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Seminaristen als »Self-Made-Man«

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Traunstein – Mit einer selbst erarbeiteten Radioreportage, die am Donnerstag, 15. Dezember, von 19 bis 20  Uhr über das Internetradio der Jugendwelle (www.jugendwelle.fm) ausgestrahlt werden soll, stellen junge Medienmacher aus dem Studienseminar St. Michael jene Projektgruppen vor, die ihnen dort eine Reihe von Zusatzqualifikationen ermöglichen.


Die Sendung wurde vom Projektleiter der Zusatzqualifikation »IT- und Medienkompetenz«, Dr. Christian Lenze, in Zusammenarbeit mit dem »Q3 – Quartier für Medien, Bildung, Abenteuer« geplant. Diese medienpädagogische Fachstelle für Südostoberbayern ist seit 2015 auf dem Gelände des Studienseminars ansässig und bildet einen weiteren Baustein zum im Aufbau befindlichen Bildungscampus St. Michael.

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Die Schüler des Studienseminars pauken nicht nur für gute Noten, sondern sie betätigen sich auch als Künstler und Innenraumgestalter, Schreiner, Gärtner, Koch, IT-Praktiker und neuerdings sogar als Radiomacher. Was sie dabei realisieren, ist beachtenswert. So kam es auch nicht überraschend, dass sie ihre erste Radiosendung den Zusatzqualifikationen widmen, die seit vergangenem Jahr im Internat für Buben angeboten werden.

»Mit Herz, Hirn und Hand« war das Leitmotiv

Die Ergebnisse sind im und um das Haus in vielfältiger Weise zu sehen. So sind im Schöpfungsgarten fachgerechte Neupflanzungen vorgenommen worden, die Chillout-Area mit Lagerfeuerplatz und Naturbadeteich ist zum Herzstück des Freizeitangebotes geworden, in der hauseigenen »Gateway-Gallery« sind beachtenswerte künstlerische Objekte entstanden und auch der Wohnbereich hat ein jugendgemäßes »Outfit« bekommen. In diesen und weiteren Projekten haben die Buben durch Fachleute unterstützt vieles selbst konzipiert und realisiert. »Mit Herz, Hirn und Hand – das war unser Leitmotiv. Wir konnten aber nicht damit rechnen, dass die Jugendlichen mit so viel Einsatzbereitschaft mitmachen«, betont Seminardirektor Wolfgang Dinglreiter.

Seit 1993 besteht die EMAS-Verordnung als freiwilliges Instrument der Europäischen Union zum systematischen Umweltschutz und für eine nachhaltige Entwicklung in Wirtschaft und Verwaltung. Das dafür vergebene Zertifikat gehört heute zum Standard für innovative, engagierte Unternehmen. St. Michael versteht sich als solches und will 2017 diese Auszeichnung erhalten. Damit war eine intensive zweijährige Vorarbeit verbunden, an der die Jugendlichen ebenfalls stark beteiligt wurden. Zwei von ihnen entschlossen sich sogar, eine Fortbildung zu absolvieren, mit der sie zum kirchlichen Umweltauditor qualifiziert werden.

Seither wurden eine Reihe umweltbezogener Maßnahmen gesetzt, die das gesamte Haus einschließlich seiner Außenanlagen betreffen. So wurden unter anderem Fair-Trade-Produkte eingeführt, Verbesserungen im Beschaffungswesen vorgenommen, der regionale Einkauf forciert oder bewusst Energie eingespart. »Wir sind gefordert, einen nachhaltigen Lebensstil zu entwickeln », vermerkt Johann Etzelsbeck, der als Pädagoge diesen Schwerpunkt sachkundig koordiniert. »Und zunehmend merken wir, dass man auch dann gut leben kann, wenn man sich der Schöpfung gegenüber verpflichtet weiß«.

Ganzheitliche Persönlichkeitsbildung

Kunst und Handwerk, die Entwicklung einer »Semi-App« in der Projektgruppe »IT-Medienkompetenz« sowie die selbstständige Führung des hauseigenen »Jugend-Bistro« sind weitere Schwerpunkte, die zur ganzheitlichen Persönlichkeitsbildung junger Menschen beitragen sollen. Ganz modern klingt auch die neue Fortbildung zum »Grill-Feuermeister« samt Maschinen- und Brennholzkunde, Lagerfeuer-Knowhow, Sicherheitseinweisung sowie Tipps zur Essenszubereitung und Festplanung.

Die dahinter stehenden Ziele erläutert Seminardirektor Wolfgang Dinglreiter so: »Natürlich hat für uns der schulische Lernerfolg eine sehr hohe Priorität. Wir haben jedoch die Erfahrung gemacht, dass dies umso besser gelingt, wenn dies über eine ganzheitlich orientierte Persönlichkeitsbildung geschieht. Dadurch werden die Talente des Einzelnen gefördert, zusätzlich werden lebenspraktische Fähigkeiten und Teamgeist entwickelt«.

Viel Freude war zu spüren, als die Jugendlichen im Studienseminar St. Michael ihr Engagement und ihr Können in Form von Urkunden bestätigt bekamen. In den kommenden Jahren haben sie die Möglichkeit, sich über weitere Bausteine dieser Art eine weitreichende Kompetenz anzueignen, wozu sie auch aussagekräftige Zertifikate erwerben können. fb