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Studieren an einer Fernhochschule

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Verschiedene Onlinevorlesungen und Live-Übertragungen im Internet bringen Abwechslung in das Fernstudium am eigenen Schreibtisch. Mitschreiben ist aber auch hier wichtig, wie bei jeder »normalen« Vorlesung an einer Präsenzuniversität. (Foto: Gronau)

Während sich so mancher Student einen guten Sitzplatz im Hörsaal sucht, startet ein Fernstudent seinen Studientag meistens am Schreibtisch in der eigenen Wohnung. Immer mehr Hochschulen im In- und Ausland passen sich dem Trend des Fernstudierens an und bieten passende Studiengänge an. Es gibt sogar eine staatliche Universität, die nur auf Fernstudiengänge spezialisiert ist: die Fernuniversität in Hagen bei Düsseldorf. Alleine dort studieren über 88 000 Studenten aus der ganzen Welt.


Gelernt wird am Abend nach der Arbeit

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Die Altersgruppen der Studierenden sind so unterschiedlich wie die Gründe, die eine Entscheidung zum Studium an einer Fernuniversität beeinflussen. Viele nutzen das Angebot, um im Ausland ihren Hochschulabschluss zu erreichen. Die Prüfungen legen sie in den weltweit organisierten Goethe-Instituten ab. Andere studieren berufsbegleitend im Teilzeitstudium, um ihre Karriere zu fördern oder eine berufliche Veränderung einzuleiten. Abiturenten wiederum schätzen es, direkt nach der Schule in gewohnter Umgebung bleiben zu können und trotzdem nicht auf eine bestimmte Fachrichtung verzichten zu müssen.

Die vorhandene Flexibilität kann aber Fluch und Segen des Fernstudiums sein, denn gelernt wird wo und wann man will. Die Verlockung, andere Dinge in die Studienzeit zu schieben, können so leicht überhandnehmen. Ohne Zeitmanagement und Selbstdisziplin wird es eng werden, die Abgabetermine zum Ende des Semesters einzuhalten, denn auch bei einem Fernstudium gelten für Vollzeit-Studierende Lernzeiten von 30 bis 40 Stunden pro Woche. Langwierige Vorlesungen entfallen zwar zum größten Teil, da die Studienmaterialien komplett geliefert werden, doch wissenschaftliche Hausarbeiten und Recherchen für klausurrelevante Themen sind sehr zeitintensiv. Wer Fragen hat, kann diese natürlich dem jeweiligen Professor stellen. Wie bei einer »normalen« Universität haben diese Sprechzeiten, in den sie telefonisch für Fragen und Rücksprachen zur Verfügung stehen. Die benötigten Bücher fürs Studium können an Fernuniversitäten in der Internet-Bibliothek bestellt und nach Hause geschickt werden. Außerdem bekommen Fern-Studierende mithilfe ihres Studentenausweises Zugang zu fast jeder Universitäts- und Staatsbibliothek in Deutschland.

Präsenzveranstaltungen, die von den lehrenden Professoren persönlich geführt werden, Onlinevorlesungen und mündliche Prüfungen an der Universität oder per Videoschaltung runden das Studium ab. Jedes Jahr organisiert die Fernuniversität in Hagen auch Exkursionen. Dieses Jahr geht es für einige Studenten der Außereuropäischen Geschichte nach Japan. Dort lernen sich die Fernstudierenden dann auch gegenseitig kennen. Zuvor hatten sie meist nur Kontakt über die zahlreichen Lernplattformen der Hochschulen oder den sozialen Netzwerken wie Xing, Facebook und Co.

Am Ende stehen Bachelor und Master

Zum Abschluss eines akademischen Grades, wie Bachelor oder Master gelten hinsichtlich der staatlichen Zulassung die gleichen Anforderungen wie an einer Präsenzuniversität. Vorsicht ist bei Berufsakademien, die keinen akademischen Grad verleihen dürfen, sowie an manchen privaten Fernhochschulen geboten. Diese verlangen oft hohe Gebühren. Da lohnt es sich, im Vorfeld die richtigen Informationen einzuholen. BAföG-Empfänger und Bedürftige bekommen beispielsweise an einer staatlichen Fernuniversität Ermäßigungen beim Studienbeitrag. Christine Gronau