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Ein genialer Gitarrist und zwei famose Mitstreiter: Manuel Randi (Mitte) war mit seinem Trio (Mario Punzi am Schlagzeug und Marco Stagni am Kontrabass) zu Gast in der Traunsteiner Kulturfabrik NUTS. (Foto: Bianca Zandner)

Aufregender Musik-Trip mit dem Randi Trio

Manuel Randi und seine Gitarren, Marco Stagni am Kontrabass und Mario Punzi als Cajon-Trommler, Schlagzeuger und auch als Gitarrist: Wann bekommt man schon einen derart aufregenden Musik-Trip zu hören?

Das Publikum in der vollbesetzten Traunsteiner Kulturfabrik NUTS war hingerissen und fasziniert zugleich, alles in ungemein lockerer Stimmung, fast möchte man sagen in typisch italienischer Atmosphäre. Es war der Abschluss einer mehrwöchigen Tournee, unmittelbar danach ging es für die drei Musiker nach Hause in Meran und Bozen, Marco Stagni musste am Tag darauf nach Sardinien, aber das hielt sie nicht davon ab, rund zweieinhalb Stunden lang ihr Bestes zu geben.

Manuel Randi kennen wir ja auch als Gitarrist im »Herbert Pixner Projekt«, von »Akkordeon-Herbert«, wie er lachend das ausgedrückt hat: Nach der Pause gab es zwei Solo-Stücke von ihm, es war schier unfassbar, was man alles einer Gitarre entlocken und aus ihr herausholen kann. Und Randis Motto lautet »Einmal Flamenco, immer Flamenco!«

Das Stück »Maila« zum Beispiel ist seiner Tochter gewidmet, wobei laut Randi der Flamenco auch traurige Inhalte haben kann, ebenso wie der Blues. Danach erzeugte Trommeln eine rhythmische Stimmung und man konnte nur noch staunen, als wieder jazziger Flamenco von Django Reinhardt folgte, »One for Matelot« mit Drums und E-Gitarre, eine langsame und fast schwebende Ballade mit Bass-Läufen, ein Bossanova, und wieder ein Tango aus einer argentinischen Kneipe.

Und dann hörte das Publikum »Passacaglia« in Anlehnung an Johann Sebastian Bach, plötzlich ungemein schmissig und fast schon rockig, Sololäufe auf der Gitarre und dennoch alles ins Stück eingebunden, mit Bass und Cajon, rein ins Thema, ins Tempo, in alles: Aufregender kann moderne Musik kaum sein, auch weil urplötzlich Pink Floyd mit hereinspielt: »We don´t need no education«! Dann als Zugabe »Djanga sai« mit einem irrwitzigen Schlagzeugsolo, zuletzt »Geamparalele Lui Haidim«, was immer das auch heißen mag, kurz vor 23 Uhr war dann definitiv Schluss, auch wenn es den Zuhörern schwerfiel, das Trio quasi zu »entlassen«.

Alles hatte mit italienischer und spanischer Musik begonnen, von Anfang an mal lebhaft und dann wieder etwas ruhiger, schließlich ein erster absoluter Höhepunkt: »Gatto nero«, die Geschichte des Rumba, erst wild und heftig, dann etwas ruhiger mit Cajon-Getrommel vom Feinsten. Ein geniales Stück folgte dem anderen, und schließlich »Toscana«, gewidmet einem »Land, das wir alle lieben«, so Manuel Randi. Eine wunderschöne Melodie, die drei Musiker hatten jeden Spaß miteinander, ihre Spielfreude ließ alles zu einem Hörerlebnis ohnegleichen anwachsen. Danach gab es als letztes Stück vor der Pause »Caffé Turco«, ungemein flott mit unglaublichen Gitarrenläufen, alles sich steigernd bis zum Wahnsinn, um es mal salopp auszudrücken. Da zeigte sich, was alles in Randis Gitarrenspiel stecken kann.

Manuel Randi ist mit Sicherheit ein genialer Gitarrist und dennoch ist er auf der Bühne ein Teil seines Trios. Ebenso locker und liebenswert ist er bei persönlichen Gesprächen, er ist keiner, der sich vehement nach vorne drängt. Er spielt liebend gerne im NUTS mit seiner heimeligen Atmosphäre, nächstes Jahr will er wiederkommen, wann steht noch nicht fest, aber man kann sich sicher sein, dass viele Zuhörer darauf nur warten. Phantastisch! WS

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