weather-image
20°

Zum Sprachkurs nach Ruhpolding

0.0
0.0
Bildtext einblenden
Ihre Deutschkenntnisse verbessern derzeit 61 Jugendliche aus 19 Nationen auf dem Labenbachhof. Unter ihnen sind Marina aus Turin (von links), Anna Sofia aus Mallorca, Valentine aus Luxemburg sowie Daria und Sergey aus Russland. (Foto: Giesen)

Ruhpolding. »Ich liebe das Essen – bayerische Brezen, Semmeln und Weißwürste«, sagt Marina aus Turin. Sogar Schweinsbraten mögen Daria aus Moskau und Sergey, ebenfalls aus Russland, die heuer am dreiwöchigen Sprachkurs des Goethe-Instituts auf dem Labenbachhof in Ruhpolding teilnehmen.


Wie Valentine aus Luxemburg, die bereits gut deutsch spricht, möchten alle ihre Deutschkenntnisse verbessern und vielleicht sogar hier einmal studieren und arbeiten. Zum dritten Mal findet heuer ein Kurs des Goethe-Instituts auf dem Labenbachhof statt, erzählt Kursleiter Gordon Thiel.

Anzeige

61 Jugendliche aus 19 Nationen sind mit dabei. Sie sind zwischen 12 und 15 Jahre alt und kommen unter anderem aus China, Mexiko, Hongkong, Russland, der Ukraine und den USA. Viele von ihnen sind zum ersten Mal in Deutschland. Nicht nur die deutsche Sprache, die jeden Vormittag und zweimal nachmittags im Projektunterricht gelehrt wird, steht auf dem Programm, sondern auch deutsche und bayerische Kultur und Landeskunde.

Ihrem Sprachniveau entsprechend sind die Schüler in fünf verschiedene Klassen eingeteilt, sodass in jeder Gruppe höchstens zwölf Schüler sind. Neben den Kursleitern Gordon Thiel und Markus Espeter werden die Jugendlichen von insgesamt zwölf »Teamern«, das heißt fünf Betreuern und fünf Lehrern, während ihres Aufenthalts betreut. Die Kurssprache ist deutsch, erzählt Thiel, wobei die Teilnehmer auch untereinander oft deutsch reden müssen, um sich zu verständigen. Denn nicht alle beherrschen Englisch »als kleinsten gemeinsamen Nenner«.

Beim diesjährigen Kurs in Ruhpolding handle es sich um einen ganz besonders netten, friedlichen Kurs, in dem auch »Nationen mit politischen Differenzen vorbildlich miteinander umgehen«, berichtet der Kursleiter. So treffen etwa Jugendliche aus Russland und der Ukraine auf dem Hof aufeinander.

Von der wunderbaren Landschaft rund um den Labenbachhof und der Bergwelt sind alle begeistert. Hier gibt es viele Möglichkeiten zu Sport und Spiel. Weil natürlich für die Jugendlichen auch Sommerferien sind und damit Langeweile erst gar nicht aufkommen kann, wird viel unternommen. Viermal waren die Jugendlichen schon im Hallenbad in Ruhpolding.

Außerdem wurden unter anderem Ausflüge nach Salzburg, zum Naturpark in Berchtesgaden, zum Kletterwald in Reit im Winkl und nach München unternommen. Auch Badeausflüge und Wanderungen standen auf dem Plan. Selbst Hand anlegen durften die Buben und Mädchen in der Backstube eines Ruhpoldinger Bäckereibetriebes und Brezen drehen.

Viel Wert wird im Kurs auch auf »angewandte Sprache« gelegt, das heißt das Sprechen mit Einheimischen. Für eine eigene Kurszeitschrift suchen die Jugendlichen oft den Kontakt mit der Bevölkerung und gehen zum Beispiel mit dem Mikrofon im Dorf herum, um einige Einheimische zu »interviewen«. gi