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Studieren in Entwicklungsländern

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Die American University of Beirut: Dort hat Lucas Lamberty ein Semester lang studiert.

»Ich hatte einen wirklich großen Kulturschock«, erinnert sich Lucas Lamberty an seinen Auslandsaufenthalt im Libanon an der American University. Als der Student im September 2012 in Beirut aus dem Flugzeug stieg, waren die Einschusslöcher in den Hausfassaden das Erste, was ihm auffiel.


Lamberty studiert Politikwissenschaft und Volkswirtschaftslehre an der Universität Heidelberg. Seit dem einsemestrigen Auslandsaufenthalt hat er den Nahen Osten für sich entdeckt – als Forschungsschwerpunkt. »Für die Untersuchung des Umbruchs in den arabischen Staaten kann solch ein Vorhaben durchaus sinnvoll sein«, bestätigt Anke Sobieraj vom Deutschen Akademischen Austauschdienst (DAAD).

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Das Vorhaben auf eigene Faust organisieren

Im Moment ist die Liste der Partnerschaften zwischen deutschen Hochschulen und Entwicklungsländern noch recht übersichtlich. Hinzu kommt, dass sich die meisten Studierenden für ein Industrieland entscheiden: 2011 waren über 6000 deutsche Studenten in Frankreich, aber nur 21 im afrikanischen Ghana. Das macht den Erfahrungsaustausch und die Planung für Studenten schwer.

Lässt sich in der Datenbank der Heimatuniversität keine passende Partnerschaft finden, kann der Student das Vorhaben auch auf eigene Faust organisieren. »Ich bin damals als Free Mover in den Libanon gegangen, weil meine Uni keine Kontakte nach Beirut hatte«, erzählt Lamberty. Um das Semester im Ausland nicht wiederholen zu müssen, sollte in jedem Fall mit der Heimatuniversität geklärt sein, ob die Kurse angerechnet werden können.

Der DAAD empfiehlt, ein Jahr vor dem Auslandsaufenthalt mit der Vorbereitung zu beginnen. Ein Visum zu beantragen, koste Zeit. Einige Länder fordern eine medizinische Bescheinigung des Hausarztes oder sogar ein Führungszeugnis für die Einreise. Als Lamberty alle Unterlagen zusammen hatte, wollte der Postangestellte seine Bewerbung erst gar nicht entgegennehmen: Für den Libanon gebe es doch sicherlich ein Embargo. »Es sind oft banale Sachen, die Nerven kosten«, sagt Lamberty. »Davon sollten sich Bewerber aber nicht entmutigen lassen.«

Lamberty ist Stipendiat einer staatlichen Stiftung, die ihn während seines Aufenthalts finanziell unterstützt hat. Es gab einen Auslandszuschuss und eine Reisekostenpauschale. Die Bereitschaft, ihn finanziell zu unterstützen, sei groß gewesen – auch weil er sich für ein ungewöhnliches Studienland entschieden hatte.

Mehrere Möglichkeiten zur Förderung

Daneben gibt es die klassische Finanzierungsvariante durch den DAAD. Die Stipendiendatenbank des Austauschdienstes gibt einen Überblick über mögliche Förderungen. »Wird für ein Land eine Reisewarnung ausgesprochen, stoppen wir die entsprechenden Programme«, betont Anke Sobieraj. Außerdem kann der Bewerber Auslands-BaföG beantragen. Finanziert werden Reisekosten und Krankenversicherung. Und der Student bekommt einen Auslandszuschlag. Mögliche Studiengebühren unterstützt das Amt mit bis zu 4600 Euro im Jahr.

Neben der Bewerbung sollte sich der Student auch kulturell vorbereiten und ein realistisches Bild von dem Land entwickeln. »Den Libanon nur mit Kamelen und Wüste zu verbinden, ist der falsche Ansatz«, warnt Lamberty. Die Internationale DAAD-Akademie bietet Kurse an, in denen Studierende auf den Auslandsaufenthalt vorbereitet werden – Kostenpunkt rund 200 Euro. dpa