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Vorfreude auf eine spannende Zeit in Ghana

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Nur noch wenige Tage bis zur Abreise: Anna ist derzeit schon fleißig am Koffer packen.

Ruhpolding – Langsam wird die Vorfreude bei Anna Haitzer aus Ruhpolding größer, doch auch die Nervosität nimmt zu: Für ein Jahr geht die 18-Jährige nach Ghana, um dort ein Freiwilliges Soziales Jahr zu verbringen. Derzeit ist sie schon fleißig am Koffer packen, denn schon am Montag geht ihr Flug.


Für die Ruhpoldingerin steht der Entschluss, nach dem Abitur ins Ausland zu gehen, schon lange fest. »Ich wollte etwas Soziales machen und nicht gleich zum Studieren gehen«, erzählt sie. Die 18-Jährige, die heuer ihr Abitur am Chiemgau-Gymnasium gemacht hat, informierte sich und wurde auf die Organisation KulturLife aufmerksam, die Freiwilligendienste in der ganzen Welt organisiert. Schnell fiel die Entscheidung auf Ghana, »da das Projekt mich am meisten interessierte. Ich habe zuerst aber auch überlegt, nach Tansania oder Namibia zu gehen«.

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Bildungsarbeit an Schulen unterstützen

In Agona Swedru, einer 50 000 Einwohner zählenden Stadt rund eine Stunde von der Hauptstadt Accra entfernt, wird Anna beim Projekt »Inspire Global Ideas« tätig sein und die Bildungsarbeit an Schulen unterstützen. Da die Kinder zum größten Teil aus finanziellen Gründen nicht die Schule besuchen können, übernimmt das Projekt die Zahlung der Schulgebühren und stellt auch Materialien wie Stifte zur Verfügung. Familien sollen durch Öffentlichkeitsarbeit motiviert werden, ihre Kinder zur Schule zu schicken.

In welchem Bereich Anna in der »A.W.M.A ‘E’ Basic School« eingesetzt wird, steht schon fest: »Ich werde als Assistenzlehrerin tätig sein, helfe also den Lehrern beim Unterrichten, bei der Hausaufgabenbetreuung oder gebe Nachhilfe«, erzählt die 18-Jährige. Da Englisch die Amtssprache in Ghana ist, sollte es auch mit der Verständigung ganz gut klappen. Den Dialekt Twi, den der Großteil der Bevölkerung spricht, möchte die Ruhpoldingerin aber vor Ort noch lernen. »Ehemalige Freiwillige haben erzählt, dass das ganz gut funktioniert.«

Ihre Gastfamilie kennt Anna bisher noch nicht

Untergebracht wird Anna, wie sechs andere Freiwillige, die gemeinsam mit ihr in der Schule den Dienst aufnehmen, in einer Gastfamilie. Wo diese wohnt, wie viele Leute dazu gehören und ob sie überhaupt ein eigenes Zimmer bekommt, das alles weiß sie allerdings noch nicht. »Das kommt erst vor Ort auf. Ich lasse mich also überraschen«, so Anna weiter.

Ein bisschen Respekt hat sie schon vor dem, was nun auf sie zukommt. »Aber ich will erst schauen, wie es ist, und dann das Bestmögliche daraus machen.« Bedenken hat sie auch, ob sie der Aufgabe gewachsen ist, zum Beispiel alles mit den Kindern zu meistern, oder ob sie mit dem tropischen Klima überhaupt klar kommt. Doch es gibt auch viel, worauf sich die Ruhpoldingerin freut: die Kultur, die Kinder an der Schule, die Musik, »einfach auf eine spannende Zeit«.

Wenn möglich, möchte Anna zu ihrer Familie und ihren Freunden zu Hause regelmäßig Kontakt halten, die sie nun ein Jahr nicht sehen werden. Vielleicht kommt ihre Familie sie an Weihnachten besuchen, »aber ich muss mir das da unten erstmal alles anschauen und wir entscheiden das dann je nach Situation vor Ort«. Lehrerin möchte Anna nach ihrem Sozialen Jahr übrigens nicht werden: Sie hat vor, Psychologie zu studieren.

Möglich wird Annas Auslandsjahr durch das Förderprogramm Weltwärts der Deutschen Bundesregierung. Diese übernimmt einen Großteil der anfallenden Kosten. Einen kleinen Teil muss die Organisation KulturLife aufbringen. Anna sucht deshalb noch Unterstützer. Spenden können an KulturLife mit dem Referenzcode 180 911 auf das Konto (IBAN DE84 2105 0170 0092 0137 21) bei der Sparkasse Kiel überwiesen werden. Über ihre Zeit in Afrika führt sie außerdem einen Blog, der online unter https://annainghana.jimdo. com/ einsehbar ist. Und auch das Traunsteiner Tagblatt möchte sie über ihr neues Leben in Afrika auf dem Laufenden halten. jar