ausgezogen. Wir haben nicht damit gerechnet, schließlich haben wir alle Vorgaben erfüllt.« Sie wünschte allen Besuchern nicht nur einen lustigen Abend, sondern dass sie gesund bleiben und hoffentlich bald wieder ins k1 kommen können.

Der Kabarettist Thomas Rix Rottenbiller begann dann auch sogleich mit seiner Feststellung, dass »de Deppen auf dera Welt« immer mehr würden. Gott sei Dank sei er ja sehr tolerant, was er anhand einiger Geschichten auch ausführlich aufzeigte. Mit seinem Kabarettprogramm mache er seiner Seele Luft, »bevor's mi z'reißt«. Das sei immer noch besser, als beim Psychiater zu landen. Bei so einem war er zwar schon auch mal. Als dieser ihn allerdings bat, »sich in die Horizontale« zu begeben, hat er zuerst nicht verstanden. Erst auf die Aufforderung, sich hinzulegen, lautete sein knapper Kommentar, »warum sogst denn des ned glei«.

Überhaupt mag er englische Begriffe und Fremdwörter in Unterhaltungen gar nicht, aber man ist ja tolerant. Toleranz sei vor allem bei seiner jahrzehntelangen Arbeit als DJ nötig gewesen. Als Beispiel nannte er Hochzeiten und meinte: »Ja spinnst du, wos du do fia a Gschwerl siest.« Bei manchen Vorgesprächen, bei denen übrigens zu 95 Prozent die Bräute federführend waren und der Bräutigam nur stumm nicken durfte, habe er schon im Vorfeld gesehen, dass die Verbindung nicht halten kann.

Besonders hart sei eine Hochzeitsfeier gewesen, bei der die Verwandtschaft des Bräutigams aus trinkfesten Franken bestand und die der Braut aus lauter »Mauerseglern«. Für Rix Rottenbiller sind die Mitbürger aus der ehemaligen »DäDaRä« allesamt Mauersegler. Überaus witzig ist auch seine Beschreibung, wie er nach der Heimfahrt von einer Hochzeit um vier Uhr früh von zwei Polizisten kontrolliert wird, einem erfahrenen bayerischen und einem noch sehr jungen preußischen. Mit dem Jüngeren habe er seine Späßchen gemacht, was allerdings dazu führte, dass er in der kalten Winternacht den Kofferraum mit seinem ganzen DJ-Equipment leerräumen musste, um dem »Jägermeister« Verbandskasten und Warndreieck zeigen zu können.

Im zweiten Teil des Abends widmete sich der Kabarettist unter anderem dem Thema Glück. Er empfinde in völlig unterschiedlichen Momenten Glück, zum Beispiel an einem perfekten Nachmittag bei schönem Wetter im Englischen Garten in München oder wenn sich die Sonne durch die Wolken kämpft und ihm nur für ein paar Minuten ins Gesicht scheint. Glück hat für ihn aber auch andere Aspekte. Wenn er zwei »Superhasen, echt scharfe Geräte« sieht, dann aber ihr Gespräch mit anhören und feststellen muss: »Dene eana IQ is ned höher ois de Mehrwertsteuer.« Dann sei er zumindest in dem Moment glücklich, keine Partnerin zu haben.

Das Publikum quittierte die Darbietungen mit begeistertem Applaus und freute sich auch über die gesungene Zugabe in Form des Lieds »If tomorrow never comes«. Zwei Damen, die Stammgäste im k1 sind, bedauerten sehr die erneute Schließung. Sie hatten sich schon so auf die Lesung mit Michael Lerchenberg zur Weihnachtszeit gefreut und hätten auch noch Karten für diverse andere Veranstaltungen, die jetzt teils schon zum zweiten Mal verschoben werden müssen. Pia Mix

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