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WhatsApp für Jugendparlament nicht nutzbar

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WhatsApp eignet sich nicht für den Austausch der Mitglieder des Jugendparlaments außerhalb der Sitzungen.

Traunstein – Mobilität, Schule, Freizeitmöglichkeiten und ehrenamtliches Engagement standen im Mittelpunkt der jüngsten Sitzung des Landkreis-Jugendparlaments. Landrat Siegfried Walch begrüßte viele neue Gesichter in dem Gremium, rund zwei Drittel sind Neumitglieder.


»Durch das Jugendparlament erhalten unsere jungen Landkreis-Bürger die Möglichkeit, verantwortungsbewusst an politischen Entscheidungsprozessen in ihrem Umfeld mitzuwirken – von denen sie als Erwachsene selbst betroffen sein werden«, so Walch. Insgesamt 40 Mitglieder bringen sich ehrenamtlich in das Gremium ein, darunter 31 Jugendliche zwischen 14 und 21 Jahren aus vielen weiterführenden Schulen im Landkreis.

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Einen Schwerpunkt der Sitzung bildeten Beratungen über ein Kommunikationsinstrument für das Jugendparlament. Im Juli wurde die Einrichtung einer WhatsApp-Gruppe beschlossen, um die Kommunikation der Mitglieder außerhalb der Sitzungen zu verbessern. Allerdings gibt es bei der Nutzung dieses Messengers große Bedenken hinsichtlich des Datenschutzes. Zudem akzeptiert WhatsApp nur Nutzer über 16 Jahre.

Danilo Dietsch, Geschäftsführer von »Q3 – Quartier für Medien.Bildung.Abenteuer«, erläuterte anhand einiger Beispiele den Unterschied zwischen Datenschutz und Datensicherheit. Er machte deutlich, dass die Jugendparlamentsmitglieder, die eine Messenger-Gruppe gründen möchten, dies nicht als Privatpersonen tun. »Der verwendete Messenger muss deshalb bestimmte Anforderungen erfüllen«, so Dietsch. Ein Problem bei WhatsApp sei, dass die Kontaktdaten des Nutzers an Facebook übermittelt werden. Nutzer, die den WhatsApp-AGBs zustimmen, begingen einen aktiven Datenschutzverstoß.

Als mögliche Alternativen nannte Dietsch die Messenger »Signal«, »Slack« und »Threema«. Allerdings stehen die Server von Signal und Slack in den USA und sind deshalb im Schulkontext nicht zugelassen. »Bei Threema besteht keine technische Möglichkeit zum Datenauslesen. Mit diesem Dienst lassen sich keine Sprachnachrichten versenden, zudem ist er kostenpflichtig«, erläuterte Dietsch. Die Mitglieder des Jugendparlaments beschlossen die Einrichtung einer Arbeitsgruppe, die sich intensiver mit diesem Thema befassen wird.

Breiten Raum nahm erneut das Thema Mobilität und Öffentlicher Personennahverkehr (ÖPNV) ein. Die Jugendparlamentarier nannten Beispiele schlechter Busverbindungen und betonten, dass das mangelhafte ÖPNV-Netz auch die Freizeitmöglichkeiten junger Menschen einschränke. Ein Problem sehen einige zudem darin, dass die Beförderung zur Schule ab der 11. Klasse nicht mehr generell kostenlos ist.

Insgesamt wünschen sich die Jugendparlamentarier, bei Diskussionen und Planungen über Schulstrukturen besser eingebunden zu werden, etwa bei der G8/G9-Debatte. fb