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Fraß- und Schatten-Skulpturen im Bild

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Ein reich bebilderter Katalog mit den bisher entstandenen, beinahe 60 Fraß- und Schattenskulpturen des Siegsdorfer Künstlers Walter Angerer der Jüngere ist gerade neu erschienen.


Allein von berühmten Bergsteigern erheben sich rund 20 Skulpturen besonders in Tirol in den Bergsteigermuseen von Reinhold Messner, viele in Firmian auf Schloss Sigmundskron bei Bozen, auf dem Monte Rite, am Ortler in Sulden, aber auch 11 Skulpturen im Museum Haus der Berge in Berchtesgaden.

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Auf den Bergen im Chiemgau ist vor allem der Rauschberg hoch über Ruhpolding reich bestückt mit Angerers Kunstwerken. Hier erhebt sich neben »Adams Hand« in Form einer nach Rom weisenden Hand bzw. Friedenstaube, auch die Stahlskulptur »Der Himmelskletterer« (an den Extremkletterer Alexander Huber erinnernd) und von einer weißen Säule lächelt Papst Benedikt XVI. freundlich herab, der sich gerne als Traunsteiner sieht, wo er bekanntlich das Gymnasium besucht und seine Primiz gefeiert hat.

Der wohl berühmteste, lebende Bergsteiger Reinhold Messner, Freund und Bewunderer von Walter Angerer, kommentierte zusammen mit dem Traunsteiner Bergsteiger, Autor und Schauspieler Willi Schwenkmeier nun das Buch »Angerer der Jüngere – Fraß-Schatten-Skulpturen«, wobei beide ihre Gedanken dazu aufgeschrieben haben. »Originale Kunst kann sehr wohl auf das Wesentliche beschränkt sein und dennoch eine immense Aussagekraft in sich haben. Das trifft auch auf diese Stahl-Skulpturen Angerers des Jüngeren zu, die verlangen, sie nicht nur oberflächlich zu betrachten, sondern sie zu analysieren, also sich mit ihnen zu beschäftigen«, schreibt Willi Schwenkmeier in seiner Einführung. Alle Skulpturen Walter Angerers – sei es König Ludwig II. am Dampfersteg in Prien, sei es die »Schattenmaria« am Wallfahrtsort Maria Eck oder die Schauspielerin Romy Schneider in Schönau am Königssee – wirken je nach Lichteinfall und Standpunkt des Betrachters niemals gleich. Abhängig von Wetter, Wolken und Atmosphäre bewegen sich die Skulpturen gleichsam durch das wechselnde Licht, das auf sie fällt. Wegen ihrer Leichtigkeit und Durchlässigkeit sind diese Skulpturen zudem niemals »aufdringlich«, sodass niemand sich gezwungen fühlen wird, sie überhaupt zu beachten. Der neue 123 Seiten umfassende Bildkatalog in hoher fotografischer Qualität zeigt alle, nämlich knapp 60 Fraß- und Schattenskulpturen Angerers im Chiemgau, Berchtesgadener Land und in Tirol, deren Standort und Bedeutung dazu jeweils kurz beschrieben werden.

Der 1940 in Bad Reichenhall geborene Walter Angerer absolvierte eine Ausbildung in Grafik und lernte mehrere Sprachen in Salzburg, München und Paris. Anschließend war er als Texter, Designer, freischaffender Maler und Bildhauer, zuletzt auch als Komponist tätig. Seine Kunstwerke finden europaweit Beachtung und sind in zahlreichen Museen, neben denen im Chiemgau auch im Buchheim-Museum Bernried, in Salzburg, Wien, Schweden, dem Königspalast Lesotho oder Spanien und Tunesein.

Der Katalog ist im Buchhandel erhältlich.

Christiane Giesen

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