»Gottseidank kommt Weihnachten immer wieder«

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Ein Bild aus noch unbeschwerten Hirtenzeiten, entstanden beim HirtenAdvent 2018. (Foto: Mergenthal)

»Es begab sich...« - unter diesem Motto hätte vergangene Woche die Premiere des »Salzburger HirtenAdvents« in der großen Aula der Universität Salzburg unter Leitung von Sepp Radauer stattgefunden.

Es wäre eine Hommage an den Komponisten Wilhelm Kellner (1920 bis 2008) zu dessen 100. Geburtstag gewesen. Wie so vieles wurde es ein Opfer des österreichischen Lockdowns. »Gottseidank kommt Weihnachten immer wieder, auch wenn heuer bedauerlicher Weise – nun schon zum zweiten Mal hintereinander – auf die liebgewordene Tradition, sich mit Adventsingen auf Weihnachten einzustimmen, verzichtet werden muss«, tröstet sich der musikalische Leiter, Kontrabassist bei der Camerata Salzburg.

»Natürlich sind die vielen Mitwirkenden des Salzburger HirtenAdvents traurig ob der pandemiebedingt erzwungenen Absage. Noch mehr als die zwölf Aufführungen in der Großen Aula vermissen alle Beteiligten die gemeinsame Zeit vor und nach den Veranstaltungen, das gemeinsame Singen und Spielen – schlichtweg die Gemeinschaft.«

Besonders die mehr als zwanzig Hirten, darunter auch immer wieder bayerische Hirtenkinder, hätten sich nun schon zwei Jahre lang auf den HirtenAdvent vorbereitet, und für den einen oder die andere von ihnen wäre es altersbedingt die letzte Hirtensaison gewesen. Trotzdem überwiege die Freude über die gemeinsam verbrachte Zeit. »Denn die Hirten sind bei uns das ganze Jahr über unterwegs und genießen die vielschichtigen Begegnungen im Zeichen der Volksmusik. Ob bei einer Maiandacht oder am Rupertikirtag, ob mit Almliedern, Gstanzln oder Jodlern, es sind ein reichhaltig gefüllter 'Rucksack' und viele Freundschaften für das Leben, die sie mitnehmen dürfen.«

Auch die erwachsenen Mitwirkenden, die Pongauer Bläser, die Sänger des Hirten Advent-Chors, die Damen des Salzburger Dreigesangs und die Männer des Ruperti Viergesangs sowie die Musiker im RadauerEnsemble, freuen sich auf gemeinsame Erlebnisse das Jahr über. In verschiedensten Kirchen kann im April 2022 beim »Salzburger Passionssingen« unter dem Titel »In Paradisum« der gemeinsame Klang genossen werden. Aufführungen sind unter anderem in Salzburg-Kuchl, Erl, Bad Tölz, Seitenstetten, Weißkirchen und St. Gallen geplant. »Und dabei wächst natürlich immer wieder die Vorfreude auf den nächsten HirtenAdvent, der hoffentlich – im dritten Anlauf – dann entsprechend entspannt stattfinden kann«, zeigt sich Radauer optimistisch.

In der Zwischenzeit gebe es noch Hoffnung auf das geplante Hirtensingen unter dem Titel »Da drinnen im Stalle«, das am 8. Jänner im Mozarthaus St. Gilgen gemeinsam gestaltet werden soll. Auf Anregung der heuer verstorbenen Sängerin, Liedvermittlerin und Volksliedwerkvorsitzenden Roswitha Meikl werde dabei dem Umstand Rechnung getragen, dass die Hirten mit ihren fröhlichen Liedern und Weisen streng genommen erst nach Weihnachten zur Krippe unterwegs sind.

Die Hirten bereits beim Adventsingen dabei zu haben, ist wohl das Geheimnis des Erfolgs der Adventsingen nach »Salzburger Art«. Die Freude der Hirten jedenfalls könne die die Pandemie höchstens aufschieben, nicht verhindern, so Radauers Bilanz.

Veronika Mergenthal

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