Ein beeindruckender Klavierabend als Neustart

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Der Pianist Christian Bauschke während des Konzerts. (Foto: Konnert)

Mit einem Klavierabend des Salzburger Pianisten Christian Bauschke nahm der Teisendorfer Kulturverein nach längerer Unterbrechung wegen Corona die beliebten Musikabende in der Schulaula wieder auf.

Unter strenger Einhaltung der 3G-Regeln lauschte diesmal ein vergleichsweise kleiner Kreis von Liebhabern der klassischen Klaviermusik den virtuosen Klängen des hier nicht unbekannten Pianisten. Christian Bauschke ist selbst Mitglied im Teisendorfer Kulturverein. Der Marktgemeinde ist der in Salzburg lebende Künstler aus seiner Zeit als Musiklehrer an der Teisendorfer Musikschule in den 1980ern eng verbunden.

Danach gastierte er über die Jahrzehnte hinweg immer wieder in Teisendorf mit den verschiedensten Besetzungen. Zweimal schon stellte er in Soloabenden historische Tasteninstrumente vor. Deshalb sprach Bauschke in seiner Begrüßung auch von einem »Heimspiel«, auf das es sich besonders freue.

Der Pianist hatte ein abwechslungsreiches Programm im Gepäck mit Werken bekannter Künstler der Klassik und Romantik wie Carl Philipp Emmanuel Bach, Joseph Haydn, Robert Schumann und Franz Schubert, aber auch zweier weniger bekannter Salzburger Künstler, nämlich Michael Haydn und Joseph Wölfl. Die einführenden Worte des Künstlers zu den einzelnen Stücken erleichterten dem Publikum das Verständnis der Musik und des Zeitgeistes, in dem diese Werke entstanden sind.

Der berühmteste der Bach-Söhne, Carl Phillip Emmanuel, mit dessen Fantasie in C-Dur das Programm begann, lebte in der Umbruchzeit zwischen Barock und Klassik, einer Zeit des Sturm und Drangs, die man auch in seinen Fantasien spürt. Das Stück überrascht mit schnellen Läufen, die plötzlich abbrechen und Passagen, die ruhiger und getragener wirken, um dann wieder abgerissen und aufgewühlt zu werden. Diese Zerrissenheit zu vermitteln war Bauschkes Intention und ist ihm durch sein sauberes technisches Spiel auch hervorragend gelungen.

Die beiden Haydn-Brüder, der weniger bekannte Michael, der fast sein ganzes Leben in Salzburg gelebt und vor allem als Kirchenmusiker bekannt war, und Joseph, der in London zu großem Ruhm gekommen ist, waren mit den Klavierstücken Es-Dur (Michael Haydn) und der Sonate in B-Dur (Joseph Haydn) vertreten. Bauschke spielte beide ohne Pause nacheinander, womit eine gewisse Ähnlichkeit in den Werken spürbar wurde. Die zu den frühen Klavierwerken Joseph Haydns gehörende B-Dur-Sonate, von ihm auch als Divertimento oder Unterhaltung bezeichnet, ist ein spieltechnisch einfacheres Werk, das vor allem im Largo des zweiten Satzes in die Tiefe geht. Dies durch sein ausdrucksstarkes Spiel darzustellen ist Bauschke hervorragend gelungen.

Im zweiten Teil des Abends standen dann mit der Arabeske von Robert Schumann und dem zweiten Klavierstücke des dreiteiligen opus Es-Dur D 946 von Franz Schubert zwei Höhepunkte der romantischen und lyrischen Klaviermusik auf dem Programm. Die wiederkehrenden melodischen Teile werden in beiden Stücken von dunkleren, teils aufwühlenden Zwischenteilen unterbrochen und kontrastiert. Durch seinen Vortrag hat Bauschke dieses Wechselspiel seelischer Stimmungen seht gut ausgedrückt und durch hohe technische Fertigkeit beeindruckt.

Josef Wölfls Werk, so Bauschke, sei leider größtenteils in Vergessenheit geraten, werde aber jetzt langsam wiederentdeckt. Der hochtalentierte Salzburger Komponist, geboren 1773 in Salzburg, gestorben 1812 in London, sei auch ein brillanter Klavierspieler gewesen, der sich sogar mit Beethoven auf Augenhöhe musikalisch duelliert habe. In der von Bauschke vorgetragenen Sonate in a-Moll klingt der Einfluss Beethovens zeitweise deutlich mit. Die anspruchsvollen schnellen Figuren und Läufe vor allem im dritten Satz, dem Presto, meisterte der Pianist bravourös, dank seiner exzellenten spielerischen Technik und Fingergelenkigkeit.

Was wäre ein Klavierabend eines Salzburger Pianisten ohne den Salzburger Komponisten schlechthin? Und so beendete Bauschke sein Programm mit einem Klavierstück von Wolfgang Amadeus Mozart, das in seiner ergreifenden Schlichtheit, meisterlich vorgetragen von einem großartigen Pianisten, den würdigen Abschluss des beeindruckenden Klavierabends bildete.

Dieser soll, so zumindest die Pläne des Vereinsvorstands, nur der Anfang für einen Neustart gewesen sein, den man noch in diesem Jahr mit einem zweiten Konzert, diesmal mit moderner Blues-Musik fortsetzen möchte. Für das kommende Jahr, so Bernhard Glück, nimmt der Vorstand gerne Vorschläge und Anregungen entgegen.

Monika Konnert

Der kanadische Pianist Bruce Liu ist Sieger des 18. Internationalen Chopin-Klavierwettbewerbs. Die Jury gab nach langer Beratung in der Warschauer Nationalphilharmonie ihre Entscheidung für den 24-Jährigen bekannt. Der 1997 in Paris geborene Pianist ist Absolvent des Konservatoriums Montreal.

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