Lässig dem Regen getrotzt

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Nicht lange genug für einen ganzen Konzertabend währte die Freude über die Musik von »Pam Pam Ida«: Ein Gewitter beendete das Vergnügen jäh. (Foto: Heel)

Pop auf Bairisch mit der Band »Pam Pam Ida« im Klosterhof des Kulturforums Traunstein


Wer in diesem Sommer auf Open-Air-Veranstaltungen gesetzt hat, dem dürfte langsam der Kragen platzen. Kaum ein Abend ohne Regen und Gewitter, kaum ein Auftritt, dem man nicht mit banger Kontrolle des Regen-Radars entgegenblickt.

So wie jetzt beim Konzert der Band »Pam Pam Ida« im vollbesetzten Klosterhof des Kulturforums Traunstein, als schon am Nachmittag feststand: Es würde etwas kommen, und das nicht wenig. Doch zunächst nieselte es nur, und so konnte das Sextett, an diesem Abend erweitert durch ein drei-köpfiges Streicherensemble (genannt Silberfischorchester), zur Freude der Fans pünktlich loslegen. Und zwar derart mitreißend kraftvoll, dass bald schon Partystimmung herrschte und es die meisten nicht mehr auf den Stühlen hielt.

Wer die sechs Jungs nicht kennen sollte: Sie kommen aus einem Dorf in der Nähe von Eichstätt und werden angeführt von dem Sänger und Komponisten Andreas Eckert. Ihm zur Seite stehen Christian Winkler (Keyboard/Saxophon), Thomas Thumann (Gitarre/Synthesizer), Daniel Randlkofer (Gitarre), Jürgen »Charly« Neumeier (Bass) und Julian Menz (Schlagzeug). Ihren ersten Erfolg hatten sie 2015 mit einem Musikvideo, das der Bayern-3-Moderator Matthias Mattuschik gesehen und die Band daraufhin in seine Sendung eingeladen hatte. Ihr erstes Live-Konzert spielten sie 2017 auf einer Kleinkunstbühne in Ingolstadt. Nach »Optimist« (2017) und »Sauber« (2019) haben sie vergangenes Jahr mit »Frei« ihr drittes Album vorgelegt, instrumental wie stilistisch breit aufgestellt, mit verspielten Arrangements und bairischen Texten, die jeder für sich interpretieren kann.

Entsprechend leicht fiel es Frontmann Andreas Eckert, mit seiner zupackenden, ungemein wandlungsfähigen Stimme das Publikum auf Fahrt zu bringen, mal lässig und ironisch, dann wieder melancholisch und hintergründig. Launige Reden und kabarettistische Einlagen sorgten dafür, dass auch der Spaß dabei nicht zu kurz kam. Jedenfalls bis kurz nach 21 Uhr, als Blitze und Sturmböen dem Vergnügen abrupt ein Ende bereiteten und den Besuchern nichts anderes übrig blieb, als fluchtartig den Klosterhof zu verlassen.

Wolfgang Schweiger

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