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Vor allem vor Heimweh hatte sie Angst

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Um sich besser kennenzulernen und mehr über den anderen zu erfahren, unternahm Luisa Meier einen gemeinsamen Abendspaziergang mit ihrer Austauschschülerin Emeline (links).

Ein neues Land, eine neue Sprache, neue Leute. Für viele klingt das im ersten Moment vielleicht ein wenig wie eine große Herausforderung. Unsere 15-jährige Praktikantin Luisa Meier aus Traunstein stellte sich dieser und nahm in der achten Klasse an einem Schüleraustausch des Annette-Kolb-Gymnasiums statt. Sie berichtet, wie sie die Zeit in Frankreich erlebt hat:


Obwohl ich zu Beginn gezögert habe, habe ich am Schüleraustausch teilgenommen. Ich hatte vor allem Sorgen vor Heimweh. Dass die Teilnahme am Ende kein Fehler war, habe ich in der Woche in Frankreich bemerkt. Da die Französinnen und Franzosen uns zuerst eine Woche besucht haben, konnte ich meine Austauschschülerin Emeline hier in Traunstein bereits kennenlernen und dann beruhigt nach Gap fahren.

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Einen Einblick ins tägliche Leben geben

Als Emeline im Mai bei mir zu Besuch war, haben wir viele Ausflüge gemacht. Einmal sind wir beispielsweise an den Chiemsee gefahren und konnten dort dann schwimmen gehen. Da meine Freundin Geburtstag hatte, haben wir uns mit den anderen Traunsteinern und ihren Gastschülern getroffen, um ihnen die Stadt zu zeigen. An einem anderen Tag hat Emeline mich mit zur Schule begleitet. Ansonsten haben wir uns vor allem unterhalten. Ich habe mich sehr bemüht, meiner Austauschschülerin einen Einblick in das alltägliche Leben zu geben.

In Frankreich habe ich eine Menge toller Erfahrungen gesammelt und viele Ausflüge gemacht. Einmal ist die gesamte Schulklasse in die Stadt Cassis ans Meer gefahren, wo wir eine Bootstour gemacht und anschließend am Strand gebadet haben. An einem anderen Tag haben wir den Unterricht unserer Partnerschule besucht und das französische Schulsystem kennengelernt.

Wir hatten aber auch Zeit mit unserer Gastfamilie. Da die Eltern meiner Austauschschülerin getrennt lebten und ich in der Woche bei Emelines Mutter und ihrer Schwester Manon verbracht habe, haben wir ihren Vater mit seiner Familie in einem naheliegenden Ort besucht und gemeinsam zu Abend gegessen. Die Familie hat mich herzlich aufgenommen und mir viele Fragen über mein Leben in Deutschland gestellt.

Für mich persönlich ergab sich zu Beginn das Problem, sich in einer unbekannten und fremden Umgebung zurechtzufinden und sich der Familie zu öffnen. Bisher war ich immer das vertraute Umfeld gewohnt und es fiel mir in den ersten Tagen nicht so leicht, mich einzuleben. Aber nach einem gemeinsamen Wochenende mit der Gastfamilie war diese Hürde überwunden.

Die Lehrer halfen beim Übersetzen

Ich kann nur bestätigen, dass man die Sprache bei so einem Austausch vertieft. Obwohl ich zum Zeitpunkt des Schüleraustauschs schon drei Jahre Französischunterricht hatte, ergaben sich natürlich Kommunikationsschwierigkeiten. Doch diese bekamen wir zum Glück schnell in den Griff, indem wir bei unverständlichen Ausdrücken unsere Lehrer um ihre »Übersetzungskünste« gebeten haben. Ich habe in Frankreich viele neue Ausdrücke gelernt und Emelines Schwester und ihre Mutter haben mir sämtliche Sprachfehler verziehen.

Zusammenfassend kann ich sagen, dass mir der Austausch sehr gefallen hat, ich viel Spaß hatte und trotzt meiner Zweifel, eine schöne Zeit in Frankreich hatte. Ich kann jedem nur raten, auch einmal an einem Schüleraustausch teilzunehmen.

Aufgrund der vielen positiven Eindrücke plane ich in den nächsten Jahren wieder an einem Schüleraustausch teilzunehmen. Eine gute Chance bietet sich vielleicht schon kommendes Schuljahr, denn unsere Schule plant einen Austausch mit Kanada. Luisa Meier