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Vormarsch der Online-Videotheken

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Fernseher aus, Laptop an: Immer mehr junge Leute schauen Filme und Sendungen lieber über das Internet. Beliebt sind hierbei vor allem amerikanische Produktionen wie die Polit-Serie »House of Cards«. (Foto: Grimm)

Heute bleibt der Fernseher aus. Viel lieber wird die nächste Folge einer spannenden Serie auf dem Laptop angeschaut – über eine Online-Videothek, ist doch klar. Eine relativ normale Szene aus dem Alltag vieler deutscher Jugendlicher.


Das Angebot, Serien im Internet abzuspielen, wird durch Anbieter wie beispielsweise Maxdome oder Netflix immer größer. Letzterer ist seit dem Herbst auch in Deutschland verfügbar. Der amerikanische Konzern bietet seinen Konsumenten eine große Vielzahl von Filmen und Serien an. Ähnliches erhält der Kunde beim deutschen Anbieter Maxdome.

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Im Gegensatz zum normalen Angebot im deutschen Fernsehen, bei dem ein Film oder eine Folge einer bestimmten Serie einmalig erscheint, ist die Nutzung bei Online-Angeboten unbegrenzt. Da Internetserien auch auf Geräten wie dem Smartphone oder dem Tablet empfangen werden können, kann der Verbraucher selbst wählen, was, wo und vor allem wann er schauen möchte.

»Ich finde den Gang zur Videothek recht nervig«

Der 26-jährige Andreas aus Traunreut nutzt Maxdome und schaut die Filme und Serien auf seinem Smart TV oder der Play Station 4. »Ungefähr viermal die Woche, je nachdem, wie ich Zeit habe, oder das Wetter gerade ist, schaue ich über Maxdome«, erzählt er im Gespräch mit dem Traunsteiner Tagblatt.« Das Angebot der Online-Videothek beinhaltet neben deutschem Material auch viele Filme in Originalsprache oder mit Untertiteln.

»Wenn ich ehrlich bin, dann finde ich den Gang zur Videothek doch recht nervig«, erzählt Andreas. Da nutze er lieber seine ganz eigene Videothek daheim und bequem von der Couch aus. Seinen monatlichen Beitrag muss er dabei immer zahlen, egal ob und wie viel er schaut.

Doch warum sollte man Serien gegen Bezahlung sonst noch schauen, wenn es im Internet viele kostenfreie und legale Alternativen gibt? Auf den Internetseiten der öffentlich-rechtlichen Sender finden sich beispielsweise beliebte Sendungen wie der Tatort, die ebenfalls online abrufbar sind. Einige Privatsender stellen beliebte Sendungen beispielsweise eine Woche kostenlos ins Netz. Danach fällt für die Nutzung eine Gebühr an. Diese ist im Vergleich zu Online-Portalen aber relativ gering.

Trend zu Serien aus den USA

Hier möchte vor allem Netflix mit Eigenproduktionen, wie der Politserie »House of Cards« mit Oscarpreisträger Kevin Spacey in der Hauptrolle, punkten. Auch die Frauengefängnisserie »Orange is the New Black« ist eine eigens für das Web produzierte Sendung. Ohnehin geht der Trend immer mehr zu Serien, die aus den USA stammen. Das Angebot der Internetportale ist dadurch um einiges vielfältiger und vor allem jederzeit nutzbar.

»Generell gefallen mir amerikanische Produktionen besser als deutsche. Deren Erfahrungen und vor allem das Budget, das sie dort zur Verfügung haben, spiegeln sich meiner Meinung nach deutlich in der Qualität der Filme und Serien wider«, findet auch Andreas aus Traunreut.

Bleibt allerdings abzuwarten, ob sich die Portale auch langfristig auf dem deutschen Markt etablieren können. Denn nach wie vor ist dieser Bereich von Fernsehanstalten und auch reinen Online-Anbietern stark umkämpft. Christina Grimm

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