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Schüler über die Folgen von Alkoholkonsum aufgeklärt

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Mit den sogenannten »Promille-Brillen« ging bei den Schülern so manche Bewegung daneben. (Foto: Dumberger)

Teisendorf – Nach längerer Zeit war bei den Schülern der Franz-von-Agliardis-Mittelschule in Teisendorf einmal wieder ein Theater zu Gast. Daniela und Günther Frese von der »Kulturschule Leipzig« kamen in den Pfarrsaal nach Teisendorf und traten dort vor etwa 150 Schülern der siebten bis neunten Klassen mit ihrem Programm »Voll? – Voll daneben!« auf. Immer wieder wurden Schüler auch in das Stück mit einbezogen.


Das Stück spielte im Wechsel in der Gegenwart und in der Vergangenheit. Nach der Verurteilung wegen gefährlicher Körperverletzung unter Alkoholeinfluss hat der 17-jährige Mike (Günther Frese) einen Termin bei der Suchtberatungsstelle. »Seid ihr alle freiwillig hier?«, spricht er die Schüler direkt an. Er selbst ist ja davon überzeugt, dass er seinen Alkoholkonsum voll im Griff hat. Als er in einem Büro verschwunden ist, kommt Daniela Frese als 16-jährige Nicki von der Bühne herunter und betrachtet die Jugendlichen ganz genau. Sie möchte sich für ihren Bericht über Alkohol und Drogen in der Schülerzeitung bei »Sucht im Griff« Informationen von Dr. Huhn holen.

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Die Schüler erleben zum Beispiel, wie Mike einen Fragebogen über sein Trinkverhalten und den Alkoholkonsum ausfüllen soll. Unterbrochen wird das interaktive Stück dabei immer wieder mit Rückblicken auf die Vorgeschichte. So sind die Schüler Zeugen, wie Nicki Mike besucht und er sie dabei zum Trinken von Alkohol animiert.

In einer weiteren Szene ist Mike schlecht gelaunt, weil Nicki nach seinem unmöglichen Benehmen auf der Party ihrer besten Freundin nichts mehr mit ihm zu tun haben will. Nachdem er sie überredet hat, sich noch einmal mit ihm zu treffen, geht er im Park auf sie los und fügt ihr schwere Verletzungen zu. Das wiederum erfahren die Schüler von einer Stimme aus dem Hintergrund in Form einer Nachrichtenmeldung. In der letzten Szene treffen Nicki und Mike in der Suchtberatungsstelle zusammen. Mike soll an einer Gesprächsgruppe teilnehmen und gibt sein Alkoholproblem jetzt zu. Das Ende bleibt offen.

In der Nachbesprechung waren die Reaktionen der Schüler unterschiedlich. Einige meinten, Mike könne den Absprung schaffen, doch auch sein Scheitern hielt jemand für wahrscheinlich. Daniela Frese sprach über verschiedene Auswirkungen beim Alkoholkonsum. Zur Demonstration von durch Alkohol ausgelöste Wahrnehmungsprobleme hatten die Schauspieler »Promille-Brillen« mitgebracht, die einige Mädchen und Buben ausprobierten. Bei simulierten 0,8 oder sogar 1,3 Promille spürten die Schüler die starken Beeinträchtigungen beim Erfüllen von gestellten Aufgaben. In Schlangenlinien durch aufgestellte Flaschen zu gehen oder zu zweit aufeinander zugehen und sich abklatschen, war plötzlich gar nicht mehr so einfach.

Als abschließenden Gedanken gab Günther Frese den Schülern mit auf den Weg, dass es nicht darum geht, den Alkohol zu verteufeln, sondern ihn als Genussmittel lieber mit allen Sinnen aufzunehmen, als den Verstand zu ertränken. sd