weather-image
21°

»Wir alle haben die gleichen Werte«

5.0
5.0
Bildtext einblenden
24 junge Männer und Frauen aus sechs Ländern lernten sich im Rahmen des Programms »IOU Respect« im August in Tunesien kennen. Mit dabei war auch die 21-jährige Traunsteinerin Emma Pötscher (zweite Reihe, Dritte von links).

Traunstein. Die multinationale Jugendbegegnung »IOU Respect« – auf Deutsch »Ich schulde dir Respekt« – bringt seit 2004 junge Menschen aus Ägypten, Tunesien, Frankreich, dem Libanon, den USA und Deutschland zusammen. So trafen sich in der zweiten Augusthälfte 24 junge Männer und Frauen aus sechs Ländern in den beiden tunesischen Jugendherbergen »Medina« in Tunis und »Rimel« in Bizerta an der Mittelmeerküste. Mit dabei war auch die 21-jährige Emma Pötscher aus Traunstein.


»Ich habe immer schon nach so einem Angebot gesucht«, erinnert sich Emma Pötscher. Ein Bekannter machte die Politikwissenschaft-Studentin aufmerksam auf die Jugendbegegnung. Kurzerhand bewarb sie sich und wurde ausgewählt. So ging es von 17. bis 31. August gemeinsam mit drei weiteren deutschen Jugendlichen nach Tunesien. Dort traf das Quartett auf junge Menschen aus den USA, Frankreich, Libanon, Tunesien und Ägypten. »Aus jedem Land waren vier Teilnehmer im Alter zwischen 18 und 24 Jahren dabei.« Gemeinsam wurden in Workshops die Teilnehmerländer vorgestellt und in Diskussionsrunden wurde über Respekt, Toleranz, Demokratie und Religion gesprochen. »Ich finde es sehr wichtig mit Bürgern aus arabischen Ländern in Kontakt zu treten«, so die Traunsteinerin, »man merkte einfach schnell, dass, auch wenn unsere Kulturen unterschiedlich sind, wir doch, wenn es darauf ankommt, die gleichen Werte und Ziele haben.« Doch nicht nur ernste Themen standen auf dem Programm. Um die arabische Kultur kennenzulernen, unternahm die Gruppe gemeinsam Ausflüge in die Nachbarstädte, in Museen oder an den Strand. Und sogar an einer tunesischen Hochzeit durfte die multi-kulti Truppe teilnehmen.

Anzeige

Die multinationale Jugendbegegnung wurde 2004 als Reaktion auf die Anschläge des 11. September 2001 auf das World Trade Center ins Leben gerufen und bringt seitdem Jugendliche aus westlichen und arabischen Ländern zu einem Austausch zusammen. Ziel der Jugendbegegnung ist es, Stereotypen und Vorurteile zu überwinden und Verständnis für die Kulturen und Traditionen der einzelnen Länder zu schaffen. Für den Austausch ist jedes Jahr ein anderer Partnerverband Gastgeber, das Deutsche Jugendherbergswerk war 2004 und 2013 Ausrichter der Jugendbegegnung.

»Wir sind am Ende eine richtige Gemeinschaft geworden und haben großes Interesse daran, in Kontakt zu bleiben«, erzählt Emma Pötscher. So planen die Teilnehmer nächstes Jahr ein Wiedersehen. Nur wo, steht noch nicht fest. Schließlich muss jeder ohne Visum einreisen können.

Mit der Durchführung internationaler Programme möchte das Deutsche Jugendherbergswerk, junge Menschen aus aller Welt in Jugendherbergen zusammenzubringen. Die Austauschprogramme und anderen Projektformen der internationalen Jugendarbeit sollen den Teilnehmern interkulturelle Erfahrungen eröffnen, in denen sie sich aktiv mit sich, mit Menschen aus anderen Kulturen und mit gesellschaftlichen Themen auseinandersetzen können. ci