Festliche Konzertgala mit jungen Preisträgern

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Freuten sich über das gelungene Konzert: Chefdirigent Daniel Spaw (von links), Daniel Grenda, Konstantin Starke, Bartholomäus Schlüter, Luise Künzl, Charlotte von Urff, Matilde Navarri und Bezirkstagspräsident Josef Mederer. (Foto: Janoschka)

Bereits das zweite Mal fand das Preisträgerkonzert »Bestnoten hören« des Bezirks Oberbayern während der Corona-Pandemie statt.

Ein freudigeres Jubiläum verkündete Bezirkstagspräsident Josef Mederer: 25 Jahre gebe es das Konzert mit Preisträgern bei »Jugend musiziert« bereits, und das fünfte Mal sei es in der Salzachhalle in Laufen. Mederer freute sich über die Reichenhaller Philharmoniker unter der Leitung ihres neuen Chefdirigenten Daniel Spaw, der hier zum ersten Mal als Spiritus rector für junge Talente fungierte. Es gehe laut Mederer darum, die musikalische Tradition trotz Corona fortzuführen und jungen Menschen die Möglichkeit eines Auftritts mit einem Orchester zu geben.

Mederer kündigte ebenso wie Spaw in seiner Einführung hochbegabte junge Menschen an, die erneut zeigten, dass Kunst und Kultur ein »Lebensmittel – ein Mittel zum Leben« seien. Sie stehen stellvertretend für viele andere Musizierende, die sich ebenfalls qualifiziert haben, so Mederer.

Die Philharmoniker eröffneten das Konzert mit dem ersten Satz aus Joseph Haydns Sinfonie Nr. 60, der Schauspielmusik zu »Il Distratto« (»Der Zerstreute«), einem »Werk mit Witz«, wie der Chefdirigent ankündigte und später augenzwinkernd ergänzte: »Jeder Ton, den Sie hören, ist von Haydn.« Denn im sechsten Satz stimmten die Streicher plötzlich sehr disharmonisch ihre Instrumente – ein absichtlich komponierter, musikalischer Spaß, da sie »distratti« (zerstreut) zu sein schienen und wohl vergessen hatten, ihre Instrumente vorher zu stimmen. Auf diese Weise ließ Haydn die Zerstreutheit eines der Hauptfiguren in der Musik widerspiegeln.

Die folgenden Solistinnen und Solisten aus den Jahrgängen 2002 bis 2005 punkteten alle mit Erfolgen bei Landes- und Bundeswettbewerben von »Jugend musiziert«, mit der Teilnahme an Meisterkursen bei bekannten Professoren, sowie der Mitwirkung bei namhaften Jugendorchestern und boten einen entsprechenden Ohrenschmaus, gepaart mit Begeisterung der Zuhörer für ihr Engagement. Die Philharmoniker begleiteten die solistischen Darbietungen mit Empathie und Wohlwollen.

Konstantin Starke interpretierte das Allegro aus dem Konzert Nr. 1 in f-Moll für Klarinette von Carl Maria von Weber mit delikater Anblastechnik, langem Atem und virtuosen Läufen.

Bartholomäus Schlüter setzte den Reigen mit dem zweiten Satz aus Carl Maria Webers zweitem Klarinettenkonzert in Es-Dur fort und ging in dieser Romanze spannungsaufbauend und einfühlsam mit dem musikalischen Wert der Pausen um. Hochvirtuos wurde es mit Antonio Vivaldis Concerto für Querflöte »Il Gardellino« mit Matilde Navarri. Brillant in den Ecksätzen mit dem typischen Vogelgezwitscher im ersten Satz, hob sich der ruhige zweite Satz in Triosonaten-Manier mit Daniel Spaw am Flügel und Barbara Eger am Violoncello als Basso continuo kontrastreich ab.

Im ersten Satz von Tomaso Albinonis Konzert Nr. 3 in B-Dur bestach Daniel Grenda mit einem strahlenden Trompetenklang und differenzierte die Wiederholungen durch eine dynamisch zurückhaltende Echowirkung. Mit ausgeprägter Körpersprache unterstrich Charlotte von Urff ihre Gestaltung des ersten Satzes im Oboenkonzert Nr. 1 in d-Moll von Ludwig August Lebrun und brachte die musikalische Aussage mit Virtuosität und kreativ-empfindsamer Technik zum Ausdruck. Zum Schluss des anregenden Konzerts überzeugte Luise Künzl mit dem 3. Satz des Klavierkonzerts Nr. 21 in C-Dur von Wolfgang Amadeus Mozart mit einer frappanten Fingerfertigkeit.

Zum hochverdienten Schlussapplaus durften alle Solistinnen und Solisten noch einmal nach vorne kommen. Brigitte Janoschka

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