HirtenAdvent wird auf 2021 verschoben

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Die Hirtenkinder – hier bei der Aufführung 2018 – hatten ihre Szenen schon fertig geprobt, doch nun muss alles auf nächstes Jahr verschoben werden. (Foto: Mergenthal)

Bis vor kurzem hatte Sepp Radauer mit seinen Mitorganisatoren noch gehofft und gebangt, dass der Salzburger HirtenAdvent stattfinden kann. Doch die Entwicklung der Corona-Pandemie machte den Veranstaltern einen Strich durch die Rechnung: Schweren Herzens haben sie den Salzburger HirtenAdvent nun endgültig abgesagt.

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Lange hatte der Musikalische Leiter der Veranstaltung, Sepp Radauer, gehofft, in Ruhe abwarten zu können, bis sich die Zahlen durch die bisherigen Maßnahmen nach unten bewegen. »Wir hatten ja im Prinzip alles schon geprobt und im Frühjahr eine CD mit fast allen musikalischen Stückln aufgenommen, die heuer erklungen wären«, erklärt er.

Es sollte ein besonders schönes und berührendes Adventsingen werden, das musikalisch durch die schönsten Weisen und Lieder aus der 75-jährigen Geschichte des Adventsingens in Salzburg getragen worden wäre. Dazu sollten eine Rahmenhandlung aus dem Heute und zahlreiche Szenen mit den Hirtenkindern kommen.

Der Musikalische Leiter veränderte die Konzeption mehrmals, um der Corona-Situation gerecht zu werden. »Das heißt: Weniger Bühnenszenen, Reduktion der Technik und so weiter, um wenigstens am dritten Adventswochenende ein schönes Adventsingen bieten zu können.« Am Ende wurde das Konzept auf ein historisch schlichtes Ad­ventsingen mit Lesungen, Musik und Kerzenschein komprimiert, wie es 1946 aus der damaligen Krise entstand. »Durch das Entgegenkommen der Mitwirkenden konnten wir im Gegensatz zu den anderen Salzburger Veranstaltern lange hoffen«, betont Radauer. »Dabei wurde deutlich, dass es bei uns niemandem ums Geld geht, sondern allein um diese schöne, lieb gewordene Tradition des sich miteinander Einstimmens auf Weihnachten.«

Auch die Anstrengungen im organisatorischen Bereich waren erstaunlich: es wurden Corona-Konzepte entwickelt und das Publikum im sogenannten »Schachbrettmuster« umverteilt, sodass nur halb so viele Zuschauer wie sonst Platz fanden und Kartenverkäufe rückabgewickelt werden mussten. Das Team entwarf Publikumsleitsysteme und Strategien für die vollkommene Registrierung des Publikums und die regelmäßigen Testungen der Mitwirkenden.

Als Covid-Beauftragter wurde der bekannte Festspielarzt Dr. Josef Schlömmicher gewonnen. »Aber durch die neue Situation und die darauf basierenden Bestimmungen ist die Organisation am Ende ihrer Möglichkeiten angelangt, und bei uns rechnet gegenwärtig niemand mehr damit, dass nach Ende des Lockdowns am 7. Dezember sofort Veranstaltungen mit zumindest 250 Besuchern möglich sein werden«, bedauert Sepp Radauer.

Auch die Tatsache, dass seit 75 Jahren erstmals kein Adventsingen in Salzburg stattfinden wird, macht ihn betroffen. Neben dem Rückblick auf die Anfangsjahre des Salzburger Adventsingens wäre es dem Team des HirtenAdvents ein großes Anliegen gewesen, den 100. Geburtstag von Wilhelm Keller gebührend zu feiern – mit jenen großartigen Werken, die er in enger Zusammenarbeit mit Tobi und Tobias Reiser geschaffen hat.

Das fertig geprobte Programm soll nun im Dezember 2021 präsentiert werden. Sollte es möglich sein, erwägt Sepp Radauer, mit den Sängern und Musikanten vom Salzburger HirtenAdvent und Bertl Göttl als kleinen Trost am 4. Adventswochenende in der Mattseer Kirche eine kleinere Veranstaltung. Auch sollen kleine Videos mit Sequenzen aus dem Hirten-Advent als Adventsgrüße auf die Homepage www.hirten-advent.at gestellt werden. Ab Anfang Dezember soll auch die CD erhältlich sein.

Wer bereits Karten erworben hat, wird kontaktiert und erhält das Geld zurück erstattet.

Veronika Mergenthal

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