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Schüler werden zu Literaten

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Traunstein. Sich finden im Schreiben für Andere – auf dieses Abenteuer haben sich auch heuer wieder zwölf junge Autoren in der neuen Ausgabe der Literaturzeitschrift »LesenArt« der Beruflichen Oberschulen in Traunstein eingelassen.


Unterstützt wurden sie dabei von einem Team aus sechs Lehrern. Die Ausgabe wird nach den Osterferien an der Fach- und Berufsoberschule verkauft. Auch heuer werden die Reaktionen wahrscheinlich wieder von grenzenloser Bewunderung bis zu Unverständnis, von Zustimmung bis zu heftiger Ablehnung reichen.

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Es gibt sie schon seit 15 Jahren

Die Literaturzeitschrift entstand 1999 im Deutschunterricht. Durch das Schreiben eigener literarischer Texte sollte den Schülern der Zugang zu den im Unterricht behandelten literarischen Werken erleichtert werden. Die Ergebnisse waren zum Teil so interessant, dass bald die entstandenen Werke zum Gegenstand des Literaturunterrichts gemacht wurden und nicht die vorgegebenen Texte.

Das war so gewinnbringend, dass einige Schüler auf die Idee kamen, ihre Werke in einer Literaturzeitschrift zu veröffentlichen. Zusammen mit ihren Deutschlehrern entstand so die erste Literaturzeitschrift mit dem Titel »LesensArt«. Sie erscheint nun schon seit 16 Jahren je einmal im Schuljahr im Umfang von ungefähr 50 Seiten. Etwa 100 Exemplare finden so jedes Schuljahr begeisterte Leser.

Immer mehr Schüler, Lehrkräfte und sogar der Hausmeister beteiligen sich seitdem mit ihren Beiträgen. Sie reichen von Gedichten über Kurzgeschichten oder Ausschnitten aus längeren Werken bis hin zu experimentellen Texten, oft noch verbunden mit beeindruckender grafischer Gestaltung. Der Kreativität sind keine Grenzen gesetzt.

Kaum Korrekturen von den Lehrkräften

Die betreuenden Lehrkräfte beschränken sich auf vorsichtige Korrekturen, was die Rechtschreibung betrifft oder offensichtliche Ausdrucksfehler. Dies alles geschieht aber immer in Absprache mit dem jeweiligen Autor, mit dem Ziel, dass der Text so zu Papier kommt, wie ihn sich der meist jugendliche Autor wirklich vorstellt. Dabei es geht nicht in erster Linie um das Erreichen eines bestimmten Maßstabs literarischer Qualität, sondern um einen literaturpädagogischen Ansatz.

Fertig soll die Literaturzeitung immer schon spätestens zum Halbjahr sein und jedes Mal dauert es bis Ostern. Aber das muss wohl so sein, wenn der lebendige, persönliche Ausdruck nicht verloren gehen soll. Andreas Nikol