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Vielfalt der Gefahren in den Medien aufgezeigt

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Traunstein – In der staatlichen Berufsschule II und Medienreferenzschule Traunstein fand zusammen mit dem Medienpädagogischen Referentennetzwerk Bayern und dem Gesundheitsamt Traunstein als Pilotprojekt die Projektwoche »Mediensüchte« statt. Das Gesundheitsamt Traunstein und der Förderverein der Berufsschule übernahmen die finanzielle Unterstützung.


Organisiert wurde das Sucht-Präventionsprojekt von den Beauftragten für Suchtprävention, Marco Baumann und Arno Zandl, in Zusammenarbeit mit Regina Ottmann vom Gesundheitsamt Traunstein. Rund 240 Schüler besuchten Fachvorträge wie »Erst zu viel Medien und dann doof?«, »Datenschutz, Recht am Bild«, »Sucht und Glücksspiel« und »Gefahren moderner Medien«.

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Dargestellt wurde, wie sich Medien auf das Gehirn wirken, ob und wie sie das Lernen und die Konzentration beeinflussen, wann beziehungsweise wie viel am Tag gespielt werden kann oder wie die Folgen übertriebenen Medienkonsums aussehen. Aufgezeigt wurden mögliche Hilfen bei Suchtproblemen. Am Beispiel von Facebook machte Rechtsanwalt Stefan Conrads deutlich, was beim Einstellen von Textnachrichten, Fotos und Videos hinsichtlich Datenschutz und Recht am Bild zu beachten ist. Ferner wies er auf mögliche Rechtsfolgen bei Nichtbeachtung hin. Vor allem auf Youtube seien eigene Urheberrechte, das Recht am eigenen Foto und die Rechte anderer zu berücksichtigen. Schließlich gab er wichtige Tipps, die man beim Kauf und Verkauf im Internet beachten sollte.

Natasha Thon von der Caritas behandelte Glücksspiele und Glücksspielsucht on- und offline. Sie ging auf den Unterschied vom normalen Spiel zum Glücksspiel ein, der vor allem im Geldeinsatz und dem Gewinn besteht, wobei der Gewinn völlig vom Zufall abhängt. Sie beschrieb die Anzeichen und Folgen der Erkrankung »Glücksspielsucht« und erklärte, wie man sich schützen kann.

Die Gefahren moderner Medien war das Thema von Martin Neuhauser von der Polizei. Aus polizeilicher Sicht berichtete er über das Urheberrecht, technische Möglichkeiten und rechtliche Gefahren von Apps, verbotene Dateien, happy Slapping und das Recht am eigenen Bild. »Das Netz vergisst nichts«, betonte er. Sicherheitseinstellungen seien deshalb wichtig, um sich vor Mobbing, Drohungen und Beleidigungen schützen zu können.

In einem Workshop ging es bei dem Filmclip »I forgot my phone« darum zu testen, ob man stärker als sein Handy oder abhängig ist. Der Test wurde gemeinsam ausgewertet, dann wurde überlegt, mit welchen Regeln man den Handykonsum besser in den Griff bekommt. In einem anderen Workshop wurde besprochen, wie die Reaktion auf nervige Post, auf rassistische Nachrichten, auf Mobbing und auf das Vergessen des Handys im Alltag aussehen könnte.

Ergänzt wurde die Präventionswoche durch einen Informationsabend für Eltern und Ausbilder über »Medienaneignung Jugendlicher – Schwerpunkt Cybermobbing«. In einem Vortrag stellte Berufsschullehrer Oliver Arnold die Auswirkungen von Cyber-Mobbing für Opfer und Täter vor. Die Zuhörer bekamen praktische Tipps, wie sie ihre Auszubildenden und Kinder bei Cyber-Mobbing begleiten und unterstützen können, beziehungsweise wie Cyber-Mobbing bestmöglich vorgebeugt werden kann. Bjr