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»Wir haben vor dem Krieg friedlich gelebt«

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Abdulmuti Lolo ist seit knapp einem Jahr in Deutschland. Im September hat er zum ersten Mal einen Vortrag auf Deutsch gehalten.

Traunstein – Der Syrer Abdulmuti Lolo lebt seit rund einem Jahr in Berchtesgaden. Der 26-jährige Englischlehrer hat es sich zur Aufgabe gemacht, die vielen Fragen der Menschen zu beantworten und von seiner Heimat Aleppo im Norden von Syrien zu berichten. Auf Einladung der Jusos und der Grünen Jugend sprach er auch in Traunstein über seine Erfahrungen.


»Viele wissen oft gar nicht genau, wo Syrien liegt, und dass vor dem Bürgerkrieg alle Religionen und Gruppen friedlich miteinander gelebt haben. Dass wir ein normales Leben führen konnten. Doch Mitbestimmen und unsere Meinung äußern konnten wir nicht«, sagte der 26-Jährige auf Deutsch, das er schon gut beherrscht. Abdulmuti Lolo schilderte, wie unter dem anfangs als liberalen Hoffnungsträger angesehenen Baschar al-Assad 2011 friedliche Proteste militärisch niedergeschlagen wurden und der Krieg ausbrach, den das syrische Regime heute gegen die eigene Bevölkerung führt. Für die Menschen in Syrien bedeutet das einen Alltag des Schreckens: Unsicherheit, ob man wieder zurückkommt, wenn man aus dem Haus geht – und ob das Haus überhaupt noch steht.

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Außerdem erklärte er, warum unter den Flüchtlingen viele junge Männer sind: Eltern wollen ihre Kinder nur in größter Not der gefährlichen Reise nach Europa aussetzen und versuchen deshalb in Flüchtlingslagern im Libanon und der Türkei zu bleiben. Dort sind auch die meisten älteren Menschen, die vor dem Krieg in Syrien geflohen sind.

Abdulmuti Lolo möchte nach dem Krieg nach Syrien zurückkehren. Wenn es möglich ist, wird er bis dahin einen höheren Abschluss an der Uni machen.

Anna Körner (Grüne Jugend) und Josef Parzinger (Jusos) waren sich einig: »Wir wollen uns weiterhin gemeinsam für die Rechte von Geflüchteten einsetzen, um ihnen genau diese Chance auf ein Leben wieder zu geben, die ihnen auch durch das Versagen der Weltgemeinschaft in Syrien genommen wurde.« fb