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Wenn Bücher unter die Haut gehen

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Heidi Haunerdinger stellte unter anderem auch »Schneeriese« vor, ein etwas versöhnliches Buch. (Foto: Eder)

Grassau – Ist das noch ein Jugendbuch? Diese Frage wurde während der Vorstellung von Jugendliteratur im Rahmen des Literarischen Herbstes in der Bücherei Grassau erörtert. Heidi Haunerdinger von der Buchhandlung Stiefel in Traunstein stellte verschiedene Autoren und ihre Werke vor.


Zunächst stellte sie »Bunker Diary« von Kevin Brooks vor. Linus wird in einen unterirdischen Bunker entführt und dort mit sechs weiteren Personen unterschiedlicher Herkunft und Persönlichkeit festgehalten. Die Entführungsopfer erfahren nicht, warum sie im Verlies ihr Dasein fristen. Heidi Haunerdinger stellte den Roman »Die unterirdische Sonne« von Friedrich Ani gegenüber, der »Bunker Diary« von den Grundszenarien ähnelt. Auch hier werden Jugendliche in einem Kellerverlies festgehalten. Gelegentlich werden sie nach oben geholt, dürfen dann aber nicht von dem Erlebten erzählen, sonst drohen schwere Strafen bis zum Tod. Haunerdinger meinte, dass diese Bücher durchaus lesenswert seien, Jugendliche aber mit dieser Literatur nicht alleine gelassen werden dürfen.

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Als empfehlenswert bezeichnete Haunerdinger »Allein unter Schildkröten« von Marit Kaldhol. Ein Buch über Depressionen, um einen Jungen der Selbstmord begeht und um die Frage und Darstellung, wie Freunde und Verwandte damit umgehen. Vom Inhalt grandios sei auch »Der Mörder weinte« von Anne-Laure Bondoux.

Als Klassenlektüre würde sich »Warum wir Günter umbringen wollten« von Hermann Schulz eignen. Der Roman spielt in der Nachkriegszeit und verdeutlicht, dass der Krieg auch bei den Kindern negative Spuren hinterlassen hat. Ebenfalls um Grausamkeit unter Jugendlichen und Kindern handelt das Buch »Dreckstück« von Clementine Beauvais.

Alle vorgestellten Bücher haben eines gemeinsam, sie sind nicht romantisch, nicht nett und keine leichte Lektüre. Immer geht es um Konflikte und um brutale Gewalt. Haunerdinger meinte mit Nachdruck, dass diese Bücher eher von älteren Jugendlichen, also ab 15 Jahren, gelesen werden sollten und auch dann nicht, ohne hinterher und zwischendurch das Werk zu diskutieren. tb