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Erfolgreiches Literaturfestival »Leseglück«

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Gerald Huber und Maria Reiter bei der letzten »Leseglück«-Veranstaltung im Kloster Seeon »Hubers Bairische Wortkunde«.

Erfolgreiche Premiere für das erste regionale Literaturfest »Leseglück – Grenzenlos Literatur«!


»Wir sind sehr zufrieden und stellen fest: im Chiemgau gibt es viele Leseratten und Literaturbegeisterte«, so Johanna Binder vom Kultur- und Bildungszentrum Kloster Seeon und Anke Hellmann, Leiterin des k1, Kultur- und Veranstaltungszentrum der Stadt Traunreut, als Initiatorinnen des Literaturfests. »Wir werden das ‚Leseglück‘ im nächsten Jahr auf jeden Fall fortsetzen.«

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Zehn Kulturveranstalter hatten im Chiemgau ein gemeinsames Festivalprogramm auf die Beine gestellt, das vier Wochen lang in 30 Veranstaltungen eine Vielfalt an literarischen Highlights mit prominenten Gästen bot. In Seeon, Traunstein, Traunreut, Trostberg, Amerang, Grabenstätt und Stein gab es Literatur zum Erleben, Staunen und Zuhören. »Die meisten Veranstaltungen waren sehr gut besucht oder gleich ausverkauft«, so Binder.

Ein Erfolgsgeheimnis des Festivals ist sicherlich die Nähe zu den Autoren und Künstlern. Sie nahmen sich Zeit für Gespräche mit den Besuchern nach der Lesung. Ganz nah waren die Besucher auch einem »Tatort«-Kommissar: Miroslav Nemec erwies sich bei der Auftaktveranstaltung »Miroslav Jugoslav – der Nemec hinter dem Batic« im k1 in Traunreut als gewitzter Entertainer. Tom Hillenbrand etwa gab den Gästen nach seiner Lesung aus seinem Erfolgskrimi »Tödliche Oliven« in Kloster Seeon noch persönliche Tipps für das richtige Olivenöl.

Auch an anderen Spielstätten des Literaturfestivals sorgten Stars und heimische Autoren für Begeisterung und ausverkaufte Säle. Bei der Lesung von Topautor Ferdinand von Schirach in Stein hätten weitaus mehr Tickets verkauft werden können. Die Steiner Literaturwoche der Schule Schloss Stein konnte einen positiven Zuwachs an Besucherzahlen vermerken, was die Schulleitung vor allem auf das gemeinsame Leseglück-Marketing zurück-führt. In Traunstein verstand es u. a. Schauspieler Stefan Hunstein im gut gefüllten Kulturforum Klosterkirche, Hochliterarisches nahbar zu vermitteln.

Das zweite Erfolgsgeheimnis lautet: Die Mischung macht’s! Ein Beweis dafür war »Der Abend der Sinne« in der Camba Bavaria in Seeon. Schauspielerin und Bühnenbildnerin Verena von Kerssenbrock leitete eine Lesung mit Kulinarik, Musik und Gesang. Die Mischung aus Literatur, Genuss und Musik kam an – die Veranstaltung war ebenfalls ausverkauft.

»Hubers Bairische Wortkunde« zum Abschluss

In Kloster Seeon bildete »Hubers Bairische Wortkunde« den Abschluss des Festivals. Das Klosterstüberl war voll besetzt, und die launige Lesung des Historikers, Sprachforschers und Bayern-2-Moderators Gerald Huber war Unterhaltung vom Feinsten. Musikalisch begleitet wurde er von der virtuosen Akkordeonistin Maria Reiter.

Hubers aufschlussreiche Ausführungen, woher unsere Wörter kommen (»von den Römern!«), ließ so manchen alteingesessenen Oberbayern erstaunt aufhorchen. Hubers Vortrag glich einer humorvollen, streckenweise sogar schreiend komischen »Bairischstunde«, gewürzt mit fundiertem Fachwissen zu Grammatik und Sprachgeschichte. Hubers und Reiters gesangliche Duette, die dem Publikum mit wohlartikulierter bayerisch-österreichischer Sprachakrobatik mehr als einmal Lachtränen in die Augen trieben.

Ob nun die Sprache selbst, das Lesen als Tätigkeit oder thematische Schwerpunkte oder die Kombination mit Musik und Kulinarik im Vordergrund standen – jede »Leseglück«-Veranstaltung trug zu dem bei, was sich die Mitveranstalter auf die Fahnen geschrieben hatten: »Grenzenlos« sollte die Vielfalt sein, die wir in der Beschäftigung mit Literatur erfahren dürfen, und jeder sollte einen eigenen Zugang dazu finden können. So wird es im nächsten Jahr das Leseglück also wieder geben – auf das Programm darf man gespannt sein. fb

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