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Sich mit kreativen Texten der Kunst nähern

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Die Schüler der Cluster-Gymnasien streiften durch das Museum DAS MAXIMUM und suchten sich ein Kunstwerk aus, zu dem sie einen Text verfassen wollen. (Foto: Mix)

Traunreut – Zeitgenössische Kunst und das Schreiben von kreativen Texten verbindet ein Wettbewerb, den die Clusterschulen aus den Landkreisen Traunstein und Altötting heuer zum zweiten Mal zusammen mit dem Traunreuter Museum DAS MAXIMUM veranstalten. Schüler der zehnten Jahrgangsstufe sind aufgerufen, sich mit den Kunstwerken intensiv auseinanderzusetzen, eines davon auszuwählen und dazu einen Text zu verfassen. Die besten Arbeiten werden – wie schon im Vorjahr – vom Freundes- und Förderkreis des Traunreuter Museums in einer kleinen Broschüre zusammengefasst.


Junge Menschen haben einen anderen Blick

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Bei der Auftaktveranstaltung zum diesjährigen Wettbewerb »KunstWortKunst« forderte Dr. Robert Anzeneder, Schulleiter des Johannes-Heidenhain-Gymnasiums und Vorsitzender des Freundes- und Förderkreises, die Schüler auf, sich ohne Vorbehalte und äußere Einflüsse mit den Kunstwerken auseinanderzusetzen und inspirieren zu lassen: »Junge Menschen haben oft einen unvoreingenommeneren Blick auf die Kunst als Erwachsene.« Die Texte, die im vergangenen Jahr beim Wettbewerb eingereicht wurden, hätten »die Frische und den Einfallsreichtum der jungen Leute« deutlich gemacht.

Museumsdirektorin Dr. Birgit Löffler lud die Jugendlichen ein, sich in Ruhe im Museum umzusehen und die Kunstwerke auf sich wirken zu lassen. Wenn sie die Wahl getroffen haben, gelte dann: »Sie haben ihr Werk ausgesucht und können es sprechen lassen.« Dies sei auch die Intention des MAXIMUM: die Kunstwerke, die hier dauerhaft ausgestellt sind, selber zu ergründen, sich eigene Gedanken dazu zu machen, ohne Einflüsse und Erklärungen von außen.

Der Schriftsteller und bayerische Lyriker Josef Wittmann erläuterte den jugendlichen Teilnehmern, was kreatives Schreiben ausmacht, das nicht im Stundenplan des Deutschunterrichtes stehe. Der Schriftsteller erklärte: »Kunst handelt vom Leben, sie widersetzt sich Zwängen.« Und das solle auch in den Texten herauskommen. Die Betrachter der Werke sollten die Atmosphäre auf sich wirken lassen, versuchen, das Rätselhafte zu ergründen, in Dialog mit dem Kunstwerk treten. Das dabei Erlebte und die Gefühle könne man dann in einen Text packen, der keine festen Regeln und Vorschriften habe. »Es kann ein Krimi entstehen, eine Momentaufnahme, ein Gedicht, eine Glosse – egal«, meinte Josef Wittmann und machte den Schülern Mut, sich auszuprobieren und etwas auszudrücken, was nicht einfach zu benennen und nicht greifbar ist.

Die Gymnasiasten aus Burghausen, Altötting, Trostberg, Traunreut, Traunstein und Ising, die an dem Wettbewerb teilnehmen, haben nun bis November Zeit, ihren Text zu verfassen. Die Jury, bestehend aus der Museumsleiterin, Autoren, ehemaligen Deutsch- und Kunstlehrern wird dann circa 15 aussuchen, die in einer kleinen Broschüre gedruckt werden.

Gedanken zum Kunstwerk festgehalten

Unmittelbar nach der Einführung schwärmten die Schüler im Museum aus und suchten »ihr« Kunstwerk. Ziemlich schnell stand für Sophie Schindler vom Gymnasium in Ising fest, dass sie »Der weinende General« von Uwe Lausen besonders anspricht. »Es hat beim Anschauen einfach ‚Klick’ gemacht und ich wusste, das ist es«, meinte die Gymnasiastin. Sie begann gleich vor Ort, sich Notizen zu machen und hielt erste Gedanken zum Kunstwerk auf ihrem Block fest.

Und auch andere Mädchen und Buben verharrten längere Zeit vor einzelnen Werken und betrachteten sie aus verschiedenen Blickwinkeln, ehe sie ihre Auswahl trafen. In den kommenden Wochen geht es für sie nun ans Schreiben und für neue Inspiration können sie jederzeit zu den Öffnungszeiten ins Museum kommen und ihr Bild erneut genau studieren. mix