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»Bestnoten hören« mit Reichenhaller Philharmonikern und jungen Solisten

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Geigerin Julia Schuster zeigte viel Einfühlungsvermögen bei ihrer Interpretation. (Foto: Janoschka)

Zum 24. Mal fand das Konzert des Bezirks Oberbayern mit ausgewählten Preisträgern von »Jugend musiziert« in Zusammenarbeit mit den Bad Reichenhaller Philharmonikern statt, heuer zum vierten Mal in der Salzachhalle.


Der Gruß und das Willkommen von Bezirkstagspräsident Josef Mederer galt besonders den vier jungen Menschen, die mit Solokonzerten auf Klavier und Geige, aber auch als Sänger glänzten. Mederer ließ die Entscheidungsfindung angesichts der organisatorischen Herausforderungen durch Corona Revue passieren, da ja der Wettbewerb deshalb ausgefallen war. Der Bezirk Oberbayern wolle ein Zeichen für die Kunst setzen und den hochbegabten, jungen Menschen die Möglichkeit geben, mit einem hochprofessionellen Orchester aufzutreten, erklärte Mederer und würdigte den hohen Einsatz der Philharmoniker unter der Leitung von Generalmusikdirektor Christian Simonis für die Jugend. Er wolle die Kultur in die Regionen bringen. Die Leiterin der Big Band des Rottmayr-Gymnasiums Laufen, Katja Ehrhard, hat mit ihrem Ensemble das Auftragswerk des Bezirks Oberbayern, komponiert von Theresa Zaremba, einstudiert.

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Leider musste Johannes Huber aus Gräfelfing wegen eines Coronafalls an seiner Schule sein Mitwirken am diesjährigen Konzert absagen. Freundlicherweise hat sich Philip Huber aus Traunstein zwei Tage vor dem Konzerttermin bereit erklärt, den ersten Satz aus dem Klavierkonzert Nr. 3, c-Moll, op. 37 von Ludwig van Beethoven (1770 bis 1827) zu spielen. Er bestritt damit den Auftakt des Konzertabends und zeigte perfektes Können am Flügel. Die Liste seiner Preise ist lang. Auch sein Mitwirken beim Mozart-Kinderorchester oder im Chiemgau Jugendsymphonieorchester mit Cello oder Klavier lässt aufhorchen.

Angesichts dessen war seine reife Leistung bei diesem Konzert fast nicht mehr verwunderlich. Dennoch: Der brillant-glasklare Anschlag des 17-Jährigen, sein gekonnt-empathisches Dialogisieren und Zusammenspiel mit dem Orchester erstaunte und gipfelte in einer imposant-virtuosen Kadenz von beachtlicher Länge mit einer eleganten Hinführung zum Schlussthema, bevor der Satz mit der Anfangsmelodie mit viel gefühlvollem Ausdruck zu Ende ging.

Auch die erst 14-jährige Riona Abe zeigte mit dem ersten Satz aus Joseph Haydns (1732 bis 1809) Klavierkonzert in D-Dur erstaunliches Können am Klavier, das auch ihr durch etliche Preise bereits attestiert wurde. Ein strahlend-bewegter Anschlag, virtuose Technik, energisch-perfektes Gestalten der Phrasierungen, perlende Läufe – mit all dem zauberte sie ein Lächeln auf das Gesicht des einfühlsamen Dirigenten Christian Simonis, der mit klaren Gesten alle Jugendlichen – wie auch das verkleinerte Orchester – sicher und liebevoll durch alle musikalischen Herausforderungen führte.

Mit dem ersten Satz aus dem Violinkonzert in G-Dur von Joseph Haydn zeigte die 16-jährige Julia Schuster aus Surberg, die Orchester- und Meisterkurserfahrung sowie etliche Preise bei »Jugend musiziert« vorweisen kann, ihre fortgeschrittenen Fertigkeiten auf ihrem Instrument, das sie manchmal zart singend, manchmal energisch erklingen ließ. Mit sauber intonierten Doppelgriffen in der Kadenz und einem tragenden Violinklang erfreute sie die Zuhörer und den Dirigenten gleichermaßen.

Der Bariton Luis Weidlich, 18 Jahre alt, hat im Sommer sein Abitur in Freising abgelegt und wirkt bereits als Solist bei Orchestermessen und in Opern mit. Mit geschmeidig-kraftvoller und tragfähiger Stimme, weichem Legato, einer guten Aussprache und einer gehörigen Portion Ausstrahlung sang er die Arie »Heiterkeit und Fröhlichkeit« aus »Der Wildschütz« von Albert Lortzing (1801 bis 1851).

Zum Abschluss folgte die kammermusikalische Fassung des »Arrangement Medley« von Theresa Zaremba. Dieses Medley zauberte mit »Sing, sing, sing« von Louis Prima, mit »Sir Duke« von Stevie Wonder und mit dem Traditional »Oh when the Saints« eine unterhaltsame Stimmung in den Saal. Die Melodien waren ja fast Ohrwürmer und der Rhythmus mitreißend. Die Mitglieder der Rottmayr-Big Band und die Philharmoniker verschmolzen zu einer Einheit, wobei die beiden Streichinstrumente schlicht zu Gitarren umfunktioniert wurden. Karin Nagel-Ulsamer glänzte mit Klarinettensoli, die Schüler zeigten sich von ihrer besten Seite und brachten einen tollen Sound zu Gehör.

Alle Mitwirkenden erhielten viel Applaus und Christian Simonis würdigte noch einmal jeden Solisten. Er selbst erhielt für sein letztes Konzert in dieser Verantwortung ein Buchgeschenk und Bio-Honig von Präsident Mederer.

Brigitte Janoschka

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