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Wenn bei der Lehrstellensuche nichts klappt

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Bei Matthias Müller (Name geändert), 20, war ein Autounfall die Ursache, dass er plötzlich durch das Auswahlraster der Personaler fiel. Bis dahin glich sein Werdegang dem anderer junger Männer. Er hatte die Realschule abgeschlossen und eine Ausbildung als Kfz-Mechatroniker begonnen. Dann verletzte er sich bei einem Autounfall so schwer, dass er rund drei Jahre in Krankenhäusern und Reha-Kliniken verbringen musste.


Als er danach wieder Bewerbungen für einen Ausbildungsplatz schrieb, war die Enttäuschung groß. Er erhielt nur Absagen. »Ich war zu dem Zeitpunkt drei Jahre aus der Schule raus und hatte durch den Unfall körperliche Einschränkungen«, erzählt er. Gegen gesunde Bewerber, die frisch von der Schule kamen, hatte er keine Chance. Müller wurde zum »unversorgten Bewerber« – wie es die Statistiken der Arbeitsagenturen nennen. Er suchte eine Lehrstelle, bekam aber keine.

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Es ist paradox: Während einige Betriebe händeringend nach Fachkräften suchen, gibt es auf der anderen Seite immer noch zahlreiche Jugendliche, die keine Lehrstelle finden: 33 500 Stellen blieben zuletzt unbesetzt. Gleichzeitig konnten rund 80 000 Jugendliche ihren ersten Ausbildungswunsch nicht realisieren, erklärt Andreas Pieper vom Bundesinstitut für Berufsbildung.

Von ihnen fanden rund 60 000 eine Alternative – und gingen zum Beispiel wieder in die Berufsschule. Rund 20 000 blieben jedoch völlig unvermittelt. Zu den unversorgten Bewerbern gehören Menschen wie Müller, die es aufgrund eines Schicksalsschlags bei vielen Firmen plötzlich schwer haben. Darunter sind aber auch viele, die keinen Schulabschluss oder nur einen sehr schlechten haben. Was machen Jugendliche, die in so eine Situation geraten?

Das Wichtigste ist, aktiv zu bleiben, sagte Pieper. »Keine Ausbildung zu haben, ist die schlimmste aller Varianten«. Die Auszeit kann – wie bei Müller – schnell zum Stigma werden, wenn Schulabgänger sich bewerben. Unversorgte Jugendliche dürften deshalb keine Zeit verlieren – und sollten alle Hebel in Bewegung setzen.

Das sei häufig leichter gesagt als getan, räumte Ausbildungsberater Bertram Pelkmann ein. Wer schon Dutzende Absagen bekommen hat, ist oft wenig motiviert, weiterzumachen. Flattert eine Absage nach der nächsten ins Haus, sollten Jugendliche sich zunächst auf Ursachensuche machen.

Möglicherweise sind die Bewerbungsunterlagen mangelhaft. Um das auszuschließen, sei es ratsam, sie den Beratern bei der Arbeitsagentur zu zeigen, empfiehlt Pelkmann. Auch einige Industrie- und Handels- sowie Handwerkskammern bieten hier Hilfestellung.

Gut sei es, bei den Wunschunternehmen mit den Bewerbungsunterlagen persönlich vorbeizugehen – und nach einem Praktikum zu fragen. Diese Hartnäckigkeit zahle sich oft aus. »Manchmal merken die Betriebe dann 'Der stellt sich gar nicht so blöd an' und nehmen ihn«, erzählt Pelkmann. Nur aufgrund der Unterlagen hätten sie vielleicht nie eine Chance gehabt.

Müller hatte Glück. Er bekam 2011 einen Platz bei Porsche im neu geschaffenen Förderjahr. Es soll Jugendliche an eine Ausbildung heranführen, die auf dem Arbeitsmarkt keine Chance haben oder nicht ausbildungsreif sind. Von elf Jugendlichen konnten neun in eine Ausbildung übernommen werden. Die gute Nachricht für Müller: Er gehörte dazu.