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Warum sind so viele Menschen auf der Flucht?

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Auf einem großen Plakat malten zwei Schülergruppen auf, was sie als Flüchtling in ihren Rucksack packen würden. Hinein kamen unter anderem Geld, Handy und eine Taschenlampe. (Foto: Winter)

Marquartstein – Mit dem brandaktuellen Thema Flucht beschäftigten sich die Schüler der Klasse 6c der Achental-Realschule im Rahmen eines Workshops an der Schule. Unterstützt wurden sie dabei von ihrem Erdkundelehrer Thomas Winkler und den beiden Vertretern der Hilfsorganisation CARE, Thomas Knoll und Karl-Martin Klein.


Die Kinder beschäftigten sich zunächst mit der Frage, warum Menschen eigentlich flüchten, den sogenannten Push-Faktoren. Oft ist der Grund der Krieg, die Benachteiligung oder Verfolgung ethnischer Gruppen, die Zugehörigkeit zu einer religiösen Minderheit, politische Verfolgung, Verfolgung wegen der sexuellen Orientierung oder die Folgen des Klimawandels.

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Mitnehmen würden die Schüler Handy und Geld

Zwei Gruppen erarbeiteten anschließend auf einem großen Plakat, was sie auf der Flucht mitnehmen würden. Diese reichten von Geld, über Handy, Wasser und Taschenlampe. Sie notierten diese Dinge, indem sie diese in einen gemalten Rucksack schrieben. Dann präsentierten sie die Ergebnisse der ganzen Klasse.

Zwei weitere Gruppen versuchten zusammenzustellen, wie das Land denn sein müsste, in das man flieht. Dabei waren die Sicherheit, die Achtung der Menschenrechte und die Freiheit die entscheidenden Kriterien. Allerdings wurde auch schnell klar, dass diese sogenannten Pull-Faktoren nicht die entscheidende Rolle spielen: Die Flüchtlinge wollen zunächst ihre Familie und sich selbst retten, sie wollen erst einmal nur weg und erst später stellen sie die Frage wohin.

Thomas Knoll von der Hilfsoganisation CARE erzählte sehr anschaulich von seiner Zeit als Entwicklungshelfer in Agadez in Niger und zeigte Bilder von Flüchtlingen auf dem Weg durch die Sahara, die er selbst aufgenommen hatte. Er berichtete von Flüchtlingen, die drei bis fünf Jahre auf der Flucht sind.

Diskutiert wurden auch die Erfahrungen der Schüler mit Flüchtlingen im Landkreis Traunstein. Dazu zählte auch die Frage, warum so viele junge Männer als Flüchtlinge unterwegs sind. Dazu wussten die Experten, dass Großfamilien oft das Geld für den kräftigsten und belastbarsten Mann zusammenlegen, damit sich dieser bis nach Europa – oft mit Hilfe von Schleusern – durchschlagen kann.

Nur 5,2 Prozent halten sich in Europa auf

Ein spannendes Quiz lockerte den aufschlussreichen Workshop auf. Die Kinder staunten darüber, dass weltweit 60 Millionen Menschen auf der Flucht sind. 85 Prozent der Flüchtlinge sind in ein anderes Entwicklungsland geflohen. Nur 5,2 Prozent der Flüchtlinge halten sich in Europa auf, davon alleine 1,6 Millionen in der Türkei, dem Land, das bisher weltweit am meisten Flüchtlinge aufgenommen hat.

Zum Abschluss sahen die Schüler noch einen Film, der den Einsatz von CARE im größten Flüchtlingslager der Welt in Dadaab in Kenia zeigt. fb