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Gelungener Auftakt

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Wie gut Musik ohne Verstärker in ein Stadion passt, haben Django3000 zum Auftakt der Konzertreihe F.C. Kultur im Stadion des Sportbunds Chiemgau Traunstein bewiesen. Dort verteilten sich rund 150 Zuhörer auf die Tribüne und Picknickdecken direkt vor der Band – auf die geplanten Liegestühle mussten sie verzichten, um den Rasen zu schonen – und genossen das Livekonzert unter freiem Himmel bei sommerlichen Temperaturen.


Obwohl die Band zwar Erfahrung sowohl mit Unplugged- als auch mit Stadion-Konzerten hat – nur einen Tag nach dem Auftritt in Traunstein eröffnete Django3000 die Reihe »Sommerbühne im Stadion« im Olympiastadion in München – war es auch für die Musiker ein besonderer Abend in Traunstein: Florian R. Starflinger, der Geiger der Band, hat das Konzept für die Reihe F.C. Kultur entwickelt und stellt als Veranstalter weitere Konzerte im Landkreis Traunstein auf die Beine. »Das ist ein aufregendes Wochenende«, sagte er deshalb dem Traunsteiner Tagblatt.

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Der Auftakt der Konzertreihe auf dem Rasen des Jakob-Schaumaier-Stadions war auf jeden Fall gelungen, auch wenn das Publikum sich am Anfang wohl auch erst mit einem Livekonzert unter Corona-Hygieneregeln anfreunden musste. »Normalerweise fangen wir immer mit Musik an, aber normalerweise ist gerade gestrichen«, erklärte Gitarrist Kamil Müller bevor die Band bei »Muro Shavo« mit Geige, Gitarre, Kontrabass und Schlagzeug nicht nur für den gypsy-typischen Klang sorgte, sondern auch textlich auf die Sprache der Roma setzte . Immer wieder erzählte der Gitarrist auch zwischen den Liedern Geschichten zu deren Entstehung, scherzte mit und über seine Bandkollegen und spielte zwischendurch auch mal nur im Duett mit Florian R. Starflinger. Die gute Stimmung übertrug sich schnell auf das Publikum, das trotz der ruhigeren Unplugged-Versionen von der Gypsymusik mitgerissen wurde – soweit das unter den Hygieneregeln eben ging: Bei Liedern wie »Ois wos i doa mog« oder »Wuide & Deife« klatschten und sangen die Zuhörer mit.

Zwar erklärte Florian R. Starflinger auch, dass die Band bei ihren Unplugged-Konzerten »Sitzpublikum« gewohnt sei, spätestens im zweiten Teil legten aber immer mehr Zuhörer ihre Zurückhaltung ab und tanzten zumindest an ihren Plätzen – passend zu Liedern wie »Wuid und laut« oder »Danz ums Feia«, auch »Heidi« durfte da nicht fehlen.

Mit »Gypsy in me« ging das Konzert zu Ende, doch das Publikum wollte die Band nicht ohne Zugaben gehen lassen. Auf »Schwarze Augen« folgte die Ballade »Heimat«, die nicht nur ein wunderbar ruhiges Ende für das Konzert bedeutete, sondern auch noch einmal ein bisschen daran erinnerte, was Ziel dieser Veranstaltungsreihe ist: Die Kultur im Landkreis Traunstein wieder aufleben zu lassen – und damit auch ein Stück Heimat zu erhalten.

Weitere Konzerte der Reihe F.C. Kultur spielen – Beginn ist jeweils um 19 Uhr, Einlass ab 18 Uhr – am Sonntag das »Edeltrio« im Kurpark Reit im Winkl und am Donnerstag, 13. August, die »Guten-A-Band« in Staudach-Egerndach. Einen Tag später präsentiert die Harfenistin Silke Aichhorn beim TSV Stein-St. Georgen eine kabarettistische Lesung mit Musik. Sara Brandhuber spielt am Samstag, 15. August, beim TuS Traunreut und Claudia Koreck gibt am 31. August ein Konzert beim SV Unterwössen. Weitere Informationen, Termine und Tickets gibt es im Internet unter www.fckultur.de.

Jonas Müller

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