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Schüler erkundeten Natur rund um Inzell

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Die Schüler dichteten einen Entwässerungsgraben im Moor ab. (Foto: Bauregger)

Inzell – Ein Aktionswochenende unter dem Motto »Vielfalt.Leben« hatte eine P-Seminargruppe des Annette-Kolb-Gymnasiums Traunstein organisiert. So kamen 52 Teilnehmer aus ganz Bayern in der Kritischen Akademie zusammen. Ziel war es, Biodiversitäten in den unterschiedlichen Lebensräumen zu erkunden, zu analysieren und die Bedeutung für sich selber zu erkennen. Ein unterhaltsames Rahmenprogramm sorgte dafür, dass die Teilnehmer das Wochenende als großes Erlebnis empfanden.


Nach der Anreise führte eine erste kleine Runde durch das Hochmoorgebiet »Inzeller Filzen«, in der erste Erkenntnisse gemacht wurden, wie es in Inzell mit der Biodiversität ausschaut. Bewusst verzichteten die Organisatoren hier auf einen Vortrag. Jede sollte sich sein eigenes Bild und eigene Entdeckungen machen können. Der weitere Abend in der Unterkunft stand ganz im Zeichen des persönlichen Kennenlernens und jazziger Musik von der Lehrerband des AKG.

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Gruppe »Gewässer« entnahm Proben aus der roten Traun

Der zweite Tag begann mit Freilandworkshops zu fünf definierten Lebensräumen. In Zuge dieser Exkursionen bekamen die Teilnehmer von Experten auch fundierte Informationen über die Entstehung dieser Lebensräume, die Bedeutung für die Umwelt, den Klimaschutz oder die Artenvielfalt. Die Gruppe »Moor« dokumentierte Tiere und Pflanzen in diesem Bereich und befasste sich mit Umweltsünden aus der Vergangenheit. Die Gruppe »Wald« erfasste alle Pflanzen, Bäume, Stauden und Gräser, die auf einem Quadratmeter zu finden waren, während die Gruppe »Gewässer« Kies- und Wasserproben aus der roten Traun entnahm, die darin vorhandenen Lebewesen separierte oder die Wassergüte feststellte.

Überraschende Entdeckungen machte auch die Projektgruppe »Grünland«, die fünf extensiv oder intensiv genutzte Wiesenflächen untersuchte. Auf intensiv genutzten Flächen fanden sie fünf bis 20 Pflanzenarten, während auf den extensiv genutzten Flächen knapp 50 teils bedrohte Arten festgestellt wurden. Eine anspruchsvolle Aufgabe hatte die Gruppe »Siedlung«, die in einem Siedlungsgebiet von Haus zu Haus ging. Erstaunlich offen und verständnisvoll konnten sie hier mit Inzellern über dort beobachtete Wildtiere und Wildpflanzen, den Vorteil wild wachsender heimischer Hecken im Vergleich zu monotonen Thyja-Hecken oder den Nachteil von versiegelten Hofflächen gegenüber Kiesflächen sprechen.

Die Erkenntnisse des Vormittags wurden schließlich am Nachmittag vertieft, analysiert, Ergebnisse protokolliert und in einer verständlichen Präsentation zusammengefasst. Ein besonderes Erlebnis hatte die Gruppe »Moor«, die Entwässerungsgräben in Renaturierungsflächen der Inzeller Filzen, teils bis zu den Knien im Torf versinkend, mit kleinen Wällen abriegelte.

Am Abend trafen sich die Teilnehmer dann zu einer Schnippeldisco, bei der Gemüse für die Suppe am nächsten Tag vorbereitet wurde. Ziel war es, den Teilnehmern zu zeigen, dass Lebensmittel nicht nach dem Äußeren bewertet werden sollten, sondern an ihrem Wert als Nahrungsmittel. Das Wochenende fand schließlich seinen Abschluss bei einem »Fest der Vielfalt«. Untermalt von zwei Musikgruppen des AKG stellten hier die fünf Gruppen ihre Ergebnisse vor. Zufrieden und begeistert sowie um viele Erkenntnisse reicher, traten die Teilnehmer nach dem Mittagessen wieder die Heimreise an.

Idee für das Projekt entstand schon vor einigen Jahren

Wie der begleitende Lehrer der Projektgruppe Martin Jochner sagte, entstand bereits vor einigen Jahren die Idee zu einem solch umfassenden Wochenende in der Natur. Vor einem Jahr begannen dann die konkreten Vorbereitungen. 14 Schüler der elften Klasse nahmen in einem ersten Schritt Kontakt zu ausgewiesenen Fachleuten der Partnerorganisationen auf, um mit ihnen ihre Ideen zur gestellten Aufgabe zu besprechen.

Nach einer Ausarbeitungszeit wurde der erste Entwurf vorgestellt und geprüft, ob das Ziel, die Vielfalt bestimmter Lebensräume kennenzulernen, die Bedeutung der Vielfalt für jeden Einzelnen zu erkennen und persönliche Schritte daraus zu definieren, erfüllt ist und der Zeitrahmen passt. Danach galt es, die Erkenntnisse neu einzuarbeiten und das Projekt praktisch vorzubereiten. Eine Woche vor dem Durchführungstermin wurde dann ein »Testlauf« mit den zehnten Klassen des AKG durchgespielt. wb